Kimmich verteidigt Sané: „Aus Mannschaftssicht hat er ein gutes Spiel gemacht“

Die massive Kritik an Leroy Sané in der deutschen Öffentlichkeit stößt bei seinen Teamkollegen auf großes Unverständnis. Kapitän Joshua Kimmich nimmt dazu nun Stellung.

Auf der Pressekonferenz im DFB-WM-Camp in Winston-Salem hatte der Mannschaftskapitän der DFB-Elf wohl schon auf eine bestimmte Frage gewartet und sich entsprechend darauf vorbereitet. Es war diejenige nach seinem Teamkollegen Leroy Sané, dessen Leistung in Fußball-Deutschland nach der Auftaktpartie gegen Curacao heftig diskutiert und kritisiert worden war.

„Ich habe das schon mitgekriegt und verstehe die Kritik wirklich nicht, schon gar nicht nach einem 7:1“, so Kimmich und stellte sich damit ganz demonstrativ hinter den Profi von Galatasaray Istanbul, mit dem er zusammen auf der rechten Seite agiert hatte: „Ich fand ihn extrem engagiert, vor allem bei seinem Umschaltverhalten. Er hat mich nie allein gelassen, ist immer zurückgesprintet.“ Sané habe „aus Mannschaftssicht ein gutes Spiel gemacht“, betont der Bayern-Star mit Nachdruck.

Dass Sané als einziger der vier Offensivspieler ohne Scorerpunkt geblieben war, ist für Kimmich zweitrangig: „Natürlich ist es cool, wenn er jedes Spiel drei Tore macht. Wichtig aber ist, dass wir das intern als Mannschaft und auch der Trainer nicht nur daran bemessen. Es gibt auch andere Aufgaben, die er zu erfüllen hat.“ Und in dieser Hinsicht hat Sané seine Aufgaben vollauf erfüllt. „Bei Ballverlust hat er immer versucht, schnell wieder hinter den Ball zu kommen. Das hat er sehr, sehr gut gemacht.“

Sané ein Mannschaftskollege mit großem Teamspirit

Zusätzlich nahm Kimmich eine klare Gegenposition zu einem anderen Punkt der steten öffentlichen Wahrnehmung ein: „Wenn ich Leroys Körpersprache gesehen habe, was ihm ja auch ab und zu mal vorgeworfen wird: Das war wirklich durchweg positiv. Wie er sich freut, wenn wir Tore machen, das ist immer sehr, sehr auffällig bei Leroy“. Sané sei „immer der Erste, der jubelt, der ein großes Vertrauen hat in seine Mitspieler. Schon bevor der Ball im Tor ist, reißt er manchmal die Arme hoch.“

Diese Verhaltensweise sieht der 31-Jährige als Beleg für den Teamspirit seines früheren Mitspielers beim FC Bayern: „Es zeigt, dass es ihm ums große Ganze geht. Für ihn ist immer das Wichtigste, dass wir als Mannschaft gewinnen, und nicht, dass er zwei Tore macht und glänzt.“

Damit liegt Kimmich, der als DFB-Mannschaftskapitän wohl auch für seine Teamkollegen spricht, auf einer Wellenlänge mit Julian Nagelsmann, der den viel kritisierten Sané nach dem Kantersieg über Curacao ebenfalls ausdrücklich lobte. Zudem hatte der Bundestrainer bereits in der Vergangenheit mehrfach hervorgehoben, dass Sané innerhalb der Mannschaft ein sehr hohes Standing genieße.

Obwohl man solche Statements über Sané seit Jahren sowohl von seinen Trainern – darunter Hansi Flick, Nagelsmann, Thomas Tuchel, Vincent Kompany, ebenso Pep Guardiola – als auch von seinen Mitspielern regelmäßig hört, wird der Istanbul-Profi in der Öffentlichkeit fraglos auch zukünftig einen fast schon brutal schweren Stand haben. Wahrscheinlich würden nicht einmal drei Tore in einem gewonnenen WM-Endspiel dauerhaft etwas daran ändern.

3 Kommentare zu „Kimmich verteidigt Sané: „Aus Mannschaftssicht hat er ein gutes Spiel gemacht““

  1. Vielleicht verstehe ich ja nichts vom Fußball-Spiel, aber meiner Meinung nach gehört Sane` nicht in die Nationalmannschaft, gegen Curacao hat er doch mehrmals sich den Ball abnehmen lassen, dann noch die 100% wo er nicht reinmachen. Ein Kreisliga-Spieler müsste sich was anhören von seinem Trainer. Meine Meinung, ich verstehe halt nicht viel von Fußball:-)

    1. Wie erklärst du es dir, dass Guardiola, Flick, Nagelsmann, Tuchel und auch Kompany Sané immer gelobt haben? Ebenso seine Teamkollegen, wie jetzt Kimmich.
      Sané geht mit höchstem Tempo in enge Räume – da sind Ballverluste vorprogrammiert. Wenn Musiala und Wirtz so etwas passiert, kommt kein Aufschrei. Seit dem Weggang von Sané und Coman gibt es übrigens bei Bayern keinen Spieler mehr mit diesem Tempo, auch nicht in der N11.

      Zur „100-%igen Torchance: Sein Sprint in die Tiefe mit allerhöchstem Tempo und die Ballannahme waren absolute Weltklasse. Bitter, dass er diese Topaktion nicht mit einem Tor krönen konnte…
      Übrigens ist Mbappé gestern gegen den Senegal bei einer ähnlichen Szene schon bei der Ballannahme kläglich gescheitert.

      Jeder Kreisligaspieler in D ist von Sanés Level um Lichtjahre entfernt…

      1. Das ist Demokratie, zwei Personen mit zwei verschiedenen Meinungen. Wie gesagt, ich würde Sane nicht mehr in die Anfangself stellen.

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