Nachteil Doublesieger: Der FC Bayern muss zum Supercup nach Dortmund

Der Austragungsort des Franz-Beckenbauer-Supercups sorgt seit vielen Jahren bei den Bayernfans für Ärger und Aufregung. Die aktuelle DFL-Entscheidung setzt diese Tradition fort.

Es ist alles andere als eine Überraschung: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat heute Austragungsort und Anstoßzeit für den Franz-Beckenbauer-Supercup 2026 bekannt gegeben. Das Duell des Doublesiegers FC Bayern mit dem Vizemeister Borussia Dortmund wird am 22. August um 20:30 Uhr im Signal Iduna Park in Dortmund ausgetragen.

Bekanntermaßen dominiert der FC Bayern den deutschen Fußball mit wenigen Unterbrechungen seit fast 60 Jahren: Er ist Rekordmeister (35), Rekordpokalsieger (21), aber auch Rekordsieger des deutschen Supercups (11), der seit 2025 nach der im Januar 2024 verstorbenen Fußballlegende Franz Beckenbauer benannt wird. Dabei wird den Münchnern der Gewinn des Supercups so schwer gemacht wie keinem anderen Landesmeister im europäischen Fußball.

Der FC Bayern im nationalen Supercup mit „Auswärtsspiel-Abo“

Anders als in allen anderen europäischen Ligen muss sich der FC Bayern diesen Triumph regelmäßig in Auswärtsspielen erkämpfen. 13 der letzten 14 Bundesliga-Titel gingen an den Rekordmeister. Mit der nun in Dortmund anstehenden Partie ist es die elfte von 13 Supercup-Partien, die er beim Pokalsieger oder Vizemeister (im Fall eines Doubles) bestreiten muss. So sind die für FCB-Verhältnisse bescheidenen sieben Siege bei den zwölf Teilnahmen in diesem Zeitraum durchaus erklärlich.

Dieser „Anti-Meister“- oder soll man sagen „Anti-FC-Bayern“-Austragungs-Modus des deutschen Supercups ist in Fußball-Europa einmalig. Interessant ist nämlich, dass bei der einzigen Austragung des Supercups in den letzten 14 Jahren ohne Münchner Beteiligung im Jahr 2024 nicht der Vizemeister VfB Stuttgart Heimrecht genoss, sondern der Doublesieger Bayer Leverkusen. In Stuttgart und München hat diese DFL-Entscheidung niemand verstanden.

Sportlich faire Austragungs-Modi in allen anderen Ländern

In anderen Ländern, in welchen es über lange Zeiträume ebenfalls sehr dominante Vereine gibt, gibt es korrektere Austragungs-Modi des nationalen Supercups. Viele davon würden bei den deutschen Fußballfans auch keine Zustimmung finden, aber sie sind alle ohne Ausnahme sportlich fair geregelt.

In England wird neben dem FA-Cup-Finale auch der FA Community Shield fast ausnahmslos im Wembley-Stadion ausgetragen. In Spanien wurde die Supercopa de España bis 2017 in Hin- und Rückspiel ausgespielt, seit 2018 auf neutralem Platz, seit 2022 durchgängig als Vierer-Turnier in Saudi-Arabien. Die Suppercopa Italiana findet aktuell ebenfalls in Saudi-Arabien statt, davor auch schon in Katar und China (Peking und Shanghai).

In Sachen – von der deutschen Fanszene unerwünschter – Internationalisierung des Supercups toppt die französische Liga in den vergangenen Jahren alles: Zuletzt wurde er 2025 in Kuwait ausgespielt, davor in Katar, Israel, China, Marokko, Österreich (2016 in Klagenfurt!), Kanada, im westafrikanischen Gabun, aber auch schon in Tunesien und selbst in den USA. Termin und Ort der diesjährigen Austragung sind noch nicht bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass dies dem Terminkalender des Serienmeisters PSG angepasst wird.

In den Niederlanden hatte übrigens im Supercup zuletzt immer der amtierende Meister (PSV Eindhoven) Heimrecht, in Portugal wird der Wettbewerb an einem neutralen Ort ausgespielt. Bundesliga, DHL und FC Bayern bilden definitiv im europäischen Vergleich eine riesige, etwas merkwürdige Ausnahme.

Welche Rolle spielt Dortmunds Präsident Watzke?

Der größte Profiteur dieser Merkwürdigkeit war Borussia Dortmund, welches seit 14 Jahren auf einen Bundesligatitel im Schatten des FC Bayern wartet. Die anstehende Partie am 22. August ist das siebte Heimspiel des BVB im Signal-Iduna-Park gegen die Münchner (davon fünf als Vizemeister) seit 2013. Von den sechs Spielen zwischen 2013 und 2021 gewannen beide Vereine jeweils drei. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt: Das einzige FCB-Supercup-Heimspiel gegen die Borussia fand im September 2020 zu Pandemiezeiten in einer vollkommen leeren Allianz Arena statt.

Der große Buhmann der Bayern-Anhänger für dieses Szenario ist BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke. Der 66-Jährige nimmt seit zwei Jahrzehnten sowohl wichtige Ämter in Dortmund (Geschäftsführer von 2005 bis 2025; seit 2025 Präsident) als auch in der DFL ein. Dort ist er aktuell Ligapräsident und Vorsitzender des Aufsichtsrats. Wie mächtig ein solcher sein kann, erkennt man derzeit auch an der Situation an der Säbener Straße.

Ob Watzke für den Modus des Franz-Beckenbauer-Supercups tatsächlich mit- oder gar hauptverantwortlich ist, ist spekulativ. Von den FCB-Fans wird ihm in einem ähnlichen Kontext ebenfalls vorgeworfen, dass er seine Hände im Spiel hat, wenn es um die Spielansetzungen des ersten und letzten Bundesligaspieltags geht. Vor der vergangenen Spielzeit hatte der BVB zuvor fast ausschließlich Heimspiele, die Bayern Auswärtsspiele. Für die jeweiligen Heimfans ein bitteres Szenario.

Auch wenn „Fußball-Deutschland“ daran gelegen ist, die nationalen Titel etwas mehr zu streuen: Eine Serienmeisterschaft sollte bei einem anschließenden Wettbewerb nicht zu einem Standard-Nachteil werden. Die DFL und die Bundesligisten sollten dafür sportlich faire Lösungen finden.

5 Kommentare zu „Nachteil Doublesieger: Der FC Bayern muss zum Supercup nach Dortmund

      1. Ein Herr (Sch)Watzke, der an der Machtzentrale der DFL mitmischt, wird alles daran setzten, daß sein Verein der Bienen, endlich wieder einen Titel holt. Ich hoffe sehr der Bienen-Verein bekommen ordentlich die Flügel gestutzt.

  1. Der FC Bayern und wir Fans haben es doch selber in der Hand!!!!
    Einfach nicht hin gehen ! Dann kann Dortmund gegen sich selber spielen. Mal schauen was dann passiert.

  2. Der Fatzke, Schwatze Watzke zieht im Hintergrund die Fäden und der Rest dieser koru***n DFL gibt kleinbei wakelt mit dem Schwänzchen und macht brav „Männchen“.

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