Warum Fußball-Deutschland Erling Haaland die Daumen drücken muss

Die WM-Qualifikation geht ihrem Ende zu, Fußball-Deutschland schielt dabei mit einem Auge auf eine andere Gruppe und ein Rummenigge-Ausspruch steht mehr denn je auf dem Prüfstand.

In den letzten beiden WM-Qualifikations-Partien der deutschen Nationalmannschaft geht es vor allem darum, sich als Erster der UEFA-Quali-Gruppe A direkt für das Turnier 2026 in den USA, México und Kanada zu qualifizieren. Dafür sind nicht einmal zwei Siege bei den Spielen in Luxemburg am 14. November und gegen die Slowakei am 17. November in Leipzig notwendig. Will man sich jedoch eine passable Ausgangssituation für die Weltmeisterschaft verschaffen, sind diese eine absolute Grundvoraussetzung.

Denn anders als der damals verärgerte FCB-CEO Karl-Heinz Rummenigge im Herbst 2007 nach einem 2:2 im UEFA-Pokal-Gruppenspiel gegen die Bolton Wanderers Chefcoach Ottmar Hitzfeld vorgeworfen hatte – „Fußball ist keine Mathematik“ – ist dies im Profi-Fußball nicht selten doch der Fall. Konkret geht es nun darum, bei der WM einer der zwölf Köpfe der Vierer-Vorrunden-Gruppen zu sein, um den Fußball-Giganten früh im Turnier aus dem Weg zu gehen.

Komplizierter Modus für die WM-Gruppenköpfe

Und da wird es bei drei Gastgebern schon kompliziert, denn die sind nämlich alle als solche Gruppenköpfe gesetzt. Zudem die Top-9 der von der FIFA aufwendig errechneten (Mathematik!) Weltrangliste: Mit Spanien, Argentinien, Frankreich, England, Portugal, den Niederlanden, Brasilien und Belgien sind die ersten Acht entweder schon qualifiziert oder ganz dicht davor. Auf Platz 9 rangiert Italien, vier Punkte vor der DFB-Elf. Gewinnen die Süd-Europäer ihre restlichen beiden Spiele in Gruppe I in Moldawien und gegen Norwegen, sind sie von der Nagelsmann-Truppe in der Rangliste nicht mehr zu verdrängen.

ABER: Italien befindet sich vor diesen Spielen lediglich auf Rang 2 seiner Gruppe hinter Norwegen. Die Hypothek der 0:3-Niederlage Anfang Juni bei den Skandinaviern hält bis heute an. Beide Teams haben sonst alle Quali-Partien gewonnen. War die Auswärts-Schlappe aus italienischer Perspektive schon bedenklich, wird sie durch den UEFA-Modus bei der WM-Qualifizierung noch getoppt. Es zählt bei Punktgleichheit am Ende nicht der direkte Vergleich, sondern das Torverhältnis und da ist das der Norweger aktuell um satte 16(!) Treffer besser.

Die Truppe um Toptorjäger Erling Haaland spielt heute am frühen Abend zuhause gegen Estland, Italien zieht später in Moldawien nach. Zweimal haushoher Favorit gegen Außenseiter. Bedeutet: Gewinnen Haaland & Co. gegen die Balten, ist ihnen der erste Platz über das Torverhältnis quasi nicht mehr zu nehmen und Italien muss als Gruppen-Zweiter in die Playoffs im März 2026.

Und es wird noch schlechter für Italien und besser für Deutschland: Weil die Auslosung für das Turnier 2026 bereits am 5. Dezember in Washington, D.C. stattfindet, können nur sicher qualifizierte Nationalteams als Gruppenköpfe gesetzt werden. Italien hilft dann der neunte Platz in der Weltrangliste nichts, Deutschland als Zehnter rückt vor.

Allerdings: Knapp hinter der DFB-Elf lauern Kroatien (11.) und Marokko (12.). Gewinnt der viermalige Weltmeister nicht beide Partien, rutscht er in der Rangliste zurück und Kroatien oder Marokko mit zwei Siegen nach vorne. Also liebe Nagelsmänner: Heute Abend Erling Haaland & Co die Daumen drücken und dann in Luxemburg und gegen die Slowakei selbst siegreich bleiben!

Ein Kommentar zu “Warum Fußball-Deutschland Erling Haaland die Daumen drücken muss

  1. Haaland & Co. haben geliefert: 4:1 gegen Estland, Italien hat dagegen nur einen späten 2:0-Sieg in Moldawien gefeiert und müsste nun am Sonntag mit 9 (NEUN!) Toren Unterschied gegen Norwegen gewinnen, um vorbeizuziehen.
    Gut für die Nagelsmänner, wenn die hoffentlich selbst ihre Hausaufgaben machen…

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