Die Wadenverletzung aus dem Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln kommt für Manuel Neuer zur Unzeit. Welche Konsequenzen hat diese Blessur für ihn?
Als sich Bayern-Kapitän Manuel Neuer am Samstag bei der letzten Ligapartie der Saison nach knapp einer Stunde für den 22-jährigen Jonas Urbig auswechseln ließ, ging ein Raunen durch die Münchner Allianz Arena. Nachdem es zuvor nicht die geringsten Anzeichen für eine verletzungsbedingte Auswechslung gegeben hatte, spekulierten die FCB-Fans zunächst auch über eine noble Geste des fünffachen Welttorhüters gegenüber seinem jungen Vereinskollegen.
Schon bald herrschte jedoch Gewissheit: Die in der auslaufenden Spielzeit so häufig lädierte Wade zwickte einmal mehr. Für den 40-Jährigen, der tags zuvor seinen Kontrakt beim Rekordmeister um ein Jahr verlängert hatte, kommt diese – wenn auch leichte – Blessur absolut zur Unzeit. Im vereinsinternen Interview zur Vertragsverlängerung hatte er sich nach sechs Jahren Wartezeit noch tierisch auf das Pokalfinale am kommenden Samstag in Berlin gefreut. Dieses scheint nun aus zweifachem Grund gefährdet zu sein.
Verletzung im Pokalendspiel würde Neuers WM-Aus bedeuten
So verdichten sich die Anzeichen immer mehr, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann den Weltmeister von 2014 doch als seine Nummer 1 zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko mitnehmen könnte, auch wenn er dies im Aktuellen Sportstudio nicht bestätigen wollte. Neuer selbst betonte nach dem 5:1-Kantersieg über Köln, dass er sich auf die Meisterfeier und anschließend das Pokalfinale konzentrieren wolle. Doch ist das nun tatsächlich so?
Die BILD berichtet, dass beim FCB-Kapitän zumindest keine strukturelle Verletzung in der Wade vorliegen soll, womit ein längerer Ausfall bislang kein Thema ist. Allerdings handelt es sich erneut um muskuläre Probleme in der linken Wade, und damit genau die Stelle, die dem 40-Jährigen im Saisonverlauf wiederholt verletzungsbedingte Ausfallzeiten beschert hatte. Dennoch scheint ein Einsatz im Pokalfinale laut BILD möglich zu sein.
Da Neuer damit jedoch das Risiko einer nachfolgend schweren Verletzung eingehen würde, könnte das bedeuten, dass Urbig im Pokalfinale für ihn in der Münchner Startformation stehen wird. Sollte sich Neuer nämlich im Endspiel gegen die Schwaben schwerer verletzen, wäre die WM-Teilnahme mit Sicherheit vom Tisch. Plant der Bayern-Kapitän tatsächlich zum fünften Mal für Deutschland bei einer WM aufzulaufen, wäre ein Verzicht auf das so heiß ersehnte Pokalfinale somit nur vernünftig.
