2025 hat der FC Liverpool dem FC Bayern Wunschspieler Florian Wirtz weggeschnappt, nun gibt es eine ähnliche Situation bei Anthony Gordon. Folgt eine weitere Parallele?
Wenn auch bei Weitem nicht auf so bittere Weise wie im letzten Transfersommer, als der FC Bayern trotz jahrelangen Werbens um Florian Wirtz letztlich gegen den FC Liverpool den Kürzeren gezogen hatte, musste der Rekordmeister nun beim Werben um den vermeintlichen „Wunschspieler“ Anthony Gordon dem FC Barcelona den Vorrang überlassen. Die Katalanen haben den englischen Nationalspieler von Newcastle United für kolportierte 80 Millionen Euro Ablöse (inklusive Bonuszahlungen) verpflichtet. Eine Summe, die den Münchner Verantwortlichen für einen Backup-Spieler eindeutig zu hoch war.
2025 holten die Bayern anstelle des gehypten deutschen Nationalspielers letztendlich den Kolumbianer Luis Díaz, für den der damals amtierende englische Meister im Kontext seines eigenen Kaufrausches keine größere Verwendung mehr gesehen hatte. Von vielen als Not- oder gar Panikkauf verspottet, schlug der kolumbianische Nationalspieler in München voll ein. Die anfangs als zu hoch kritisierte Transfersumme von 70 Millionen Euro erschien bald schon als „Schnäppchen“. Dagegen kam Wirtz in Liverpool erst sehr spät und dann auch noch nicht auf die in Leverkusen gewohnte Weise in Fahrt.
Könnte sich in diesem Sommer ein ähnliches Szenario ergeben? Denn nach wie vor sind die Verantwortlichen an der Säbener Straße eben für jenen Díaz auf der Suche nach einem Backup. Dieser sollte im Idealfall – wie bei Gordon – flexibel auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden können.
Rashford wie Díaz in der vergangenen Spielzeit?
Ein Spieler, auf den das zutrifft, ist Marcus Rashford, ebenfalls englischer Nationalspieler. Dieser war in der abgelaufenen Saison von Manchester United an den FC Barcelona verliehen, wird nun aber aufgrund des teuren Gordon-Deals von den Katalanen nicht fest verpflichtet, obwohl er als Ergänzungsspieler mit 28 Torbeteiligungen (14 Tore/14 Assists) in 49 Pflichtspielen (2622 Minuten) überzeugen konnte.
Auch Rashfords Stammverein Manchester United, bei dem er noch einen Vertrag bis 2028 besitzt, plant wohl nicht mehr mit ihm, rechnete wohl eher damit, dass Barcelona die Kaufoption von kolportierten 30 Millionen Euro für den 28-Jährigen zieht. Laut den Manchester Evening News soll der 70-fache Nationalspieler nun in den Fokus des FC Bayern rücken. Vorteil: Weder die Ablösesumme noch die Gehaltsforderungen des Spielers sollen sich auf allerhöchstem Niveau befinden. Eigentlich ideal für einen Backup-Spieler.
Gelingt den Bayern hier erneut ein ähnlicher Coup wie im vergangenen Sommer? Anstelle von Wirtz und Nick Woltemade haben Díaz und auch der 18-Jährige Lennart Karl wie Granaten eingeschlagen. Mit wettbewerbsübergreifend 184 Treffern (in 55 Spielen) stellte der Rekordmeister im europäischen Topfußball in der abgelaufenen Saison die mit Abstand beste Offensive. Dahinter folgt Barcelona mit einem gehörigen Respektabstand: 144 Tore in 57 Spielen.
Der FCB-Topsturm mit Harry Kane, Michael Olise, Luis Díaz, Jamal Musiala, Serge Gnabry und Lennart Karl bleibt im Grunde komplett erhalten. Es wird nun ein Ersatz für Nicolas Jackson benötigt. Der Leihspieler vom FC Chelsea konnte zwar mit 16 Torbeteilungen (11 Tore, 5 Vorlagen) in 34 Partien (1320 Minuten) durchaus überzeugen, aber der FC Bayern zeigte sich nicht dazu bereit, die von den Londonern geforderte Ablösesumme von 65 Millionen Euro zu bezahlen.
Das Szenario bei Gordon ist ähnlich: Bei einem Marktwert von 60 Millionen Euro waren die Bayern ebenfalls nicht willig, die von Newcastle geforderten 80 Millionen Euro zu zahlen. Die Bilanz des 25-Jährigen in der vergangenen Spielzeit konnte übrigens nicht mit denen von Jackson (Torbeteiligung alle 82 Minuten) und von Rashford (alle 94 Minuten) mithalten: 22 Scorerpunkte (17 / 5) in 46 Spielen (2689 Minuten) bedeuten lediglich eine Torbeteiligung alle 122 Minuten.
Verpflichten die FCB-Verantwortlichen Rashford, könnte es zu einer Wiederholung aus der Spielzeit 2025/26 kommen. Der FC Liverpool wähnte sich als Transfersieger im Poker um Wirtz – und verlor final durch den Wechsel von Díaz. Nun sieht sich Barcelona als triumphalen Sieger – und könnte ebenfalls am Ende als Verlierer dastehen, wenn Rashford 2026/27 bessere Leistungen als Gordon zeigt -, warum nicht in München? Wer zuletzt lacht…
