Ivica Olić schießt Bayern per Hattrick ins CL-Finale – bleibt aber ein trauriger Europapokal-Held

Ivica Olić war in seinen drei Jahren beim FC Bayern eher ein ruhiger Star, dabei bei den Fans äußerst beliebt. Vor 16 Jahren spielte er im Trikot des Rekordmeisters das Spiel seines Lebens.

Denkt man an die Europapokalsaison 2009/10 des FC Bayern, erinnern sich die meisten Fans vor allem an die spektakulären Treffer von Arjen Robben in dessen Premieren-Saison in München. Dabei wird vergessen, dass beim Rekordmeister damals ein anderer Spieler hauptsächlich dafür verantwortlich war, dass man bis ins Endspiel vordringen konnte: Ivica Olić, zu Saisonbeginn ablösefrei vom HSV an die Säbener Straße gewechselt.

Am 27. April 2010 mussten die Bayern im CL-Halbfinal-Rückspiel bei Olympique Lyon antreten. Sie taten dies mit einem 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel, aber ohne den sich in Bestform befindlichen Franck Ribéry, der bereits in der 1. Halbzeit in München des Feldes verwiesen worden war.

Olić-Tore ermöglichen CL-Halbfinaleinzug des FC Bayern

Der Münchner Weg ins erste CL-Halbfinale seit 2001 war ein holpriger. Mehrmals stand der deutsche Rekordmeister ganz kurz vor dem Ausscheiden, sogar schon früh in der Gruppenphase. Es waren nicht zuletzt die Tore von Olić, die das internationale Comeback möglich machten.

In einer Gruppe mit Girondins Bordeaux, Juventus Turin und Maccabi Haifa waren die Bayern nach der 0:2-Heimniederlage gegen Girondins am 4. Spieltag mit lediglich vier Punkten auf der Habenseite quasi schon ausgeschieden.

Wichtige Tore von Olić in der CL-Gruppenphase und gegen Manchester United

Das Tor des kroatischen Nationalspielers zum 1:0-Heimsieg gegen Haifa hielt die Hoffnungen aufrecht, aber auch nur deswegen, weil Bordeaux gleichzeitig den italienischen Rekordmeister zuhause mit 2:0 besiegte. So konnte es am letzten Gruppenspieltag zum Endspiel um den 2. Platz zwischen Juventus und Bayern in Turin kommen.

Die Bayern spielten von der 1. Minute an groß auf in Turin, trotzdem gelang David Trezeguet der Führungstreffer für die „Alte Dame“ (19.). FCB-Torwart Hansjörg Butt glich nach einer halben Stunde per Elfmeter zum Pausenstand von 1:1 aus. Das 2:1 von Olić in der 52. Minute brachte wie entfesselt aufspielende Münchner endgültig auf die Siegesstraße (Endstand: 4:1) und ins CL-Achtelfinale.

Im Viertelfinale gegen ManUnited gut ein Vierteljahr später erzielte der sympathische Kroate nicht nur den frenetisch bejubelten 2:1-Endstand in der Nachspielzeit im Hinspiel in München, er erzielte auch den enorm wichtigen 1:3-Anschlusstreffer kurz vor der Halbzeit in Old Trafford. Arjen Robbens legendäres 2:3 sorgte letztendlich für das Weiterkommen der Bayern ins Halbfinale.

Zwei „Spiele des Lebens“ innerhalb von drei Wochen

Bis zur 26. Minute des Halbfinal-Rückspiels in Lyon war völlig offen, wer ins Königsklassen-Endspiel in Madrid einziehen würde. Dann brachte Ivica Olić die Bayern mit einem Schuss aus der Drehung mit 1:0 in Führung. Olympique musste nun zum Weiterkommen schon drei Tore schießen. An jenem Tag eine zu große Hypothek gegen den FCB, vor allem nachdem die Franzosen nach knapp einer Stunde (Gelb-Rot für Cris) auch noch in Unterzahl agieren mussten. Olić per Flachschuss aus spitzem Winkel zum 0:2 und per Kopf zum 0:3 ließ am Ende nur die Bayern und ihre mitgereisten Fans jubeln.

Nach dem Spiel meinte der Matchwinner: Ich habe nicht geglaubt, dass wir so deutlich gewinnen. Drei Tore in so einem Spiel ist überragend. Wir haben alle gemeinsam gut gespielt. Ich habe gedacht, Manchester sei das Spiel meines Lebens gewesen, aber jetzt war das Halbfinale wieder so ein großartiges Spiel.

Olić mit zwei negativen bis traumatischen CL-Finalerlebnissen

Leider fand die herausragende CL-Saison 2009/10 des sympathischen Kroaten kein Happy End: Im Finale gegen Inter Mailand wurde er in der 74. Minute beim Stand von 0:2 (auch das Endergebnis) für Mario Gómez ausgewechselt.

Noch bitterer verlief für ihn das „Finale dahoam“ 2012: Er wurde in der Verlängerung für den verletzten Ribéry eingewechselt und leitete mit seinem Fehlschuss im Elfmeterschießen die Niederlage ein. Es war sein letztes Spiel im FCB-Trikot.

Bitteres Karriereende in Blau

Vier Jahre später kehrte Olić über die Stationen VfL Wolfsburg und Hamburger SV nach München zurück. Er lief die Saison 2016/17 allerdings in den blauen Farben in der 2. Bundesliga auf. Diese endete mit dem fatalen Abstieg der Löwen in den Relegationsspielen gegen Jahn Regensburg, Ivica Olić beendete daraufhin als 37-Jähriger seine aktive Fußballerkarriere. Trotz dieses „Faux Pas“ blieb „Ivy“ bei den Bayernfans beliebt.

Titelbild: 23. Mai 2010 – leider keine Triplefeier am Marienplatz, aber nach dem verlorenen CL-Finale in Madrid gegen Inter dennoch eine schöne Doublefeier auf dem Münchner Marienplatz.  Ivica auf der Cabriofahrt durch die Münchner Innenstadt dorthin, mit ihm sein Landsmann Daniel Pranjic.

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