Wie Vincent Kompanys Truppe beim 4:0 in Heidenheim runden auch die Frauen des FC Bayern eine überragende Serie bis zur Winterpause mit einem souveränen Sieg ab. Es gibt einige Parallelen.
Im letzten Pflichtspiel des Jahres 2025 gewannen die ersatzgeschwächten Frauen des FC Bayern – unter anderem fehlte Giulia Gwinn – beim Tabellen-Siebten der Bundesliga Bayer Leverkusen letztendlich souverän mit 3:0. Franziska Kett brachte die Münchnerinnen in der 16. Minute nach einer herrlichen Kombination über Pernille Harder und Jovana Damjanovic mit einem satten Schuss von der Strafraumkante in Führung.
Harder hatte nur wenig später die Möglichkeit auf ein komfortables 2:0, doch sie scheiterte mit dem an ihr selbst verursachten Elfmeter an Friederike Repohl. Der dritte vergebene Elfmeter der FCB-Mädels innerhalb von wenigen Tagen. Momoko Tanikawa (75.) und Georgia Stanway (86.) machten es dann vom Punkt besser und schossen den FC Bayern zum standesgemäßen 3:0-Sieg. Das Foul bei der Entstehung des Strafstoßes der Japanerin war allerdings leicht außerhalb, ohne VAR für das Schiedsrichtergespann jedoch schwer zu erkennen.
Die Damen des FC Bayern gehen somit nach 14 Spieltagen (die Partie in Leverkusen war das erste Rückrundenspiel) als souveräner Spitzenreiter in die Winterpause: 13 Siege bei lediglich einem Unentschieden und 54:4 Toren lassen dem einzigen ernsthaften Titel-Kontrahenten aus Wolfsburg nur wenig Hoffnung dies in den verbleibenden zwölf Partien noch zu ändern.
Zum Jahresabschluss: Sehr ähnliche Topserien der FCB-Frauen und -Männer
Parallel zu ihren männlichen Kollegen beim FC Bayern spielten die Doublesiegerinnen der Vorsaison eine famose Serie bis zur Winterpause: Wettbewerbsübergreifend 20 Siege in 23 Spielen, zwei Unentschieden, eine Niederlage – 77:19 (+58) Tore. Die Bilanz ist der der FCB-Profis von Kompany verblüffend ähnlich (25 Spiele / 22 S – 2 U – 1N, 85:24 (+61) Tore).
Die FCB-Frauen haben sich als Liga-Vierter der Champions League bereits direkt für das Viertelfinale im März 2026 qualifiziert, die Männer stehen nach sechs von acht Spieltagen kurz vor dem direkten Einzug ins Achtelfinale. Beide kassierten beim Königsklassen-Spitzenreiter die einzige Saisonniederlage: Die Herren beim 1:3 in London gegen den FC Arsenal, die Damen bei der deprimierenden 1:7-Klatsche am 1. Spieltag bei der Übermannschaft in Barcelona. Beide Münchner Teams wollen daraus lernen und es im Wiederholungsfall in den entscheidenden KO-Spielen (viel) besser machen.
Beide Mannschaften stehen zudem im Viertelfinale des DFB-Pokals: Die Truppe von José Barcala ist dabei als Titelverteidiger beim Hamburger SV hoher Favorit, Kompanys Team sollte im Heimspiel gegen RB Leipzig auch beste Chancen haben, nach gefühlt unendlichen sechs Jahren wieder ins Pokal-Halbfinale einzuziehen.
Noch eine Parallele der zwei Vorzeigeteams des FC Bayern: Beide konnten in der Bundesliga sehr überraschend den Tabellenletzten zuhause nicht besiegen: Den Männern passierte dieses „Malheur“ jüngst beim 2:2 gegen Mainz 05, noch unerwarteter war jedoch das 0:0 der Frauen gegen Carl Zeiss Jena schon früh in der Saison. Die einzigen zwei Verlustpunkte in der Liga.
Aussicht der beiden FCB-Teams
Viele Experten gratulieren bereits in diesem frühen Stadium der Saison beiden Mannschaften des FC Bayern zum nationalen Titel. Das wirkt jeweils verfrüht, zum Jahresende 2025 kann man aber bei realistischer Einschätzung mit Fug und Recht behaupten, dass sich beide Teams auf dem Weg zur nächsten Meisterschaft nur selbst schlagen können. Viel zu dominant ist das nationale Auftreten als dass die Konkurrenz wirklich gefährlich werden könnte.
Im Pokal, der bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, haben die FCB-Frauen wohl eine bessere Chance auf die Titelverteidigung als die Männer auf ihren insgesamt 21. Pokalsieg der Geschichte nach sechs Jahren Pause. Das liegt jedoch einzig daran, dass die Leistungsdichte im Männerfußball größer ist und im Pokal eine unglücklich verlaufende Partie alle Träume schnell beenden kann.
In der Königsklasse sieht es dagegen etwas anders aus, auch wenn die FCB-Frauen bereits im Viertelfinale stehen und die Männer sich noch für das Achtelfinale qualifizieren müssen, was durch die doppelte Anzahl der teilnehmenden Vereine (36 zu 18) bedingt ist: Ruft Kompanys Team in den entscheidenden Spielen der KO-Phase sein komplettes Leistungspotenzial ab, gehört es fraglos zu den drei, vier Topfavoriten. Dies ist bei Barcalas Mannschaft nicht der Fall, im Frauen-Wettbewerb sind Barcelona und Olympique Lyon die „Übermannschaften“. Dass dies jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Titelgewinn eines dieser beiden Teams sein muss, hat der Arsenal-Triumph 2024/25 bewiesen.
