In der weltweiten Länderspielpause im Profi-Fußball ist Halbzeit. Die 14 Bayernspieler, die sich gerade bei ihren Nationalmannschaften befinden, können fast alle die Münchner Erfolgsstory fortsetzen.
Als es nach dem souveränen 3:0-Auswärtssieg im Bundesliga-Topspiel bei „Angstgegner“ Eintracht Frankfurt in die zweite Länderspielpause ging, konnten die Bayern nicht so ganz glücklich sein. Der Flow ihrer Rekordserie (bislang zehn Pflichtspiel-Siege in Folge) wurde unterbrochen. Außerdem schwebt über den Spielen für die Länderauswahlen stets das Damoklesschwert der Verletzungen. Die Profis des Rekordmeisters setzen aber bislang fast ausnahmslos die bayerischen Erfolgsserie fort.
Laimer und Österreich schreiben Geschichte
Den Anfang machte die Arbeitsbiene in Vincent Kompanys Truppe: Konrad Laimer gewann mit Felix Austria nicht nur das fünfte WM-Qualifikationsspiel in Serie und grüßt von der Tabellenspitze der Gruppe, das 10:0 über den Fußballzwerg San Marino war gleichzeitig der höchste Sieg in der österreichischen Länderspielgeschichte. Der 28-Jährige, beim FCB derzeit abwechselnd auf der Links- oder Rechtsverteidigerposition, glänzte dabei auf der Zehn als Spielmacher und erzielte ein Tor.
Auch die französische Nationalmannschaft um Michael Olise und Dayot Upamecano hat ihre Pflichtaufgabe in der WM-Qualifikation erfüllt und Aserbaidschan mit 3:0 bezwungen. Die beiden FC Bayern-Profis durften in Paris von Beginn an ran und bejubelten dank der Treffer von Kylian Mbappé, Adrien Rabiot und Florian Thauvin den dritten Sieg im dritten Spiel, was die klare Tabellenführung vor der Ukraine bedeutet. Auch Ex-Bayernspieler Kingsley Coman stand überraschend in der Startformation von Didier Deschamps.
Deutschland mit fünf Bayern-Profis in der Startelf erfolgreich
Angeführt von Kapitän und Doppeltorschütze Joshua Kimmich hat die deutsche Nationalmannschaft am Freitagabend in Sinsheim einen souveränen 4:0-Erfolg über Luxemburg gefeiert. Nach der frühen Führung durch den Leipziger David Raum (12. Minute) stellten mit Kimmich (21./Elfmeter, 50.) und Serge Gnabry (48.) zwei Profis des FC Bayern die Weichen endgültig auf Sieg.
Bundestrainer Julian Nagelsmann beorderte neben den beiden Torschützen auch Jonathan Tah, Aleksandar Pavlović und Leon Goretzka in die Startelf des viermaligen Weltmeisters, die den Schwung aus München eindrucksvoll in die DFB-Auswahl transferierten.
Der nach der Frankfurt-Partie leicht angeschlagene englische Kapitän Harry Kane wurde dagegen beim 3:0 gegen Wales in London geschont, sollte aber für die WM-Quali-Partie am 14. Oktober in Lettland wieder zur Verfügung stehen. Dort kann sich der Weltmeister von 1966 mit dem sechsten Sieg im sechsten Gruppenspiel bereits fix für das Turnier 2026 qualifizieren.
Jackson mit dem Senegal kurz vor WM-Qualifikation
Gleicher Tag, gleiches Ziel wie Kane: Nach dem 5:0 im Südsudan benötigt FCB-Neuzugang Nicolas Jackson gegen Underdog Mauretanien nur noch ein Unentschieden, um sicher beim WM-Turnier in den USA, Kanada und Mexico dabei zu sein. Zum Kantersieg des bislang unbesiegten Senegal steuerte die Chelsea-Leihe einen Assist und ein Tor (per Elfmeter) bei, auch der Ex-Bayer Sadio Madio befand sich unter den Torschützen.
Bereits für die Weltmeisterschaft qualifiziert ist Luis Díaz mit Kolumbien. Für ihn stehen in den kommenden Tagen zwei Freundschaftsspiele in den USA gegen die WM-Gastgeber Mexico und Kanada (15. Oktober, 2:00 MEZ) an.
Debakel und Freude trotz Niederlage
Überhaupt nicht gut lief es für den zuletzt angeschlagenden FCB-Innenverteidiger Minjae Kim mit Südkorea in Seoul gegen den fünffachen Welt-Champion Brasilien: Für die 0:5-Pleite wollen sich die Asiaten am Dienstag an selber Stelle gegen Paraguay rehabilitieren.
Auch Tom Bischof, der die deutsche U21 als Kapitän aufs Feld führte, musste eine bittere Niederlage hinnehmen: Das Team von Antonio Di Salvo kam gegen Griechenland nach einem 0:2-Rückstand im zweiten Durchgang zum Ausgleich, spielte auf ein Tor, kassierte aber in den Schlussminuten noch das 2:3. Damit setzten sich die Griechen an die Spitze der EM-Qualifikationsgruppe F, die deutsche Juniorenauswahl belegt nach zwei Spieltagen den dritten Platz. Am Dienstag treffen Bischof, der Glück hatte, dass er sich bei einem hässlichen nicht sanktionierten Foul eines Griechen nicht das Bein brach, und seine Kollegen – wie tags zuvor die deutsche A-Nationalmannschaft – in Belfast auf Nordirland.
Der 18-jährige Felipe Chávez von den Amateuren des FC Bayern durfte sich dagegen trotz der 1:2-Niederlage Perus im Freundschaftsspiel gegen Chile freuen: In der 78. Spielminute wurde der bisherige U-Nationalspieler eingewechselt und kam somit zu seinem Debüt für die A-Nationalelf seines Landes.
Apropos sich freuen: Das macht FCB-Chefcoach Vincent Kompany in München sicherlich bislang auch: Kein einziger seiner Spieler hat sich bislang eine Blessur zugezogen. Das bleibt hoffentlich auch in den restlichen Länderspielen bis zum Mittwochmorgen MEZ so. Am nächsten Samstag erwartet der Bayern in der heimischen Arena den Erzrivalen Borussia Dortmund.
Titelbild: Michael Olise bittet gegen Aserbaidschan zum Tänzchen.
