Florian Wirtz: Wechsel zum FC Bayern nie gewünscht?

Nach langer Vorarbeit musste der FC Bayern im Frühjahr 2025 den überraschenden Wechsel von Florian Wirtz zum FC Liverpool verdauen. Dessen Berater hatte offenbar aber andere Pläne. Ein Kommentar.

Der FC Bayern hatte sich jahrelang – vor allem in Person von Ehrenpräsident Uli Hoeneß – um eine Verpflichtung des Leverkusener Nationalspielers Florian Wirtz bemüht. Im letzten Frühjahr waren die Vereinsbosse sehr optimistisch, das Supertalent zur Saison 2025/26 an die Säbener Straße holen zu können, wofür sogar ein Sonderbudget locker gemacht werden sollte. Zu ihrer Ernüchterung entschied sich der 22-Jährige jedoch für den FC Liverpool.

Neben dem englischen Meister und den Münchnern wurde auch Real Madrid als großer Interessent des Nationalspielers gehandelt. Bei den Königlichen hätte Wirtz weiterhin mit Bayer-Meistercoach Xabi Alonso zusammenarbeiten können. Anders als die Medien, insbesondere in der spanischen Hauptstadt, berichteten, bestand an diesem Deal jedoch offensichtlich wesentlich mehr Interesse von der Spieler- als von der Vereinsseite.

Nicht Liverpool und schon gar nicht Bayern: Berater sieht Wirtz in Madrid

Wirtz-Berater Volker Struth verrät nun im BILD-Podcast „Phrasenmäher“, dass er selbst den Wechsel zum Rekord-Champions-League-Sieger gerne in die Wege geleitet hätte und diesbezüglich auch aktiv geworden war: „In der Phase, als es um einen Wechsel zu Liverpool oder Bayern ging, habe ich Xabi Alonso angerufen und ihm gesagt: ‚Du musst den Jungen aus Leverkusen mit zu Real nehmen.‘ Xabi antwortete: ‚Das musst du nicht mir sagen, sondern Florentino Pérez ‚“.

Daraufhin hatte der 59-Jährige tatsächlich eine SMS an den Präsidenten von Real Madrid geschickt: „Lieber Florentino, ich habe es dir schon mehrfach gesagt: Ich habe hier einen Spieler, den ich euch sehr ans Herz legen würde. Florian Wirtz macht jede Mannschaft der Welt besser“, so seine Message. Pérez habe sich daraufhin bei Struth bedankt, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass dafür Generaldirektor José Sanchez zuständig sei. Ein Angebot gaben die Königlichen aus finanziellen Gründen aber nie ab.

„In dem Jahr hat es einfach nicht gepasst aufgrund des Kaders und des Budgets. Auch bei Real Madrid sind die Kassen mal nicht so voll“, erklärt Struth. Erledigt hat sich der Traum von Real Madrid damit aber nicht: „Mein Wunsch bleibt es, dass Florian dort eines Tages spielt.“

Beim englischen Rekordmeister in Liverpool steht Wirtz noch bis 2030 unter Vertrag. Nach einem Stotterstart, der ihm auf der Insel viel Kritik eingebracht hat, ist der Nationalspieler mittlerweile besser in Schwung gekommen. Die sechs Tore und acht Assists in 35 Pflichtspielen sind aber gemessen an seinen Quoten in Leverkusen noch absolut ausbaufähig. Gleichzeitig kursieren auch immer wieder Gerüchte, dass man auch in München das Kapitel Wirtz noch nicht endgültig ad acta gelegt hat.

Volker Struth bestätigt Vorurteile über die gierigen Spielerberater

In jüngerer Vergangenheit gab es – speziell im Kontext der Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano – sehr viele heiße Debatten über die Spielerberater und -vermittler im Profifußball. Ex-FCB-Sportvorstand Matthias Sammer würde sie am Liebsten abschaffen, Uli Hoeneß kündigt ihnen künftig noch mehr Widerstand an. Diese wiederum wehren sich vehement gegen jegliche Kritik, vor allem dass sie auf unseriöse Weise den letzten Cent herauspressen würden.

Volker Struth tut seiner Zunft mit solchen Anekdoten sicherlich keinen Gefallen. Vor allem in München dürften diese Ausführungen wenig Gefallen finden. Außerdem fällt er damit auch seinem Klienten Wirtz in gewisser Weise in den Rücken. Sein ihn beratender Vater hat bei der Entscheidung Pro Liverpool stets betont, dass es sich bei dieser nur um Nuancen gegenüber dem FC Bayern handelte. Real wurde nie erwähnt.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Struth bei seiner Madrid-Kontaktierung unautorisiert oder im Auftrag seines Klienten handelte. Beides hätte aus unterschiedlichem Grund ein faden Beigeschmack.

Struth war bereits 2014 daran beteiligt, Toni Kroos vom FC Bayern zu Real Madrid zu lotsen. Der Ex-Profi war damals mit seinem Gehalt beim Rekordmeister nicht zufrieden, Real zahlte mehr – und der Berater hat dabei bestimmt ebenfalls „königlich“ abkassiert. Hat Struth nun eine absolute Vorliebe für die spanischen Hauptstädter – oder wollte er bei einem von ihm angezettelten Dreikampf zwischen Liverpool, Bayern und Real nicht nur für Wirtz, sondern auch für sich selbst das finanzielle Optimum herausholen?


Titelbild: „Wusiala“: Wollte Wirtz das wirklich ernsthaft?

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