Zwei Tage lang hat Daniel Peretz beim HSV gestreikt. Der vom FC Bayern ausgeliehene Keeper verweigerte das Teamtraining und trainierte stattdessen allein im Kraftraum.
Nachdem er am Wochenende zum Trainingsauftakt des Hamburger SV im neuen Jahr noch gestreikt hatte, deutet sich nun laut neuesten BILD-Informationen nicht für den israelischen Nationaltorwart, sondern für alle involvierten Parteien eine akzeptable Lösung an. Daniel Peretz soll aller Voraussicht nach sogar noch am Montagabend nach England abreisen können. Demnach arbeiten derzeit vier Parteien an einem vertraulichen Deal: Der HSV, der FC Bayern, das Umfeld von Peretz sowie der englische Zweitligist FC Southampton, der den Keeper umgehend ausleihen will.
Die Geschichte hatte laut BILD bereits Mitte Dezember begonnen. FCB-Sportvorstand Max Eberl und der damalige HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz sollen sich mündlich darauf geeinigt haben, die Peretz-Leihe im Winter abzubrechen. Die Bedingung dabei war, dass der 25-Jährige auch nach der Winterpause nicht die Nummer eins beim ehemaligen Bundesliga-Dino wird. Ganz so, wie es nun auch aussieht.
Nach Kuntz-Rücktritt nehmen sich die Nachfolger die Peretz-Angelegenheit vor
Schriftlich fixiert wurde allerdings zum Leidwesen des 10-fachen Nationalspielers nichts und Kuntz handelte bereits um Weihnachten mit dem Hamburger Aufsichtsrat die Details seines anstehenden Rücktritts aus, so dass die Causa Peretz in den Hintergrund rückte.
Mittlerweile haben nun jedoch der HSV-Sportdirektor Claus Costa und Vorstand Eric Huwer die Angelegenheit nach dem Kuntz-Ausscheiden übernommen. Die Hamburger Bosse stellen dabei klar, dass es nicht ohne Kompensation gehen wird, wenn der Leih-Keeper aus München im Winter die Hanseaten schon wieder verlässt. Das entsprechende Modell scheint jetzt vorhanden zu sein.
Demnach wird der Hamburger SV für die bislang halbjährliche Peretz-Leihe nichts an die Säbener Straße zahlen. Ursprünglich war ein Modell mit mehreren Variablen vereinbart worden: Eine Grundsumme, die sich bei regelmäßigen Einsätzen verringert, dazu eine Bonus-Zahlung, wenn der Aufsteiger den Bundesliga-Klassenerhalt schaffen sollte. Zum Saison-Ende sollte alles in einer Summe abgerechnet werden, die sich laut BILD in einer „Größenordnung von 400.000 bis 500.000 Euro bewegt“ hätte.
Southampton-Einstieg mit vier Gewinnern?
Nun kommt der FC Southampton ins Spiel, mit dem sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße bereits darauf verständigt haben soll, dass er eine höhere Leihgebühr überweisen wird als es die Hamburger für die noch ausstehenden sechs Monate getan hätten. Ein Deal mit vielen Gewinnern: Der englische Zweitligist bekommt den benötigten neuen Keeper, welcher selbst die Hoffnung auf den schon in Hamburg erwarteten Nummer-eins-Status hegt. Der FCB macht kein Minusgeschäft und setzt darauf, dass Peretz endlich Spielpraxis erhält. Der HSV muss für die gesamte Peretz-Leihe nichts zahlen.
Jetzt benötigt der frühere Deutsche Meister (zuletzt in der Saison1982/83) lediglich noch einen gleichwertigen Ersatz für den Israeli. Wenn die Details des neuen Deals nun auch schriftlich fixiert sind, könnte sich Daniel Peretz noch am Montagabend in ein Flugzeug Richtung Southampton setzen.
