Fehlstart von Ex-Bayern-Talent Paul Wanner in Eindhoven

Mit großen Hoffnungen ist Paul Wanner im Sommer vom FC Bayern nach Eindhoven gewechselt, dort läuft es jedoch nicht gut für ihn. Sein Coach äußert sich nun zur Situation des Toptalents.

Für den niederländischen Meister PSV Eindhoven läuft es aktuell sehr gut: Seit sieben Pflichtspielen ungeschlagen, zuletzt vier Siege in Folge, darunter ein beeindruckender 6:2-Kantersieg über den italienischen Meister und Tabellenführer Napoli in der Champions League und am vergangenen Wochenende ein 3:2-Erfolg im stets brisanten Auswärtsspiel bei Spitzenreiter Feyenoord Rotterdam. Nach Punkten liegt die PSV nun gleichauf mit den Rotterdamern, die noch eine um zwei Treffer bessere Tordifferenz aufweisen.

Für Paul Wanner, der durch die Einwechslung im Januar 2022 gegen Borussia Mönchengladbach mit 16 Jahren und 15 Tagen der jüngste Spieler in der Bundesligahistorie des FC Bayern ist, ist das Abenteuer Eredivisie dagegen wesentlich weniger positiv angelaufen. Der heute 19-Jährige war im Sommer für 15 Millionen Euro von der Säbener Straße nach Eindhoven gewechselt – nicht ganz ohne Nebengeräusche mit deutlich vernehmbarer Kritik von FCB-Sportvorstand Max Eberl begleitet. Bei der PSV kommt der deutsche U21-Nationalspieler jedoch bislang kaum zu Spielzeiten: Vier Liga-Spiele, nur eines von Anfang an und dreimal spät eingewechselt, sowie zwei Joker-Einsätze in der Königsklasse.

PSV-Coach spricht Ex-FCB-Talent Mut zu

„Es läuft sicherlich langsamer, als er gehofft hatte“, sagt nun sein Coach Peter Bosz zur Entwicklung des gebürtigen Dornbirners gegenüber NOS: „Aber ich weiß, dass wir hier über einen jungen Mann sprechen, der aus dem Ausland kommt und sich erst einmal anpassen muss. Das ist überhaupt nicht schlimm – und er macht es übrigens hervorragend.“

Wanners aktuelles Hauptproblem trägt den Namen Ismael Saibari. Der 24-jährige marokkanische Nationalspieler befindet sich in einer Top-Verfassung, traf in der Liga in zehn Spielen sechsmal, zwei weitere Treffer gelangen ihm in der Königsklasse. Wanner „hat außerdem Saibari vor sich, der gut spielt“, bestätigt Bosz die Situation und betont, dass er den jungen Deutsch-Österreicher keineswegs abgeschrieben hat.

Wanner brauche laut dem früheren BVB- und Leverkusen-Trainer noch „etwas Zeit“, um bei seinem neuen Klub anzukommen, dies sei sogar häufiger der Fall, als dass Spieler gleich vom ersten Tag an voll einschlagen. „Ich versuche ihm zu vermitteln, dass das ganz normal ist. Ich versuche, mit ihm darüber zu sprechen, also setze ich mich jede Woche mit ihm zusammen. Er möchte von mir wissen, was er anders oder besser machen muss“, so der 61-Jährige.

„Maßgeschneiderte Lösungen“ in Eindhoven

Bosz führt weiter aus, dass man bei der PSV versuche, für die Spieler, die nicht ausreichend Einsatzzeiten erhalten, „maßgeschneiderte Lösungen zu finden“ – und eines sei dabei besonders wichtig: „Die Spieler müssen immer das Gefühl haben, dass sie die Aussicht haben, irgendwann in die Stammelf zu kommen.“

Dennoch hat sich Paul Wanner sein Engagement in Eindhoven wohl ganz anders vorgestellt. Durch den langfristigen Ausfall von Jamal Musiala war beim FC Bayern geplant gewesen, ihn mehr in Vincent Kompanys Profiteam zu integrieren. Der 19-Jährige glaubte aber offensichtlich nicht so richtig an seine Chance, was speziell bei Sportvorstand Eberl für Unverständnis und Enttäuschung sorgte. Wanner brach dagegen voller Euphorie in die Niederlande auf und findet sich derzeit wohl ernüchtert auf dem Boden der Tatsachen wieder. Noch schlimmer ergeht es in einer ähnlichen Situation seinem früheren Campus-Kumpel Adam Aznou beim FC Everton.

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