Ex-Nationalspieler bedauert: „Hätte gerne länger für Bayern gespielt“

Sebastian Rudy kam 2017 als frisch gebackener Confed-Cup-Sieger zum FC Bayern mit Chefcoach Carlo Ancelotti. Dessen Nachfolger sortierte ihn schnell aus.

Der 29-fache deutsche Nationalspieler Sebastian Rudy beendete 2023 seine Karriere als Aktiver. Derzeit kickt er in der Kreisliga A bei der SpG Dilsberg/Bammental II, arbeitet als Scout und treibt seine Trainerkarriere (B-Lizenz) voran. In einem Interview mit der Sport-Website Spox spricht der 35-Jährige über seine Karriere und dabei auch über sein sehr kurzes Intermezzo beim FC Bayern. Dorthin wechselte er nach sieben Jahren bei der TSG Hoffenheim ablösefrei im Sommer 2017. Bereits ein Jahr später verließ er den Rekordmeister nach lediglich 25 Bundesliga-Partien (ein Tor) schon wieder – eine zu kurze Periode in seiner Nachbetrachtung.

Rudy: „Leider ist es nur ein Jahr geworden. Ich hätte gerne länger für den FC Bayern gespielt. Aber das ist immer auch eine Frage der jeweiligen Trainer und Verantwortlichen.“ Vor der Verpflichtung war bereits „klar, dass ich nicht für die Startelf eingeplant bin, aber als Kaderspieler 14 oder 15 meine Einsätze bekommen werde.“ Der gebürtige Baden-Württemberger hatte dabei Pech, dass er in den unruhigen Jahren nach Pep Guardiola an die Säbener Straße kam. Er startete unter dem Italiener Carlo Ancelotti, der früh in der Saison von Jupp Heynckes abgelöst wurde. Dieser stand aber bei seinem vierten FCB-Engagement nur bis zum Saisonfinale zur Verfügung.

Drei Cheftrainer in nur einem FCB-Jahr

Der Ex-Nationalspieler zu seiner Zeit beim Rekordmeister: „In der Anfangsphase der Saison hatte ich auch viel Spielzeit unter Carlo Ancelotti. Leider wurde er dann bald entlassen. In der Vorbereitung 2018 war schnell klar, dass der neue Trainer (Niko Kovač) nicht mit mir plant. Also musste ich handeln. Ich wollte meine Blütezeit nicht auf der Bank verbringen.“

Der damals 28-jährige Rudy zog es dann weiter zum FC Schalke 04, was er jedoch heute als „ein beidseitiges Missverständnis“ bezeichnet: „Es ist nicht nur Schalkes Schuld, dass es schiefgegangen ist – auch ich habe sicherlich dazu beigetragen. Trotzdem habe ich aus dieser Zeit viel mitgenommen. Ich bin als Persönlichkeit gereift und habe gelernt, besser mit Druck umzugehen. Das hat mich abgehärtet.“ Was auch in seinem heutigen Hobby deutlich wird. Denn Rudy absolviert Ultrawanderungen in den Bergen.

Gebürtig in der Eishockey-Stadt Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg spielte der ehemalige deutsche Nationalspieler von 2008 bis 2023 in der Fußball-Bundesliga für den VfB Stuttgart, die TSG Hoffenheim, den FC Bayern, Schalke 04 und zum Karriere-Ausklang noch einmal in Hoffenheim. Er kam in dieser Periode auf 359 Erstliga-Einsätze. Die einzigen Titel seiner Vereinslaufbahn sammelte er in München: 2017 den Deutschen Supercup, 2018 die Meisterschaft.


Titelbild: Thomas Müller, Mats Hummels und Sebastian Rudy: Alle drei deutschen Nationalspieler hatten Probleme mit Kovač.

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