Die überraschenden Vorgaben des FC Bayern für das Wintertransferfenster

Viel kritisiert ist ein Kalkül des FC Bayern vor dem Saisonstart komplett aufgegangen und findet nun seine Fortsetzung bei den Personalplanungen im Winter.

Auch wenn er in den letzten Jahren ein paar Mal davon abgewichen ist, ist der FC Bayern grundsätzlich kein Verein, der hektisch in der Wintertransferperiode nachrüstet. An dieser Tradition halten die Verantwortlichen an der Säbener Straße auch in dieser Saison fest. Während zum Beginn der Spielzeit intensiv über die geringe Kadergröße diskutiert wurde, selbst Führungsspieler wie Harry Kane und Joshua Kimmich äußerten ihre Zweifel, haben sich diese inzwischen völlig in Luft aufgelöst. Die überragende sportliche Entwicklung gibt den Entscheidungsträgern recht und nimmt somit dem Wintertransferfenster aus Münchner Sicht jegliche Brisanz.

Dabei wurde die Personalsituation vor der Saison von vielen Experten äußerst kritisch beäugt. Diese bezeichneten – nicht zuletzt aufgrund der Langzeitverletzten Jamal Musiala, Alphonso Davies und Hiroki Ito – den Kader als (viel) zu klein, um die stets hohen Erwartungen des Rekordsmeisters in allen Wettbewerben erfüllen zu können. Diese Bedenken haben sich mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf verflüchtigt.

Erfolge bestätigen den vor der Saison festgelegten Kurs

In der Bundesliga dominiert der deutsche Rekordmeister die Konkurrenz und führt die Tabelle nach vierzehn Spieltagen mit neun Punkten Vorsprung an. Im DFB-Pokal ist man erstmals seit drei Jahren wieder im Viertelfinale und auch in der Champions League ist die Ausgangssituation – fünf Siege in sechs Partien – hervorragend, um sich mit einer Topplatzierung direkt für das Achtelfinale zu qualifizieren.

Laut Sport1 haben die Bayern-Bosse längst klar festgelegt, dass es im Januar keine Transfers geben wird – weder auf der Zugangs- noch auf der Abgangsseite. Diese Entscheidung ist nicht zuletzt ein großes Zeichen des Vertrauens in die aktuelle Struktur und die Arbeit von Vincent Kompany.

Dass die Bayern komplett auf Winter-Neuzugänge verzichten, ist dem Umstand zu verdanken, dass das vor der Saison noch kritisierte Kalkül, dass Hiroki Ito, Alphonso Davies und Jamal Musiala für die Rückrunde wieder zur Verfügung stehen werden, tatsächlich aufgegangen ist. Ito und Davies haben bereits ihre ersten Einsatzminuten bekommen, Musiala ist nun wieder ins Mannschaftstrining eingestiegen. Auch ist man bislang in dieser Spielzeit von gravierenden Verletzungen verschont geblieben.

Turbostart von Lennart Karl und Verkaufsverbot

Dazu kommt noch die sensationelle Entwicklung von Eigengewächs Lennart Karl, der sich in den vergangenen Wochen nicht nur festgespielt, sondern sogar zum Stammspieler wurde und sich mittlerweile sogar Hoffnungen auf einen Platz im deutschen WM-Kader machen kann. Der 17-Jährige war schon zum Saisonstart Teil der FCB-Planungen, dass er derart durchstarten würde, haben aber wohl selbst die kühnsten Optimisten an der Säbener Straße nicht erwartet.

Überraschender ist derzeit wohl eher das eindeutige „Verkaufsverbot“ im Winter. Zuletzt kursierten immer wieder Gerüchte über frühzeitige Abschiede von Raphaël Guerreiro, Minjae Kim und Leon Goretzka. Sacha Boey wurde fast schon als fixer Winterabgang gesehen. Dagegen setzt man nun beim Rekordmeister ein klare Botschaft: Der Kader bleibt zusammen, um die ambitionierten Ziele in allen Wettbewerben nicht zu gefährden.

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