Heute Mittag wird Bundestrainer Julian Nagelsmann ganz offiziell den deutschen Kader für die in drei Wochen startende WM bekannt geben. Es könnte dabei zu einem neuen WM-Rekord kommen.
Wie fast immer seit einem halben Jahrhundert wird der FC Bayern auch bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko die meisten Spieler im deutschen Aufgebot stellen. Dieses Mal werden es aber außergewöhnlich viele Kicker des Rekordmeisters sein, natürlich nicht nur deutsche, höchstwahrscheinlich mehr denn je zuvor – und es könnte dabei ein neuer Rekord für alle Turniere seit 1930 herauskommen.
Bis zu dieser WM gehört dieser Rekord dem frisch gebackenen englischen Meister und Champions-League-Finalisten, dem FC Arsenal. Die Gunners hatten für die WM 2006 in Deutschland insgesamt 17 Spieler für ihre jeweiligen Nationalteams abgestellt. Vor der WM 2022 in Katar war der FC Bayern schon kurz davor, diesen Rekord einzustellen. Die schwere Verletzung von Sadio Mané verhinderte dies jedoch. Dennoch waren die 16 nominierten WM-Spieler Vereins- und Bundesligarekord.
Diese beiden Bestwerte hielten die Münchner bereits zuvor: Bei der WM 2014 in Brasilien kickten 15 FCB-Spieler für ihre jeweiligen Nationalmannschaften – sieben davon wurden mit Deutschland am Ende Weltmeister.
Abhängig von Nagelsmanns finaler Kaderentscheidung könnte der FC Bayern aber bei der WM 2026 – trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Serge Gnabry – alle bisher genannten Rekorde übertreffen. Bis zu 19 Münchner Spieler – neun deutsche, zehn internationale – könnten beim Interkontinentalturnier dabei sein.
Ein einziger Bayern-Profi ist kein aktueller Nationalspieler
Von den 19 Feldspielern des derzeitigen Profikaders des FC Bayern ist einzig der portugiesische Europameister von 2016, Raphaël Guerreiro, kein aktueller Nationalspieler. Alle anderen spielen zudem für Länder, die für das Turnier qualifiziert sind. Und dazu kommen noch die Torhüter – die momentan meist diskutierte Personalie.
Nie zuvor waren es in einem deutschen WM-Kader mehr als sieben Spieler aus einem Verein, so auch bei den WM-Siegen 1974 und 2014. Dieses Mal könnten es sogar neun sein: Manuel Neuer, Jonas Urbig, Jonathan Tah, Joshua Kimmich, Tom Bischof, Aleksandar Pavlović, Leon Goretzka, Lennart Karl und Jamal Musiala.
Außerdem sind von ihren Nationaltrainern für das Turnier eingeplant: Harry Kane (England), Michael Olise, Dayot Upamecano (Frankreich), Josip Stanišić (Kroatien), Konrad Laimer (Österreich), Luis Díaz (Kolumbien), Nicolas Jackson (Senegal), Hiroki Ito (Japan), Minjae Kim (Südkorea) und Alphonso Davies (Kanada). Letztgenannter hat sich im CL-Halbfinale gegen PSG eine schwerere Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen. Seine Tanzeinlagen auf der Meisterfeier dürften jedoch den kanadischen Coach positiv gestimmt haben, dass eine WM-Teilnahme durchaus möglich ist.
Auch wenn die Diskussionen nach der offiziellen Bekanntgabe des 26-Mann-Kaders – wahrscheinlich sogar verschärft – weitergehen werden: Danach wird zumindest feststehen, ob und welche Rekorde der FC Bayern damit aufstellen wird.
