Durch den 3:0-Sieg über das norwegische Topteam Valerenga haben sich die Frauen des FC Bayern bereits für das Viertelfinale der Champions League qualifiziert. Der Weg zum Triumph ist jedoch noch sehr weit.
Während der deutsche Dauerrivale VfL Wolfsburg nach der 1:2-Heimpleite gegen den FC Chelsea in die Play-offs der Königsklasse muss, können sich die Frauen des FC Bayern nach dem souveränen 3:0-Sieg im Campus-Stadion über Valerenga IF nach der Ligaphase über den direkten Viertelfinaleinzug freuen. Der Sieg über die Norwegerinnen ermöglichte am 6. und damit letzten Spieltag den dafür notwendigen Sprung von Platz 6 auf 4 der Abschluss-Tabelle.
Der Modus der Frauen-Champions-League folgt ab dieser Spielzeit dem der Männer – in einer abgespeckten Version: In der Ligaphase treten 18 Vereine (36 bei den Männern) zu jeweils sechs (acht) Partien an. Die ersten Vier (Acht) qualifizieren sich für das Viertelfinale (Achtelfinale). Während sich bei den männlichen Profis in den Play-offs die Plätze 9 bis 24 noch für das Achtelfinale qualifizieren müssen, sind es bei den Frauen die Plätze 5 bis 12, die die vier restlichen Viertelfinalplätze ausspielen.
Ab dem Viertelfinale gibt es nur noch absolute Topgegner
Während die Wölfinnen in der Zwischenrunde auf Juventus Turin treffen, können die Münchnerinnen nun auf ihren Viertelfinalgegner warten. Es wird entweder Manchester United (6. der Ligaphase) oder Atlético Madrid (11.) sein. Dies alles ergab die Auslosung am Donnerstagmittag im House of European Football in Nyon. Das Hinspiel findet am 24./25. März in Manchester oder Madrid statt, das Rückspiel am 1./2. April in München.
Im Falle der Qualifikation für das Halbfinale käme es dann für die Mädels des FC Bayern knüppeldick. Dort würden sie wohl auf den FC Barcelona treffen, das einzige Team, dem sie in dieser Saison bislang in 22 Pflichtspielen unterlegen waren – und zwar hoffnungslos: Mit sage und schreibe 1:7 ging man am 1. Spieltag der Frauen-Königsklasse in der katalanischen Hauptstadt baden. Die Barça-Frauen gelten zuvor auch in einem wahrscheinlichen Viertelfinal-Clásico gegen Real Madrid als hohe Favoritinnen.
Deutsches Finale eher unwahrscheinlich, spanische Woche nicht
Gegen den VfL Wolfsburg wäre ein Aufeinandertreffen frühestens im Finale in Oslo möglich. Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte aber nicht allzu groß sein. Denn auf den früheren BL-Serienmeister aus Niedersachsen wartet im Viertelfinale Olympique Lyon, der Rekordsieger der Frauen-CL (8). Gelingt den Bayern-Mädels im Semifinale das schier Unmögliche gegen Barcelona, wartet im Endspiel wohl das Team, gegen welches man in der Vorbereitung auf die Saison die einzige Niederlage erlitten hat (1:4).
Der spanische FCB-Coach José Barcala, dem im Frühjahr möglicherweise spanische Wochen bevorstehen, zur Viertelfinal-Auslosung: „Wir respektieren jeden Gegner, erst recht in dieser Phase der Champions League. Beide Teams, Atlético Madrid und Manchester United, haben die Qualität, dich herauszufordern und zu bestrafen.“
Der 44-Jährige weiter voller Selbstbewusstsein: „Wir vertrauen jedoch auf unsere Stärken und unsere Mentalität. Egal wer von beiden sich am Ende durchsetzt, wird auf eine FC Bayern-Mannschaft treffen, die bereit ist sich zu messen. In einem Viertelfinale gibt es keinen einfachen Gegner. Wir werden die Play-off-Spiele genau beobachten, unser Fokus bleibt am Ende aber bei uns selbst, unserer Identität, unseren Standards und jenen Details, die wir selbst beeinflussen können.“ Dies gilt dann natürlich auch für mögliche weitere Runden.
