Viel Lob von Trainer und Kapitän für viel kritisierten Bayernstar

Doppelpacker Serge Gnabry war beim 4:0-Heimsieg des FC Bayern über Union Berlin der „Man of the Match“. Nach dem Spiel gab es für ihn sehr viel Lob.

Obwohl er der aktuell zweitbeste aktive Torjäger der Ewigen Torschützenliste der Bundesliga ist, sieht sich der deutsche Nationalspieler Serge Gnabry regelmäßig scharfer öffentlicher Kritik ausgesetzt. Seine im Verein gefeierte jüngste Vertragsverlängerung bis 2028 – zu reduzierten Bezügen – gefiel längst nicht jedem Anhänger des FC Bayern. Deren Argument: Immer wenn der 30-Jährige seinen Kontrakt verlängert, fällt er anschließend in ein sportliches Loch. Das exakte Gegenteil scheint nun der Fall zu sein.

In Abwesenheit des verletzten Jamal Musiala nutzte der 57-fache Internationale (25 Tore) seine Chance im Bundesligaspiel gegen Union Berlin und war mit seinen beiden Toren maßgeblich daran beteiligt, dass der Rekordmeister die Partie gegen einen sehr tief stehenden Gegner souverän für sich entscheiden konnte.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel lobte Vincent Kompany seinen Offensivspieler ausdrücklich: „Er ist genauso gut wie unsere anderen Angreifer. Ehrlich gesagt spreche ich immer gerne positiv über Serge, sogar noch mehr als über die anderen“. Dabei erinnerte der FCB-Chefcoach an die zuletzt schwierigen Phasen des 30-Jährigen: „Er war oft verletzt und ausgefallen, und das hat seiner Konstanz vielleicht ein wenig geschadet.“

Teilweise ungerechtfertigte Fan-Kritik

Diese fehlende Konstanz war in jüngerer Vergangenheit immer wieder ein Thema bei Gnabry. Zahlreiche Verletzungen führten zu Leistungsschwankungen, auch dadurch bedingt, dass der Konkurrenzkampf in der Münchner Offensive gewaltig ist, und er so ins zweite Glied gerutscht ist. In solchen Phasen erhielt er von den kritischen Fans als Ausdruck für fehlende Fitness den wenig schmeichelhaften Beinamen „Pummelchen“. Diesen massiven Körperbau hat Gnabry allerdings auch in seinen besten Phasen – wie derzeit.

Trotz seiner angeblich fehlenden Konstanz ist der Bayernstürmer aktuell hinter Andrej Kramaric (136 Tore in 313 Spielen für die TSG Hoffenheim) der zweitbeste aktive Spieler in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga: 99 Tore – ebenso viele wie FCB-Legende Arjen Robben – in 262 Partien, 78 davon für die Münchner (in 213 Spielen). Durchschnittlich zehn Tore pro Saison sind auf seiner Position mehr als beachtlich.

Aktuell präsentiert sich Gnabry sowieso wieder stabil wie in seinen besten Tagen. Gegen die „Eisernen“ war er nicht nur wegen seiner beiden Treffer äußerst auffällig. Er zeigte sich – auch bei der Abwehrarbeit – laufstark, suchte immer wieder den Abschluss und war so ein konstanter Gefahrenherd für die Abwehr der Köpenicker.

Kompany lobt Flexibilität, Kimmich findet Gnabry „überragend“

FCB-Coach Kompany betonte auf der PK ausdrücklich auch die Flexibilität seines Spielers: „Aber insgesamt hat er in dieser Saison immer für uns geliefert, zentral, auf links und manchmal auf rechts.“ Diese Vielseitigkeit macht Gnabry stets zu einem wichtigen Baustein im Bayern-Spiel – gerade wenn mehrere offensive Teamkollegen, gegen Union waren das Jamal Musiala, Luis Díaz und Nicolas Jackson, ausfallen.

Trotz aller Rückschläge hielten die Verantwortlichen in München stets an Gnabry fest. Im Februar verlängerte der FC Bayern den Vertrag des Flügelspielers bis 2028, auch weil er intern sehr hoch im Kurs steht: nicht nur wegen seiner sportlichen Qualitäten, sondern auch aufgrund seiner Bedeutung für das Mannschaftsgefüge. Kompany dazu: „Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, auf dem Platz und in der Kabine.“

Auch Joshua Kimmich, der gegen die Berliner erneut Manuel Neuer als Mannschaftskapitän vertrat, geizte nach der Partie nicht mit Lob für seinen eng vertrauten Kumpel: „Serge ist Wahnsinn, überragend. Zum Glück haben wir seinen Vertrag verlängert.“

Gnabry selbst dachte nach dem souveränen 4:0-Sieg übrigens nicht zuletzt an einen überragenden Mannschaftsrekord, der in Kürze ansteht. Nach 27-BL-Spielen hat der FC Bayern bereits sensationelle 97 Tore (bei 25 Gegentoren) erzielt. Es fehlen nur noch fünf weitere Treffer, um den legendären Torrekord aus der Spielzeit 1971/72 zu brechen. Gerd Müller, Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer & Co. hatten damals 101 Mal getroffen (zu 38).

Dazu der 30-Jährige: „Während der Spiele denkt man gar nicht so sehr an solche Rekorde. Wenn wir ihn dann brechen, werden wir natürlich froh sein und schauen, wie weit wir ihn noch nach oben schrauben können. Dass wir jetzt schon bei 97 Toren stehen, ist wirklich krass, das hätte ich so nicht erwartet. Das zeigt einfach, wie gut unsere Offensive ist.“

2 Kommentare zu „Viel Lob von Trainer und Kapitän für viel kritisierten Bayernstar

  1. Ich bin ein großer Fan von Serge Gnabry, der meiner Meinung nach ein intelligenter und hervorragender Spieler ist.
    Ihn ein Pummelchen zu nennen ist genauso albern wie seinerzeit Gerd Müller als „dickes Müller“, der einen ähnlichen Körperbau hatte. Kraftpakete trifft es eher!

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