Der FC Bayern tritt am zweiten Champions-League-Spieltag als turmhoher Favorit bei Zyperns Meister Paphos FC an. Der Coach des Gegners zollt höchsten Respekt.
Der zypriotische Meister Paphos FC sieht sich vor dem Duell in der Champions-League-Ligaphase mit dem FC Bayern als krasser Außenseiter. „Wir sind jetzt das Aschenputtel des Wettbewerbs. Auf uns setzt wahrscheinlich keiner – und es wirkt vielleicht, als seien wir einfach zu besiegen“, so Trainer Juan Carlos Carcedo gegenüber der BILD am Sonntag.
Der deutsche Rekordmeister sei dagegen laut dem Spanier „das formstärkste Team Europas“. Die aktuellen Ergebnisse geben ihm vor dem Aufeinandertreffen zwischen dem Königsklassen-Debütanten und dem sechsmaligen Champion am Dienstagabend im Alphamega Stadium von Limassol recht. Während die fünf FCB-Siege bei einem Torverhältnis von 22:3 einen Bundesligarekord bedeuten, haben mit Real Madrid (2:5 bei Atlético), dem FC Liverpool (1:2 bei Crystal Palace) und dem SSC Neapel (1:2 bei Milan) die anderen bislang verlustpunktfreien Tabellenführer der europäischen Topligen am Wochenende Niederlagen einstecken müssen.
Paphos-Trainer hofft auf „geschichtsträchtigen Abend“
Carcedo gibt sich aber kämpferisch: „Trotzdem werden wir das Spiel keinesfalls vorzeitig aufgeben. Denn das wird ein geschichtsträchtiger Abend für die ganze Stadt. Dass der FC Bayern einmal in der Champions League bei uns zu Gast sein würde, war bis vor Kurzem noch völlig unvorstellbar – jetzt wollen wir das einfach nur genießen.“
Das Ziel des spanischen Coaches ist es, die Bayern zu ärgern: „Wir wollen zu Hause schon mutig sein. Wir können auch mal pressen, und wir erkennen unsere Chancen für Konter. Auch bei Standards arbeiten wir gut. Natürlich wird alles davon abhängen, welche Möglichkeiten uns Bayern bietet. Aber wieso sollten wir nicht einen perfekten Tag erwischen und vielleicht einen Punkt oder sogar mehr mitnehmen?“
Riesige Unterschiede zwischen den Teams
Beim CL-Auftakt bei Griechenlands Champion Olympiakos Piräus glückte ein 0:0 – trotz langer Unterzahl. „In Paphos herrscht gerade eine wunderbare Euphorie“, so Carcedo über das Städtchen mit seinen 50.000 Einwohnern.
Bei den Kaderwerten gibt es einen riesigen Unterschied zwischen den Kontrahenten: Obwohl von russischen Investoren aufgepäppelt, wird derjenige von Zyperns Meister auf gerade einmal 25,4 Millionen Euro taxiert – der der Bayern auf 905 Millionen. Carcedo schätzt seine Truppe ein: „In Spanien wären wir vielleicht ein Top-Team in der zweiten Liga oder eines, das in der ersten Liga um den Klassenerhalt spielt. Aber wir kämpfen gegen jeden Gegner und können an guten Tagen auch in der Champions League wettbewerbsfähig sein.“
In Fußball-Europa schmunzelt man ganz offensichtlich über den Vergleich von Uli Hoeneß, der die Rolle seiner Bayern in der Königsklasse mit der der TSG Hoffenheim in der Bundesliga verglichen hat. Die Kraichgauer wurden beim letzten BL-Auswärtsspiel mit 4:1 besiegt.
