FCB-Wunschspieler Woltemade: Geht Stuttgart ein zu großes Risiko ein?

Nick Woltemade will zum FC Bayern wechseln, der VfB Stuttgart bleibt jedoch stur. Auch eine Aufsichtsratssitzung ändert nichts an dem Kurs. Verpokern sich die Schwaben?

Für den FC Bayern gestaltet sich die Verpflichtung von Wunschspieler Nick Woltemade weiterhin äußerst schwierig. Die Verantwortlichen des Rekordmeisters haben sich mit dem U21-Vize-Europameister zwar längst auf einen Vertrag (bis 2030) geeinigt, doch der VfB Stuttgart bleibt bei seinen extrem hohen Forderungen, welchen man an der Säbener Straße nicht nachkommen will.

Verhandlungen liegen auf Eis

Wie seit einiger Zeit bekannt ist, sollen die VfB-Verantwortlichen erst ab einem Angebot über 65 Millionen Euro bereit sein, Verhandlungen aufzunehmen. Das bedeutet schlichtweg, dass selbst diese Rekordablösesumme aus Sicht der Schwaben noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Dagegen sind die Bayern aktuell nicht bereit, mehr als 55 Millionen Euro (50 Millionen fix + 5 Millionen Boni) zu bieten. So liegen die Verhandlungen derzeit auf Eis.

Mittlerweile wurde in Stuttgart wohl darüber diskutiert, ob die eigenen Forderungen nicht doch heruntergeschraubt werden sollten. Laut BILD war der Woltemade-Poker das große Thema bei der letzten Aufsichtsratssitzung des VfB. Anders als noch vor zwei Wochen berichtet, sollen sich die Gremiums-Mitglieder jedoch dieses Mal einig gewesen sein, zumindest wurde es nach außen so kommuniziert: Der eingeschlagene Kurs soll fortgesetzt werden. Heißt: Seitens der Stuttgarter ist weiterhin nicht geplant, dem FC Bayern im Poker nur einen Millimeter entgegenzukommen.

Um doch noch einmal Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, müsste man sich also an der Säbener Straße dazu durchringen, mindestens 65 Millionen Euro für den 23-Jährigen zu zahlen.

Gibt es am Ende des „Pokers“ nur Verlierer?

Dabei ist bekannt, dass der Spieler selbst und auch sein Berater Danny Bachmann in den letzten Tagen mehrmals bei den Verantwortlichen des VfB – CEO Alexander Wehrle und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth – vorstellig wurden, um den ausdrücklichen Wechselwunsch zu bekräftigen. Die Sturheit seines derzeitigen Vereins soll Woltemade mit „grimmiger Miene“, aber trotzdem bei den Trainingseinheiten sportlich professionell hinnehmen.

Die große Frage muss dennoch lauten: Wie groß ist das VfB-Risiko, mit seiner Sturheit am Ende als Verlierer dazustehen? Woltemades aktueller Marktwert beträgt 30 Millionen Euro (Ende 2024 war es noch ein einstelliger Millionen-Betrag). Das FCB-Angebot über 55 Millionen verdoppelt diesen Betrag fast. Bislang würde man übrigens seitens der Münchner bei dem angestrebten Deal sehr stark ins Risiko gehen.

Die als fanatisch bekannten VfB-Fans könnten dem 23-Jährigen die Liebelei mit dem Rekordmeister arg verübeln, der könnte auch deswegen in ein Leistungstief fallen. In diesem Fall wäre niemandem geholfen: Ein enttäuschter Spieler im Leistungstief, der FCB ohne die Verpflichtung seines derzeitigen Wunschspielers und der VfB Stuttgart macht nicht nur sportlich, sondern auch finanziell einen riesigen Verlust. Ein Marktwert kann ganz schnell auch wieder nach unten wandern. Siehe João Palhinha.

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