Die bittere erste Bayern-Pleite im 13. großen Finale der Vereinsgeschichte

Ein Dutzend Mal blieb der FC Bayern seit seiner Vereinsgründung in großen Endspielen – Meisterschaft, DFB- und Europapokal – ungeschlagen. Die Unglückszahl „13“ brachte Pech.

Der 26. Mai ist insgesamt ein schwarzer Tag in der glorreichen Geschichte des FC Bayern: 1999 verlor man in der Nachspielzeit im Champions-League-Finale in Barcelona auf dramatische Art und Weise mit 1:2 gegen Manchester United. Dieses Dabakel wird noch in Jahrzehnten als „Mutter aller Niederlagen“ bezeichnet werden, trotz des verlorenen Finales dahoam.

1985 verlor der FCB an diesem Datum in Berlin zum ersten Mal ein DFB-Pokal-Finale – 1:2 gegen Bayer Uerdingen. Aber die eigentliche „Mutter aller Niederlagen“ fand schon drei Jahre zuvor in Rotterdam statt: Als hoher Favorit verloren „Breitnigge“ & Co. das Endspiel um den Europapokal der Landesmeister mit 0:1 gegen den englischen Meister Aston Villa. Es war im 13. großen Finale der damals über 82-jährigen Klubgeschichte tatsächlich die erste Niederlage. Eine sehr bittere.

Definitiv kein „Bayern-Dusel“

Unterstellte man Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier & Co bei den Europapokalsiegen in den 1970er Jahren – meist vollkommen zu Unrecht – den berühmten „Bayern-Dusel“ gehabt zu haben, so war jene Niederlage am 26. Mai 1982 eine der unglücklichsten, unverdientesten Finalniederlagen der Europapokalgeschichte. Sie war vergleichbar mit der Niederlage 30 Jahre später gegen Chelsea in der heimischen Arena.

Es war ein 90-minütiger Sturmlauf der Bayern, bei dem zu allem Überfluss Dieter Hoeneß kurz vor Spielende ein korrektes Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt wurde. Das Siegtor vor 45000 Zuschauern schoss aber auf der anderen Seite in der 67. Spielminute Peter White – es war tatsächlich die einzige Torchance der Engländer im gesamten Spiel!

FCB-Coach Pal Csernai ließ damals folgende Mannschaft auflaufen:

Manni Müller – Wolfgang Dremmler, Hanne Weiner, Klaus Augenthaler, Udo Horsmann – Reinhold Mathy (52. Günter Güttler), Wolfgang Kraus (79. Kurt Niedermayer), Paul Breitner, Bernd Dürnberger – Dieter Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge.

Die Serie der zwölf Endspiele – über 50 Jahre verteilt (1932-82) – ohne Niederlage: 11 Siege – 1 Unentschieden:

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Nach jener bitteren Niederlage in Rotterdam gegen Aston Villa standen die Bayern weitere 30 Mal (inklusive dem aktuellen 3:0-Pokalsieg über den VfB Stuttgart) in einem großen Finale. Die Bilanz ist mit 22 Siegen und acht Niederlagen bemerkenswert, aber die grandiose, makellose Serie von 1932 bis 1982 konnte natürlich nicht mehr erreicht werden.

Zur Erklärung: Supercupspiele – deutsche und europäische – werden hier nicht gezählt, weil sie keine Wettbewerbsendspiele darstellen. Ebenso wenig die beiden Weltpokalsiege 1976 und 2001 gegen den jeweiligen Südamerikameister. Dagegen fließen die Endspielsiege 2013 und 2021 bei den Klubweltmeisterschaften in die Statistik ein.

Interessant: Die FCB-Finalbilanz ist mit 33 Siegen in 43 Spielen – bei einem Unentschieden (Katsche!) und 9 Niederlagen – insgesamt großartig. Die schwächste Endspielbilanz hat dabei ausgerechnet Lothar Matthäus: Der Rekordnationalspieler stand bei diesen neun Niederlagen fünfmal (!) auf der Verliererseite: 1984 verlor er in seinem letzten Spiel für Gladbach das Pokalendspiel gegen Bayern nach Elfmeterschießen, er selbst verschoss seinen Elfmeter. 1985 war er bei der ersten FCB-Pleite gegen Uerdingen dabei.

Auch die beiden Königsklassen-Endspiele verlor Matthäus mit den Bayern: 1987 im Europapokal der Landesmeister mit 1:2 gegen den FC Porto in Wien (nach 1:0-Halbzeitführung). 1999 ließ er sich im Camp Nou gegen Manchester United kurz vor Spielende beim Stand von 1:0 auswechseln. Zwei Wochen später verloren die Bayern auch das Pokalfinale gegen Werder Bremen – im Elfmeterschießen. Den entscheidenden FCB-Elfer verschoss Lothar Matthäus…


Titelbild: Erschöpfte, enttäuschte Bayern nach der Niederlage gegen Villa

4 Kommentare zu „Die bittere erste Bayern-Pleite im 13. großen Finale der Vereinsgeschichte

  1. Ein grausames Spiel .. und der Beginn einer fast 20jährigen Leidenszeit.

    Rückschauend muss man sagen, hätte Bayern damals einen besseren Torwart gehabt als Manfred Müller, wäre das nie passiert. Was für Abwehr- und Torwartfehler bei Aston Villas Tor.

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