Am Rande des Legends Cups äußerte sich Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit deutlichen Worten zum vergangenen Transfersommer des FC Bayern.
Im Sommer 2025 wurden die Verantwortlichen des FC Bayern vielfach scharf für ihre Personalentscheidungen kritisiert. Hoeneß erinnerte im Interview im SAP Garden mit MagentaTV nun an die Negativ-Schlagzeilen: „Im Sommer wurden wir noch als schlechte Transferspezialisten bezeichnet, angeblich hätten wir nichts gemacht und kein Geld ausgegeben.“ Heute, mit elf Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund und beeindruckenden Rekordserien, seien diese Einschätzungen mehr als überholt.
Die Kaderplanung war aus Sicht des 74-Jährigen wohlüberlegt – auch wenn dies im Herbst anders aussah. „Wir wurden belächelt, weil der Kader angeblich zu klein war“, so Hoeneß rückblickend. Doch genau diese Engpass-Situation habe jungen Spielern Chancen eröffnet. Der Verein habe sich bewusst gegen teure Last-Minute-Zugänge entschieden, auch wenn das medial anders bewertet wurde: „Wenn all die Spieler, die uns angeboten wurden, gekommen wären, gäbe es heute keinen Platz für diese jungen Spieler.“
Das Paradebeispiel dafür ist Lennart Karl. Der 17-Jährige ist der Shooting-Star der laufenden Bundesliga-Saison und wird Bundestrainer Julian Nagelsmann bereits von zahlreichen Experten wärmstens für den WM-Kader empfohlen. Ohne die gezielt schmal gehaltenen Kaderstruktur wäre diese Entwicklung wohl nicht möglich gewesen.
Professionelle Reaktion von Kompany und aufstrebende Talente
Dabei fielen die Transferentscheidungen an der Säbener Straße nicht immer leicht, auch Chefcoach Vincent Kompany hatte einige Bedenken. Laut Hoeneß habe dieser aber absolut professionell reagiert, selbst wenn er über einige fehlgeschlagene Transfers enttäuscht war: „Er hat die Ärmel hochgekrempelt – und das Ergebnis sehen wir jetzt.“
Der FCB-Transfersommer 2025 lieferte den Medien einige große Themen: Die verpassten Verpflichtungen der deutschen Nationalspieler Florian Wirtz und Nick Woltemade, ein später vom mächtigen Aufsichtsrat vorgegebene Kurswechsel und die teure Leihe von Nicolas Jackson sorgten für massive Unruhe. Doch Hoeneß sieht darin keine Fehler, sondern gezielte Entscheidungen. Vor allem das Festhalten an einem schlankeren Kader und das Vertrauen in Talente wie Karl, Tom Bischof, Wisdom Mike, Felipe Chávez oder David Santos Daiber sieht der Weltmeister von 1974 als Erfolgsfaktor.
Abschließend verdeutlicht Hoeneß noch einmal klipp und klar: „Wir haben den Kader bewusst klein gehalten und nicht die vielen teuren Spieler geholt, die vor allem von den Medien gefordert wurden.“ Dieser Kurs hat sich bislang mehr als bewährt. In der Bundesliga ist dem Rekordmeister der 35. Meistertitel der Vereinsgeschichte quasi nicht mehr zu nehmen, nach drei Jahren Pause steht man wieder einmal im Viertelfinale des DFB-Pokals und in der Champions League hat man sich mit Platz 2 nach sechs Spieltagen auch ausgezeichnet in Position gebracht.
