Die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump hat auch die Fußball-WM 2026 zum Gegenstand politischer Debatten gemacht. DFB-Kapitän Joshua Kimmich gibt dazu seine Meinung ab.
Anlässlich der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gibt es bereits vor der ersten Partie zahlreiche Diskussionen. Neben den üblichen sportlichen Themen stehen erneut politische Fragen im Mittelpunkt – insbesondere wegen der Menschenrechte in den USA unter Präsident Donald Trump. FC-Bayern-Leader und DFB-Kapitän Joshua Kimmich positioniert sich hierzu eindeutig.
Der 31-Jährige verdeutlicht im Interview mit Sports Illustrated, dass er politische Themen keineswegs ignoriert, die Verantwortung dafür aber nicht bei den Spielern sieht: „Keine Meinung zu haben, ist keine Lösung. Jeder von uns hat zwangsläufig eine persönliche Haltung zu bestimmten Themen, und auch ich habe bestimmte Werte, an die ich mich halte.“
Der Bayer-Star setzt aber klare Grenzen bei den Erwartungen an Fußballprofis bei politischen Diskussionen: „Dass man eine Meinung hat, macht einen noch lange nicht zum Experten“. In der Verantwortung stehen für Kimmich andere: „Es ist die Aufgabe von Politikern oder Verbänden, zu solchen Themen eine Position zu beziehen.“
DFB-Kapitän Kimmich warnt vor falschen Erwartungen
Dabei verweist der Mittelfeldmotor, der in Julian Nagelsmanns Team allerdings als Rechtsverteidiger eingesetzt wird, nicht zuletzt auf die Komplexität politischer Konflikte: „Politische Situationen sind insbesondere oft schwer einzuschätzen – selbst für Menschen, die sich damit beruflich beschäftigen. Die Vorstellung, dass wir Spieler diese Probleme lösen oder etwas daran ändern können, ist eine falsche Erwartung“, so Kimmich.
Der Bayern-Profi zieht damit eindeutig die Konsequenzen aus den Debatten vor und während der Winter-WM 2022 in Katar, als sich die deutschen Nationalspieler politisch vor den Karren der Fanszenen und einiger sehr fordernder Politiker haben spannen lassen. Als das Turnier – wohl auch in Folge dieser Ablenkungen – sportlich mit dem Vorrunden-Ausscheiden im Desaster endete, wurden die Spieler mit der heftigen Kritik vollkommen allein gelassen.
So ist es absolut nachvollziehbar, dass sich Kimmich und seine Teamkollegen bei der anstehenden Weltmeisterschaft ausschließlich auf den Sport konzentrieren wollen. Deutschland zählt keineswegs zu den Topfavoriten, besinnt sich Nagelsmanns Team jedoch auf die berühmten deutschen Tugenden als gefürchtete Turniermannschaft, ist womöglich nicht der Titel, aber eine Rehabilitation für 2022 (und 2018) auf alle Fälle machbar.
