Vincent Kompany lachte am Wochenende noch den Messi-Vergleich von Lennart Karl weg, andere Protagonisten im Verein lassen diesen jedoch nicht ganz so unrealistisch erscheinen.
Lennart Karl ist der Shootingstar der laufenden Bundesliga-Spielzeit. Der 17-jährige Offensivspieler des FC Bayern spielt sich selbst beim überragend besetzten Rekordmeister immer mehr in den Vordergrund und auch in der deutschen U21-Nationalmannschaft begeisterte er zuletzt mit drei Toren in den zwei Spielen gegen Malta und in Georgien. Der frühere Bayernspieler (1988 bis 1994) und 1990-Weltmeister Olaf Thon verglich den 1,68m kleinen Dribbler jüngst gar mit Lionel Messi, was FCB-Chefcoach Vincent Kompany bei der PK nach dem 6:2-Kantersieg über Freiburg mit einem Lachen quittierte.
Ganz offensichtlich ist, dass Karl ein Spieler ist, der enormes Selbstvertrauen auf den Platz, aber auch neben dem Platz zeigt. Auch am Samstag beim 6:2 im Heimspiel gegen den SC Freiburg: Bayern lag früh mit 0:2 zurück und dann nahm ausgerechnet der Youngster mit seinen erst 17 Jahren das Spiel in die Hand, holte sich Bälle tief in der eigenen Hälfte ab, dribbelte, suchte den Abschluss.
Nach Bayern-Rückstand dreht 17-jähriger Karl das Spiel
Kein Wunder, dass er für den 1:2-Anschlusstreffer verantwortlich war – dies nach einer überragende Ballan- und -mitnahme in Bedrängnis und mit einem Abschluss mit seinem schwächeren rechten Fuß. Das 2:2 von Michael Olise legte er mustergültig auf und kurz nach der Pause hätte er sogar noch das schnelle 3:2 erzielt, wenn nicht zuvor Josip Stanišić im Abseits gestanden wäre.
Neben Thon haben sich zuletzt viele andere Experten sehr positiv über Lennart Karl geäußert. Aber auch seine Teamkollegen sind begeistert von der Performance des Youngsters. „Ich habe noch keinen Mitspieler mit so viel Selbstvertrauen in diesem Alter erlebt. Ein geiler Zocker. Es macht so viel Spaß mit ihm. Da habe ich nur gute Worte über ihn“, so beispielsweise Aleksandar Pavlović über den 17-Jährigen. Dieser war selbst einst FCB-Campus-Spieler. Sein Aufstieg war jedoch nicht ganz so steil wie der von Karl jetzt, aber dennoch sind die Situationen vergleichbar.
Karl selbst scheint mit dem zunehmenden Hype ziemlich locker umgehen zu können. Er will einfach nur zocken, will sich zeigen, will Einsatzminuten sammeln. Alles andere kommt dann fast von alleine. Und ein Vergleich mit Messi stört ihn keineswegs, bei seinem Selbstvertrauen könnte es sogar sein, dass ihn dieser noch zusätzlich motiviert. Der Stern des Argentiniers ging in Barcelona fast genau im selben Alter, wie es Karl nun hat, auf.
