Der FC Bayern stellte in der abgeschlossenen Spielzeit die torgefährlichste Offensive im internationalen Topfußball. Dies trifft auch auf die gesamte WM-Geschichte zu.
Obwohl es durch Franz Beckenbauer erst bei der achten Austragung einer Fußball-WM, 1966 in England, den ersten Treffer eines Spielers des FC Bayern gab, liegt der deutsche Rekordmeister in der Klubtorschützenliste aller FIFA-Turniere seit 1930 ganz vorn: Nach Informationen des Statistikportals Opta haben FCB-Spieler von 1966 bis 2022 insgesamt 79 WM-Tore erzielt – das ist der Bestwert aller Vereine. Den 2. Platz belegt knapp dahinter Real Madrid, dessen Spieler 78 Tore geschossen haben.
18 dieser 79 FCB-WM-Tore wurden 2014 in Brasilien erzielt. Diese Anzahl stellt ebenfalls einen absoluten WM-Rekord für Vereine dar. Für neun Treffer waren die deutschen Weltmeister Thomas Müller (5), Mario Götze und Toni Kroos (jeweils 2) verantwortlich. Die restlichen Bayerntore erzielten Arjen Robben, Xherdan Shaqiri (jeweils 3), Mario Mandžukić (2) und Julian Green, der 19-jährig als Spieler der Bayern Amateure für die USA traf. Wie überragend dieser Münchner WM-Bestwert ist, dokumentiert der zweite Platz des FC Barcelona in dieser Wertung 2014 mit lediglich zehn Toren. Die Katalanen wurden damals nicht zuletzt von Lionel Messi und Neymar vertreten.
Nach Torflaute bei den letzten beiden Turnieren: Das große FCB-Tor-Comeback 2026?
Seit diesem bayerischen WM-Torfestival 2014 geizten die Spieler des Rekordmeisters allerdings mit Toren bei Weltturnieren: 2018 gab es in Russland sogar das erste Mal seit 1966 überhaupt keinen Treffer eines FCB-Nationalspielers. Die Hauptgründe: Der amtierende Weltmeister Deutschland schied erstmals in seiner WM-Geschichte in der Gruppenphase aus und auch die polnische Tormaschine Robert Lewandowski hatte im Trikot seines Heimatlandes eine unerklärliche Torflaute. Torschützenkönig des WM-Turniers 2018 wurde übrigens Harry Kane, damals noch als Tottenham-Spieler, mit sechs Treffern.
Auch vier Jahre später in Katar zeigten sich die sonst so treffsicheren FCB-Offensivspieler nicht von ihrer besten Seite. Nachdem Sadio Mané vom Afrikameister Senegal das Turnier verletzungsbedingt verpasst hatte, trafen nur Eric Maxim Choupo-Moting, Serge Gnabry – beim letztendlich bedeutungslosen 4:2-Sieg über Costa Rica – und Alphonso Davies. Der allerdings historisch: Sein 1:0 bei der 1:4-Pleite gegen Kroatien bedeutete das erste Tor in der kanadischen WM-Geschichte.
2018 wurde Kylian Mbappé, damals noch PSG-Spieler, mit acht Treffern WM-Torschützenkönig. Bei den vier Turnieren zuvor waren es jedes Mal Spieler, die auch irgendwann einmal in ihrer Karriere das FCB-Trikot getragen haben oder noch tragen: 2006 Miroslav Klose, 2010 Thomas Müller, 2014 James Rodríguez und 2018 eben Harry Kane.
Bei der gerade gestarteten WM 2026 sollte es mit dem Teufel zugehen, wenn Kane, Michael Olise, Luis Díaz, Jamal Musiala & Co. die bisherigen 79 FCB-WM-Treffer nicht erheblich nach oben schrauben würden. Mindestens einen von ihnen kann man sich auch sehr gut im WM-Finale vorstellen, um einen weiteren FCB-Bestwert auszubauen: Seit der WM 1982 in Spanien stand immer mindestens ein aktueller Münchner Spieler im Endspiel der Weltmeisterschaft. Das sind bislang beachtliche elfmal in Folge.
Die „ewige Rangliste“ der besten WM-Torschützen des FC Bayern: Gerd Müller (Torschützenkönig 1970 und Weltmeister 1974) 14, Thomas Müller 10, Karl-Heinz Rummenigge 8, Arjen Robben und Franz Beckenbauer mit jeweils 5 Toren.
