FCB-Rotsünder Díaz meldet sich bei „Opfer“ Hakimi

In einem hochklassigen Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern war das Foul von Luis Díaz an Achraf Hakimi der negative Aufreger für beide Teams.

Ausgerechnet der kolumbianische Stürmer Díaz, der mit seinen beiden Treffern zum 2:0-Pausenstand eine bis dahin überragende Leistung des FC Bayern krönte, leistete sich kurz vor der Halbzeit auf Höhe der Mittellinie ein völlig unnötiges hartes Foul am PSG-Außenverteidiger Hakimi. Beim Marokkaner ist eine schwere Verletzung zu befürchten, nach dem Spiel humpelte er auf Krücken und mit einem orthopädischen Schuh am linken Fuß aus dem Pariser Parc des Princes.

Nach „einer Nacht voller Emotionen“ hat sich der 28-jährige Bayern-Star mit dem Spitznamen „Lucho“ (was für einen Kämpfer steht) auf Instagram an den Ex-BVB-Spieler gewandt: „Ich wünsche Hakimi eine schnelle Rückkehr auf den Platz. Fußball erinnert uns immer daran, dass in 90 Minuten das Beste und das Schlimmste passieren kann.“

Das Beste waren bei Díaz beim 2:1-Sieg der Bayern im Prinzenpark seine zwei Tore (4., 32.) in der ersten Hälfte. Das Schlimmste war dann seine übermotivierte unkluge Grätsche gegen Gegenspieler Hakimi, für die er nach VAR-Überprüfung die Rote Karte sah. In der Szene bestand nicht der Ansatz von Torgefahr.

Kontaktsport Fußball: Díaz-Hakimi-Szene erinnert an die von Musiala und Donnarumma

„Das Wichtigste ist, dass wir sehr hoffen, dass es Hakimi schnell wieder besser geht“, leitete FCB-Coach Vincent Kompany die Pressekonferenz nach dem Spiel ein. Dieser Wunsch wird sich wohl nicht erfüllen. Nach ersten Einschätzungen wird der marokkanische Nationalspieler längere Zeit ausfallen.“Fußball ist ein Kontaktsport. Es ist schade für Hakimi“, meinte PSG-Trainer Luis Enrique nach der Partie und zeigte sich dabei nachsichtig mit dem Bayern-Profi.

Dabei erinnerte Enrique ebenso wie Trainerkollege Kompany nach dem Spiel an das umgekehrte Erlebnis des FC Bayern bei Jamal Musiala. Der Supertechniker war vor vier Monaten in Atlanta bei der Klub-WM im verlorenen Viertelfinale vom damaligen PSG-Torhüter Gianluigi Donnarumma bei einer vergleichbaren Attacke schwer am linken Bein verletzt worden. Der 22-Jährige wartet noch auf sein Comeback.

So nimmt Kompany nun auch seinen Spieler Díaz in Schutz: „Das ist ein ganz ehrlicher Junge. Er hat es nicht extra gemacht. Er möchte niemanden verletzen.“ Der Belgier ordnete die verhängnisvolle Szene ein: „Das ganze Spiel wird mit höchster Intensität gespielt“. Díaz sei kurz vor dem Halbzeitpfiff vielleicht auch etwas müde gewesen.

2 Kommentare zu „FCB-Rotsünder Díaz meldet sich bei „Opfer“ Hakimi

  1. Das kann beim Fußball passieren. Natürlich wünscht sich das niemand und es war sicher völlig unbeabsichtigt.
    Luis Diaz hat sich auch gleich bei Hakimi entschuldigt.
    Soweit ich mich erinnere, hat Donnarumma für seine Aktion nicht einmal gelb gesehen und sich zudem erst nach mehrfacher Aufforderung endlich dazu aufgerafft, sich bei Musiala zu entschuldigen.

    1. Die Donnarumma-Attacke gegen Musiala noch im Hinterkopf hat Enrique auch bei Díaz Milde walten lassen. Trotzdem war es eine völlig unnötige Aktion von Luis. Leider vollkommen zurecht Rot.
      ABER: Donnarumma blieb auf dem Platz, es gab ja nicht einmal Foulspiel, welches in Konsequenz Elfmeter bedeutet hätte. Die Aktionen sind durchaus vergleichbar.

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