Vor der Spielzeit herrschte beim FC Bayern große Skepsis, es gab viele negative Vorzeichen. Der Saisonstart lässt jedoch Fußball-Europa aufhorchen.
Schon lange vor der Saison 2025/26 wurde geunkt, dass der FC Bayern – wie auch Borussia Dortmund – wegen der Teilnahme an der Klub-Weltmeisterschaft in den USA und der damit verbundenen extrem kurzen Vorbereitungszeit schwach in die Spielzeit starten würde. Rudi Völler bezifferte diesen Nachteil mit einem Malus von fünf Punkten. Zudem wurde im Sommer die Transferpolitik des Rekordmeisters scharf kritisiert, vor allem die Kaderbreite von vielen Experten mit einem Kopfschütteln quittiert.
Ob das über die gesamte Saison mit diesem tatsächlich „ausgedünnten Spielerkader“ gut gehen wird, ist natürlich noch offen. Aber wer hätte mit diesem Raketenstart des deutschen Rekordmeisters gerechnet? Nach einer sehr kurzen aber blitzsauberen Vorbereitungszeit mit drei Siegen – darunter ein 4:0 über den UEFA Europa Ligue Sieger Tottenham Hotspur – wurden auch die ersten sieben Pflichtspiele gewonnen.
FC Bayern mit Bundesligarekord, niemand in Europa kann mithalten
Die vier Siege zum Bundesligastart mit einem Torverhältnis von 18:3 Toren bedeuten einen neuen Rekord in der nun 63-jährigen Geschichte des deutschen Fußball-Oberhauses. Auch einige internationale Konkurrenten sind makellos in ihre Ligen gestartet, können aber mit dem Münchner Torrausch nicht ansatzweise mithalten. Real Madrid (5 Siege / 10:2 Tore), der FC Liverpool (5 / 11:5), CL-Sieger PSG (4 / 10:3).
Im Gegensatz zum FCB verlor Liverpool die Partie um den englischen Supercup gegen Crystal Palace, Paris Saint-Germain gewann den UEFA Supercup äußerst glücklich nach Elfmeterschießen gegen Tottenham, nur wenige Tage nachdem die Londonerin München verprügelt worden waren. Während Bayern zum CL-Auftakt den Klubweltmeister Chelsea beim 3:1 größtenteils dominierte, zitterten sich die Königlichen in Madrid zu einem 2:1 über Olympique Marseille.
Auch der „ausgedünnte Kader“ glänzt
So darf es aus Münchner Sicht gerne weitergehen, wobei zudem mit Jamal Musiala und Alphonso Davies noch zwei Weltklassespieler fehlen. Deren Fehlen wird in der Defensive bislang kollektiv und mit viel Flexibilität aufgefangen, während in der Offensive Harry Kane und Michael Olise auf absolutem Weltklasseniveau agieren, Serge Gnabry an seine stärksten Zeiten anknüpft, Luis Díaz einen tollen Start bei seinem neuen Verein hingelegt hat. Zudem besitzt der Rekordmeister mit dem 17-jährigen Lennart Karl das „größte deutsche Talent“, welches beim 4:1 in Hoffenheim als zweitjüngster FCB-Startspieler seiner BL-Geschichte mit einem Assist glänzen konnte. Deadline Day-Neuzugang Nicolas Jackson fremdelt zwar noch ein bisschen, hat sein riesiges Potenzial aber schon angedeutet.
Harry Kane – die pure Definition von Weltklasse
Apropos absolute Weltklasse: Harry Kane ist mit acht Toren und drei Torvorlagen in den ersten vier Partien in die Bundesligasaison gestartet, in den ersten sieben Pflichtspielen erzielte er satte 13(!) Tore. Trifft er weiterhin auf diesem Level und ziehen seine Teamkameraden dabei weiterhin so mit, ist für den FC Bayern weitaus mehr möglich als Bundesligarekorde. Das hat man in Fußball-Europa nach dem Statement-Sieg über den Weltmeister bereits festgestellt.
