Die Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano beim FC Bayern ist eine monatelange Hängepartie. Angeblich soll er nun sogar mit Real Madrid auf einen Wechsel geeinigt haben. Der Rekordmeister sollte das verhindern. Ein Kommentar.
Im Sommer 2021 wechselte Dayot Upamecano zusammen mit seinem Coach Julian Nagelsmann von RB Leipzig an die Säbener Straße. Das Erbe, dass der damals 22-Jährige antreten sollte, war kein leichtes, nämlich das des legendären Triple-Innenverteidiger-Duos David Alaba und Jérôme Boateng. Beide hatten den Verein in derselben Transferperiode verlassen.
Das gewaltige Potenzial des wuchtigen französischen Nationalspielers war sofort zu erkennen: Extrem zweikampfstark, sehr schnell gerade in Anbetracht seines massiven Körperbaus und ein exzellentes Aufbauspiel mit hervorragenden scharfen Vertikalpässen. Jedoch sind aus seinen Anfangsjahren in München in der öffentlichen Wahrnehmung hauptsächlich seine Flüchtigkeitsfehler, seine Konzentrationsschwächen gerade in wichtigen Spielen in Erinnerung geblieben. Selbst unter den Bayernfans gingen die Meinungen über den Vize-Weltmeister von 2022 sehr weit auseinander.
Upamecanos Leistungssprung unter Kompany
Auch wenn sein erster FCB-Coach, der heutige Bundestrainer Julian Nagelsmann ein Mentor von ihm gewesen ist, blüht Upamecano unter dem neuen Cheftrainer Vincent Kompany, einst selbst Weltklasse-Innenverteidiger, seit dessen Verpflichtung im Sommer 2024 extrem auf. Die aggressive Vorwärtsverteidigung unter dem Belgier kommt der Spielweise des 27-Jährigen dabei speziell entgegen, zudem ist seine Fehleranfälligkeit in diesem Zeitraum auf ein Minimum geschrumpft.
Bereits in der Saison 2024/25 zeigte Upamecano durchweg starke Leistungen, Höhepunkte waren seine beiden Weltklassepartien Anfang März 2025 in den CL-Achtelfinalspielen gegen Bayer Leverkusen (3:0; 2:0). Ganz bitter traf ihn und den FC Bayern dann seine schwere Knieverletzung, die er im Nations League Viertelfinale mit Frankreich erlitt und welche seine Saison beendete.
Zur neuen Spielzeit ist er aber fitter und spielstärker denn je zurückgekommen, vorläufiger Höhepunkt: Seine Weltklasseleistung bei der FCB-Abwehrschlacht in Unterzahl in der zweiten Halbzeit bei Paris Saint-Germain. Selbst FCB-Sportvorstand Max Eberl forderte nach dem Spiel für ihn (und auch Innenverteidiger-Kollegen Jonathan Tah) völlig zurecht eine Eins als Spielbewertung.
Gleichzeitig zu den überragenden Leistungen auf dem Spielfeld laufen seit vielen Monaten die Vertragsverhandlungen zwischen Upamecanos Berater Moussa Dembele und den Verantwortlichen des Rekordmeisters über eine Verlängerung des im nächsten Sommer auslaufenden Arbeitspapiers an der Säbener Straße. Grundsätzlich möchten beide Seiten verlängern, man schätzt sich. Aber wie so oft im Profi-Fußball geht es dabei auch um die finanzielle Einigung.
Upamecano gehört zu den FCB-Topspielern
Der Aufsichtsrat des FC Bayern hat quasi mit der Amtsaufnahme von Sportvorstand Eberl am 1. März 2024 einen strikten Sparkurs bei den Spielergehältern ausgerufen. Nur die absoluten Topstars wie Harry Kane, Jamal Musiala, Joshua Kimmich und bald wohl auch Michael Olise sind davon ausgenommen. Ob Alphonso Davies auch zu ihnen zählt, darüber könnte man sich streiten, allerdings war seine Vertragsverlängerung im Februar auch sehr teuer: Großer Gehaltssprung und fette „Signing Fee“.
An den Konditionen des neuen Davies-Vertrags orientiert sich nun ganz offensichtlich auch die Upamecano-Seite. Betrachtet man die vorzüglichen Leistungen des Franzosen, ist dies absolut berechtigt. Mit Virgil van Dijk vom FC Liverpool ringt Upamecano aktuell wohl um den Titel „weltbester Innenverteidiger“. Der 34-jährige Niederländer scheint dabei zwar der torgefährlichere Abwehrchef zu sein, nicht zuletzt aufgrund des Alters liegen Upamecanos Vorteile mittlerweile aber in der eigentlichen Kernkompetenz, der blitzsauberen Abwehrarbeit.
Noch eine Gemeinsamkeit haben die Vertragsverhandlungen des FCB mit Davies und Upamecano: Bei beiden wird bzw. wurde regelmäßig berichtet, dass sie sich angeblich schon mit Real Madrid auf ein künftiges Engagement geeinigt hätten. Bei dem derzeit verletzten pfeilschnellen Kanadier waren das eher mediale Fantasien aus Spanien. Beim Franzosen könnten diese ähnlich enden, wenn die Verantwortlichen an der Säbener Straße – baldmöglichst – die richtige Entscheidung treffen werden: Upamecano ist ein FCB-Topspieler, seine Wichtigkeit für Kompanys Team ist mindestens so groß wie die von Davies. Und „Wertschätzung“ im Profifußball zeigt sich schon immer in finanziellen Zugeständnissen.

Unbedingt verlängern!
Dieser Meinung kann man sich nur anschließen.