Nachdem es bis vor Kurzem permanent negative Schlagzeilen zum FCB-Campus gab, scheint sich das Blatt nun zu wenden. Gute Kunde kommt auch aus Berlin.
Der Wechsel des als hochtalentiert geltenden 19-jährigen Marokkaners Adam Aznou Ende Juli vom FC Bayern zum FC Everton in die Premier League schien der vorläufige Höhepunkt im Kapitel „der FC Bayern kann nicht Nachwuchsfußball“ zu sein. Die Verantwortlichen des Rekordmeisters, allen voran Chefcoach Vincent Kompany, bekamen von allen Seiten teils heftige Kritik für den Umgang mit den Campus-Talenten ab.
FCB-Campus-Talente überzeugen und werden belohnt
Seitdem hat sich aber viel verändert an der Säbener Straße. Beim 4:0-Testspiel-Sieg über den Europa-League-Sieger Tottenham Hotspur glänzte in der zweiten Spielhälfte vor allem der zahlreich eingesetzte Nachwuchs, Lennart Karl und Jonah Kusi-Asare setzten mit ihren überragenden Treffern absolute Highlights. Tags darauf wurden die Verträge von Karl, aber auch des erst 16-jährigen Wisdom Mike langfristig verlängert. Der heftigen Schelte folgte urplötzlich eine Art „Jugend-Euphorie“ rund um den Rekordmeister.
Dabei gerät fast in Vergessenheit, dass es auch in der jüngeren FCB-Vergangenheit – trotz der Abgänge von Aznou, Mathys Tel und Nestory Irankunda – durchaus sehr positives Feedback von den Münchner Youngsters gegeben hatte. Frans Krätzig ist nun zwar glücklich bei den Roten Bullen in Salzburg, würde aber sehr gerne wieder nach München zurückkehren und auch der 19-jährige Maurice Krattenmacher hat sich nach seinem Leihabgang zur Berliner Hertha sehr positiv über den FCB geäußert.
Juwel Krattenmacher begeistert von Erfahrungen mit FCB-Profis
Anders als Aznou zog der deutsche U20-Nationalspieler ein sehr positives Fazit zur Klub-WM in den USA: „Die Erfahrung war unbeschreiblich. Ich konnte sehr viel lernen. Ich war auch beeindruckt, wie gut ich aufgenommen wurde, mit den Besten der Besten zu trainieren, in der gleichen Umkleidekabine zu sein, war fantastisch.“ Obwohl er in den USA keine Spielminuten erhielt, hat Krattenmacher die Erfahrungen mit den Profis des FC Bayern ganz offensichtlich sehr genossen und daraus Motivation gezogen.
„Es ist eine große Ehre, für Hertha zu spielen. Ich denke, es macht einfach Sinn, einen weiteren kleinen Schritt nach vorne zu machen. So kann ich im besten Fall früher oder später in die Spitze aufsteigen“, so der 19-Jährige über seine einjährige Leihe nach Berlin – ohne Kaufoption und schon mit hoffnungsvollem Blick auf eine große Karriere beim deutschen Rekordmeisters.
FCB-Talent überragt in Zweitliga-Partie
Mit dieser Einstellung ist er derzeit der beste Spieler der „Alten Dame“ in der Zweiten Bundesliga. Beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC vor knapp 60000 Zuschauern (0:0) war er „Player of the Match“. Rbb24 zu seiner Leistung am Wochenende: „Hertha-Neuzugang Maurice Krattenmacher ging gegen den KSC mutig voran. Der erst 19-Jährige sorgte für die beiden Berliner Offensiv-Lichtblicke in der ersten Hälfte. Die Gäste sahen sich gezwungen, Krattenmacher teilweise zu Zweit zu decken, der sich davon aber nur wenig beeindrucken ließ. Andreas Müller fing sich Gelb bei dem Versuch, Krattenmacher zu stoppen.“
Aus so einem Holz sind zukünftige FCB-Spieler geschnitzt: Der gebürtige Münchner, der schon als Kind für den FC Bayern aufgelaufen war, war im Sommer 2024 von der SpVgg Unterhaching verpflichtet worden, jedoch umgehend in die 2. Bundesliga an den SSV Ulm verliehen worden. Dort überzeugte der technisch starke Spielmacher mit Übersicht und Kreativität. In 32 Ligaspielen erzielte er drei Tore. Nun soll er sich bei Hertha BSC weiterentwickeln und sich für höhere Aufgaben, bestenfalls beim FC Bayern, empfehlen.
