Lewandowski – Barça – FC Bayern: Die skurrilen Gerüchte reißen nicht ab

Der Wechsel von Robert Lewandowski im Sommer 2022 vom FC Bayern zum FC Barcelona sorgt immer noch für viel Aufregung und zahlreiche Spekulationen. Dazu ein Kommentar.

Die Verantwortlichen des FC Bayern ließen ihren Toptorjäger Robert Lewandowski in der Sommertransferperiode 2022 nur äußerst ungern zum internationalen Rivalen FC Barcelona ziehen. Wenigstens konnte man an der Säbener Straße mit der ausgehandelten finanziellen Entschädigung für den damals 34-Jährigen zufrieden sein: Kolportierte 45 Millionen Euro plus die mittlerweile üblichen Bonuszahlungen, wenn der wechselnde Spieler beim neuen Verein gewisse persönliche Ziele erreicht.

Nachdem der katalanische Topclub seit vielen Jahren in einer ernsthaften Finanzkrise mit zahlreichen Auflagen, aber auch Strafzahlungen steckt, dennoch permanent seine Fühler nach teuren Klassespielern ausstreckt, wurde in der Vergangenheit häufig auch darüber spekuliert, ob die (Raten-)Zahlungen für den polnischen Weltklassestürmer bereits (komplett) beim deutschen Rekordmeister eingetroffen wären. Die schlechte Zahlungsmoral des FC Barcelona ist in der gesamten Fußballwelt berühmt-berüchtigt.

Kurioses Szenario: FCB-CEO widerspricht Barça-Präsident

Die spanische Sport-Boulevardpresse hat diese Gerüchte zuletzt auch permanent befeuert. Sport berichtete gar, dass Barça anderen Vereinen insgesamt noch 159 Millionen Euro schulden würde, unter den Gläubigern befände sich auch der FC Bayern mit einer erklecklichen offenen Summe für Lewandowski. Bestätigungen und Dementi folgten in der öffentlichen Berichterstattung in kurzen Abständen. Joan Laporta, der Präsident des katalanischen Hauptstadtvereins, musste jedoch im Oktober auf der Jahreshauptversammlung des FC Barcelona die Richtigkeit der noch zu begleichenden Schulden bestätigen. Darunter waren 10.688.000 Euro an den FC Bayern.

Sehr kurios, dass der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern AG, Jan-Christian Dreesen, wiederum nur wenige Wochen später auf der JHV der Münchner auf Nachfrage eines Mitglieds erklärte, dass die Lewandowski-Ablöse bereits komplett bezahlt worden sein soll. Passierte dies kurzfristig zwischen den Versammlungen der beiden europäischen Topvereine oder wollte der FCB-CEO mit seiner ganz knapp gehaltenen Antwort („ist alles bezahlt“) nur die öffentliche Diskussion ein für alle Mal beenden? Auch die Verantwortlichen an der Säbener Straße hätten natürlich erklären müssen, warum das Geld noch nicht auf dem eigenen „legendären Festgeldkonto“ gelandet ist.

Barça-Mogelei bei den Bonus-Zahlungen für den FC Bayern?

Bei den neuesten Gerüchten über fällige Zahlungen von Katalonien nach Bayern geht es nicht mehr um ganz so hohe Beträge, aber dafür um angebliche durchaus dubiose Vermeidungsversuche der Barça-Vorstände, darunter wenig erstaunlich Laporta, was die Zahlung von vereinbarten Bonusbeträgen betrifft: „Robert, wir möchten, dass du in den letzten Spielen keine Tore mehr schießt.“ So steht es im neuen Buch „Lewandowski. Der Echte“ des polnischen Journalisten Sebastian Staszewski geschrieben.

Hintergrund ist eine angeblich vereinbarte Bonus-Zahlung über 2,5 Millionen Euro für den Fall, dass Lewandowski in der spanischen Liga 25 und mehr Tore schießt. Der FC Barcelona stand zu dem Zeitpunkt in der Spielzeit 2022/23 – noch zwei LaLiga-Partien waren zu spielen – bereits als Meister fest, der Pole war mit 23 Treffern in der Torschützenliste quasi nicht mehr einzuholen. Obwohl er sich sehr über die Aufforderung verwundert gezeigt haben soll, stellte er selbst das Toreschießen tatsächlich ein. Die zweieinhalb Millionen Euro blieben dementsprechend in Barcelona. Das gesamte Szenario ist irgendetwas zwischen dubios, mafiös und Wettbewerbsverzerrung.

Frühere Medienmeldungen passen nicht zu den neuesten Enthüllungen

Noch merkwürdiger erscheint die beschriebene Situation, wenn man sich Meldungen aus den Jahren 2023 und 2024 ins Gedächtnis ruft, nach welchen der FC Barcelona sehrwohl Bonuszahlungen für jeweils 25 Saisontreffer von Lewandowski nach München überwiesen haben soll. Allerdings wurde damals in diesem Kontext nicht von den erforderlichen Liga-Toren, sondern von den gesamten Pflichtspieltore als Maßstab berichtet.

In beiden Spielzeiten konnte der Ex-Bayernstürmer diese Anzahl erreichen, jeweils 1,25 Millionen Euro sollen deshalb auf das FCB-Festgeldkonto geflossen sein. In der im Buch beschriebenen Saison sogar insgesamt 2,5 Millionen Euro, weil Lewandowski eben mit den 23 Liga-Toren Torschützenkönig wurde. Auch für diesen Titel soll eine Bonus-Zahlung von 1.25 Millionen Euro zwischen den Vereinen vereinbart worden sein.

Über die Zahlungen nach Lewandowskis Wechsel von München nach Barcelona gab und gibt es immer wieder viele widersprüchliche Meldungen. Die polnischen Buch-Informationen können eigentlich nur vom Spieler selbst kommen. Der haut damit aber seinen Noch-Verein arg in die Pfanne: Ist das bereits ein Indiz dafür, dass er die Katalanen baldmöglichst verlassen wird, gar schon im Winter?

Auch die Bayernfans würden nun gerne wissen: Für was bekommt (bekäme) der deutsche Rekordmeister vereinbarungsgemäß tatsächlich Bonuszahlungen: Für 25 Pflichtspieltore und(!) für 25 LaLiga-Tore? Das wäre ein sehr merkwürdiger Deal. So erscheint es durchaus möglich, dass noch wesentlich mehr ans Licht kommen wird, wenn der polnische Rekordnationalspieler die Katalanen einmal verlassen haben wird. 2026 wird dies wohl früher oder später der Fall sein.

Ein Kommentar zu “Lewandowski – Barça – FC Bayern: Die skurrilen Gerüchte reißen nicht ab

  1. Äußerst kurios. Bin mal gespannt, ob nächstes Jahr bekannt wird, wie sich die Sachverhalte tatsächlich darstellen.
    Im Zweifel vertraue ich eher auf die Ausführungen von Lewandowski als von Barça.

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