Sie zählten zuletzt immer zu den Erstgenannten, wenn es um die FCB-Abschiedskandidaten ging, in Köln waren sie jedoch entscheidend am Sieg beteiligt: Minjae Kim und Leon Goretzka.
Der 3:1-Sieg des FC Bayern im schwierigen Auswärtsspiel beim 1. FC Köln war keiner, bei dem die großen Stars des Rekordmeisters so richtig glänzen konnten. Luis Díaz und Michael Olise trugen zum Erfolg zwar jeweils einen Assist bei, aber speziell der französische Nationalspieler zeigte eine seiner schwächeren Leistungen im FCB-Trikot. Harry Kane war sogar an keinem Münchner Treffer direkt beteiligt, rackerte stattdessen auf bemerkenswerte Weise in der Defensive.
Überzeugen konnten zwei andere Bayern-Spieler, die sportlich seltener im Fokus stehen und medial derzeit spätestens in der Sommertransferperiode als Abschiedskandidaten von der Säbener Straße betrachtet werden. Als der FC Bayern in der zweiten Spielhälfte immer dominanter wurde, blieben die Domstädter bei Kontern weiterhin gefährlich, etwa nach 56 Minuten: Jakub Kaminski lief nach einem weiten Ball frei auf Manuel Neuer zu, doch Minjae Kim holte den Polen im letzten Moment noch ein und klärte in höchster Not.
Minjae Kim „Man of the Match“ in Köln
15 Minuten später sorgte der südkoreanische Nationalspieler auch auf der Gegenseite für ein Highlight. Nach einer sehenswerten Seitenverlagerung von Luis Díaz köpfte Hiroki Ito den Ball von der Grundlinie vors Tor, wo der 29-Jährige den Ball zur erlösenden 2:1-Führung einköpfte. „Ich habe mich sehr für Minjae gefreut. Er war der „Man of the Match“ und hat ein überragendes Spiel gemacht“, lobte ihn Abwehrkollege Jonathan Tah nach der Partie vollkommen zurecht.
Auch Leon Goretzka, der wieder anstelle von Tom Bischof neben Aleksandar Pavlović in der Zentrale begann, konnte mit seiner Robustheit in dem sich entwickelnden Kampfspiel überzeugen. Der agil auftretende Nationalspieler war so auch der Ausgangspunkt des Weltklasse-Ausgleichstreffers von Serge Gnabry, als er Olise per Steckpass freispielte.
Der 67-fache deutsche Nationalspieler nimmt im Kompany-System eine andere defensivere Rolle als der frühere Box-to-box-Spieler ein. Auch wenn er zuletzt gegen den VfL Wolfsburg mit einer bemerkenswerten Energieleistung für den 8:1-Endstand sorgte, reduzieren sich dadurch seine Torbeteiligungen, was ihm regelmäßig Kritik beschert.
Goretzkas WM-Chancen absolut intakt
FCB-Chefcoach Vincent Kompany hat stets den außergewöhnlichen Charakter und die Willensstärke Goretzkas gelobt, dieser steht zwar beim Rekordmeister nicht mehr derart im Fokus wie in der Triple-Saison 2019/20, ist aber nach wie vor ein wichtiger Pfeiler der aktuellen Rekord-Bayern. Bei den bisherigen 27 Pflichtspielen stand er immerhin 25 Mal auf dem Platz, die weniger werdenden CL-Minuten sind auch der ausgezeichneten Konkurrenz mit Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlović und Tom Bischof geschuldet.
Keineswegs scheint Goretzkas WM-Nominierung aufgrund fehlender Einsatzzeiten beim FC Bayern gefährdet, wovon überraschend häufig berichtet wird. Seit Bundestrainer Julian Nagelsmann ihn im März 2025 in die Nationalmannschaft zurückgeholt hat, hat der robuste Mittelfeldspieler alle zehn Länderspiele bestritten, sechsmal über die volle Spielzeit.
Der spezielle Teamgeist bei Kompanys Bayern
Im Grunde genommen hat in der bisherigen Rekord-Spielzeit des FC Bayern noch kein einziger Spieler enttäuscht. Wenn die Spielminuten einmal weniger wurden, lag dies vor allem daran, dass andere zu dem Zeitpunkt schlichtweg noch besser waren. Minjae, Goretzka, aber auch Nicolas Jackson, Raphaël Guerreiro und zwischenzeitlich Bischof haben diese Situation jeweils immer akzeptiert.
Diese Art von Teamgeist gehört auch zu den wichtigen Erfolgsgeheimnissen einer großartigen Mannschaft. Wohin überbordender Egoismus führt, demonstriert gerade Real Madrid auf nicht nachahmungswürdige Weise. Dagegen sollte man zum jetzigen Zeitpunkt keinen einzigen Spieler des FC Bayern im nächsten Sommer schon als sicheren Abschiedskandidaten sehen.
