Harry Kane schießt in Bundesliga und Champions League im Bayern-Trikot auf sensationelle Weise seit zwei Jahren alles kurz und klein. Wieder einmal findet er dafür keine adäquate Anerkennung.
Toptorjäger Harry Kane konnte sich als Deutscher Meister zum Ende der vergangenen Saison über seinen ersten großen Mannschaftstitel freuen, nachdem er zuvor schon einige Auszeichnungen als Torschützenkönig in diversen Wettbewerben gewonnen hatte. Nicht mehr klappen will es aber bei individuellen Auszeichnungen für seine Topleistungen. Ein seltsamer Malus scheint ihn nach seinem Wechsel nach München zu verfolgen.
Vor wenigen Wochen löste bereits seine Platzierung als 13. beim Ballon d’Or zumindest bei der Mehrheit der Bayernfans Schnappatmung aus. Nun erfährt er aber auch nicht einmal aus seinem Heimatland England, dessen Fußball-Experten seine rasche Rückkehr in die Premier League nahezu fordern, eine entsprechende Würdigung. Dabei ist der 32-Jährige nicht nur für den FC Bayern, sondern auch für seine Nationalmannschaft, die er als Kapitän anführt, ein Torgarant. In 109 Einsätzen traf er bislang 74 Mal und ist mit großem Abstand englischer Rekordtorschütze.
England will Harry Kane zurück, würdigt ihn aber nicht entsprechend
Solche Spieler haben bei individuellen Preisen eigentlich die besten Karten, um sich die Trophäen zu sichern. Nun steht aber fest, dass Kane sich auch bei der Auszeichnung zu Englands Fußballer des Jahres geschlagen geben muss. Anstelle des zweifachen Torschützenkönigs der Bundesliga gewann der mit Real Madrid titellos gebliebene Jude Bellingham, der bei den Königlichen nicht einmal eine besonders gute individuelle Saison gespielt hatte (neun Liga-Tore), diese Trophäe zum ersten Mal.
Bellingham kam in der vergangenen Spielzeit acht Mal für die Three Lions zum Einsatz, konnte dabei lediglich ein Tor erzielen und vier weitere Treffer auflegen. Dass er sich damit gegen Kane durchsetzen konnte, der satte sieben Mal traf, ist durchaus überraschend.
Für den Toptorjäger des FC Bayern wäre es sonst der dritte individuelle Preis gewesen, den er hätte gewinnen können. 2017 und 2018 war er zu Englands Fußballer des Jahres gewählt worden, allerdings noch als Spieler von Tottenham Hotspur. Im Bayerntrikot in der deutschen Bundesliga scheint ihm Fußball-England diesen Titel nicht zuzugestehen, obwohl es sich ihn sehnlichst in die Premier League zurückwünscht.
Auch das noch: „FCB-Malus“ in der Bundesliga für Kane
Zu Beginn der neuen Spielzeit ist Kane ein wesentlicher Bestandteil der Rekord-Bayern, die von Sieg zu Sieg eilen und einen Vereinsrekord nach dem anderen brechen. Selbst war er in den ersten zehn Pflichtspielen an überragenden 21 FCB-Toren (18 Tore, 3 Assists) beteiligt.
Aber auch zum Titel von Deutschlands Fußballer des Jahres hat es für den 32-Jährigen bislang noch nicht gereicht. Bei dieser Auszeichnung scheint er bisher am deutschen „FCB-Malus“ gescheitert zu sein. Nach einer alles andere als ausgezeichneten Spielzeit mit Bayer Leverkusen wurde Florian Wirtz diese Ehre 2025 zuteil, wohl nicht zuletzt deshalb, weil er sich bei der Wahl seines neuen Klubs gegen den FC Bayern und für den FC Liverpool entschieden hat. Nicht nur Fußball-England verhält sich sonderbar.

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