Harry Kanes unaufhaltsamer Weg zur Legende des FC Bayern

Bereits nach seiner dritten Saison beim FC Bayern gehört Harry Kane zusammen mit Gerd Müller und Robert Lewandowski zu den größten Torjägern der Vereinsgeschichte.

Das 83. DFB-Pokalfinale, welches mit dem 21. Triumph des FC Bayern endete, war die „magische Pokalnacht“ des Harry Kane, wie ein Beitrag auf der Vereinshomepage des Rekordpokalsiegers titelt. Der 32-jährige Engländer war beim 3:0 über den Titelverteidiger VfB Stuttgart erst der vierte Spieler, dem nach Uwe Seeler (1963), Roland Wohlfarth (1986) und Lewandowski (2012) ein Dreierpack in einem deutschen Pokalendspiel gelang. Es war dabei sogar der erste lupenreine Hattrick. Der erste Pokalsieg nach sechs Jahren Wartezeit war der krönende Abschluss einer großartigen FCB-Saison mit einem mehr als würdigen „Man of the Match“.

An der Säbener Straße klopften sich die Verantwortlichen schon sehr bald nach Kanes riskanter Verpflichtung im Sommer 2023 – fast 100 Millionen Ablöse für einen 30-Jährigen – auf die Schulter, weil der sympathische Engländer bereits bei seinen ersten Auftritten im Trikot der Bayern auf bemerkenswerte Weise auf Torjagd ging. Nachdem ihm in seiner Münchner Debütsaison hervorragende 44, in der zweiten Spielzeit 41 Pflichtspieltreffer gelungen waren, steigerte sich der englische Nationalmannschaftskapitän 2025/26 noch einmal auf phänomenale 61 Tore in 51 Pflichtspielen.

Lewandowski-Bestwert übertroffen, der von Müller wenig vergleichbar

Kane hat damit den FCB-Rekord dieses Jahrhunderts von Robert Lewandowski aus der Triplesaison 2019/20 um sechs Tore übertroffen. Vor ihm steht in der 126-jährigen Historie des Rekordmeisters nur noch Gerd Müller. Dieser erzielte in der Spielzeit 1972/73 in 49 Partien sagenhafte 66 Treffer. Ohne die damalige Leistung einer der größten Legenden der Vereinsgeschichte schmälern zu wollen: Die Gegner, die diese Quote ermöglichten, waren wesentlich schwächer.

Interessant: Sowohl Müller als auch Kane erzielten bei ihren Bestwerten jeweils 36 Bundesligatore. Der Engländer wurde zudem Torschützenkönig im Pokal (10), knapp hinter Kylian Mbappé zweitbester Torschütze in der Champions League (14) und traf auch zum Saisonstart beim 2:1-Sieg gegen den VfB im Franz-Beckenbauer-Supercup. Der Weg zum Pokalsieg war knüppelhart, die CL-Gegner mit unter anderem PSG, Real Madrid und Arsenal die internationale „Crème de la crème“. Müller hatte dagegen seine 36 BL-Treffer nicht zuletzt mit zwölf Ligapokaltoren in der Sommerpause 1972 und neun Europapokaltreffern gegen Galatasaray (1:1; 6:0) und Omonia Nikosia (9:0; 4:0) erheblich aufgestockt.

Weitere Bestmarken und Trophäen in Kanes Visier

Müller in seinen 14 BL-Spielzeiten ausschließlich für Bayern und Lewandowski in seinen zwölf BL-Saisons (BVB, FCB) sind mit sieben Torjägerkanonen gemeinsame Rekordhalter. Kane hat diese Auszeichnung in seinen ersten drei BL-Spielzeiten gewonnen, was zuvor noch keinem Spieler gelungen war. Verlängert er tatsächlich bis 2030, ist ihm sogar die Einstellung des Rekords zuzutrauen.

Wettbewerbsübergreifend erzielte Kane in 146 Pflichtspielen für die Bayern 146 Tore, in der Bundesliga sind es 98 Treffer nach 94 Spielen. Mit den 36 BL-Toren in dieser Saison hat er zudem zum zweiten Mal nach 2023/24 (ebenfalls 36) den Golden Schuh sehr souverän vor Erling Haaland (27) und Mbappé (25) gewonnen. Müller und Lewandowski haben diese Auszeichnung für den besten europäischen Liga-Torjäger auch jeweils zweimal gewonnen. Der Engländer könnte da noch nachlegen und vorbeiziehen.

Aber es ist bei Weitem nicht nur die fantastische Anzahl an Toren, die Kane so außergewöhnlich – nicht nur für den FC Bayern und seine Fans – macht. Der 32-Jährige ist nicht zuletzt deswegen nach München gekommen, um Mannschaftstitel zu gewinnen. Nach anfänglicher Flaute und dementsprechenden Spott sind es mittlerweile in München zwei Meisterschaften, ein Pokalsieg und ein Supercupgewinn. Der Henkelpott soll noch folgen. Mit dem Teamplayer Kane, der auf dem Spielfeld teilweise gefühlt alle Positionen außer der des Torhüters einnimmt, ist die Chance darauf alles andere als schlecht.

Was Kane aber zweifellos ebenfalls zu einem sehr aussichtsreichen Legendenkandidaten in München macht, ist seine offene, ausgesprochen zugängliche Art. Die Sympathiewerte bei den Fans sind enorm, vergleichbar mit denen von Chefcoach Vincent Kompany – ein weiterer FCB-Kandidat für den Legendenstatus. Der eher schüchterne Müller hat das Herz der FCB-Anhänger für die Ewigkeit erobert, Lewandowskis eher unterkühlte Art, wie auch sein Abgang nach Barcelona, verhinderten dagegen diesen Status. Bei Harry könnte es aber einmal mehr heißen: Yes, he Kane!

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Bayern Total

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen