Ein kleiner Verein aus Nord-Norwegen mischt gerade die Champions League auf. Ein Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern erscheint mittlerweile nicht mehr unmöglich.
Am Freitag um 12 Uhr findet die Auslosung von Achtel-, Viertel- und Halbfinale der UEFA Champions League 2025/26 statt. Während der FC Bayern in der nächsten Runde Mitte März mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf einen Bundesliga-Konkurrenten trifft, könnte es in der Runde der letzten Acht sogar zu einer Sensation kommen.
Aufgrund des 2024 eingeführten neuen Modus sind die Gegner in den K.-o.-Runden der Champions League einigermaßen vorhersehbar. Es gibt für jede Spielrunde jeweils zwei Tabellen-Nachbarn der Abschlusstabelle der Ligaphase als Option. So wusste der deutsche Rekordmeister nach den acht Ligaspielen, dass er als Zweiter im Achtelfinale auf einen der Sieger aus Atalanta Bergamo (15.) gegen Borussia Dortmund (17.) und Bayer Leverkusen (16.) gegen Olympiakos Piräus (18.) treffen würde.
Die Werkself hat sich gegen den griechischen Meister bereits durchgesetzt (2:0; 0:0). Der BVB besitzt nach dem 2:0-Hinspiel-Sieg in Norditalien auch beste Chancen, das Achtelfinale zu erreichen.
Etwas unübersichtlicher sieht es noch hinsichtlich des möglichen Viertelfinalgegners des FC Bayern aus. Dies könnten der Tabellensiebte Sporting Lissabon und der Achte Manchester City sein. Diese müssen sich vorher noch gegen die Sieger aus Real Madrid gegen Benfica Lissabon und Inter Mailand gegen FK Bodø/Glimt durchsetzen. Vor den Zwischenrunden-Partien rechnete wohl jeder Fußball-Experte damit, dass sich die Münchner im Falle ihrer Viertelfinal-Qualifikation dort ausgerechnet mit den drei Vereinen duellieren müssten, gegen die sie in den letzten drei Wettbewerben ausgeschieden sind: ManCity (2021), Madrid (2024), Inter (2025).
FK Bodø/Glimt sorgt für zahlreiche Überraschungen
Der krasse Außenseiter FK Bodø/Glimt hat diese Spekulationen jedoch ad acta gelegt. Sensationell haben die Norweger den Vorjahresfinalisten aus Mailand mit zwei Siegen (3:1; 2:1) eliminiert. Die moderne Spielidee des skandinavischen Underdogs könnte noch dem einen oder anderen hohen Favoriten Kopfzerbrechen bereiten. Dabei ist diese der Grundidee der Bayern unter Vincent Kompany ziemlich ähnlich: intensives hohes Pressing und dann ein schnelles Umschaltspiel mit vertikalen Pässen in die Tiefe.
Zum ersten Mal überhaupt konnte der Klub aus der norwegischen 43.000-Einwohner-Stadt die Gruppen- oder Ligaphase der Fußball-Königsklasse erreichen – und zahlte dort zunächst Lehrgeld: Nach fünf Spieltagen hatte man lediglich zwei Punkte auf dem Konto, ein Erreichen der Play-off-Spiele erschien unmöglich. Das 2:2 in Dortmund im Dezember, welches beim BVB als Blamage eingestuft wurde, brachte dann die sensationelle Wende. Die anschließenden Partien gegen Manchester City (3:1) und bei Atlético Madrid (2:1) wurden gewonnen und damit die letzten vier Partien gegen Topteams erfolgreich bestritten.
Erstaunlich sind dabei vor allem die erfolgreichen Auswärtsauftritte in Dortmund, Madrid und Mailand. Diese beseitigen nämlich die Vermutung, dass das Erfolgsgeheimnis von Bodø/Glimt hauptsächlich der ungewohnte Kunstrasen im Aspmyra-Stadion, der mit einer Kapazität von lediglich 8.200 Zuschauern kleinsten CL-Spielstätte, ist.
Bereits in der vergangenen Spielzeit setzten die Norweger in Europa eine Duftmarke: In der Europa League musste man sich erst im Halbfinale dem späteren Sieger Tottenham Hotspur geschlagen. Eine negative Überraschung erlebte der Überraschungs-Achtelfinalist der CL jedoch zuletzt in der heimischen Liga: Nach vier von möglichen fünf Titeln seit 2020 musste man 2025 Viking Stavanger den Vortritt lassen. Bedeutet: Nur als CL-Sieger ist Bodø/Glimt 2026/27 wieder für die Königsklasse qualifiziert.
