Max-Eberl-Comeback mit Überraschungen zum FC Bayern

Natürlich war Sportvorstand Max Eberl in den vergangenen Wochen sehr umtriebig in Sachen FCB-Kaderplanung. Aber erstmals seit der Klub-WM stellte er sich wieder den Medien-Fragen.

Anlass für das Medien-Comeback gab dem 51-Jährigen die Pressekonferenz zur Präsentation des neuen Bayernstürmers Luis Díaz. Der kolumbianische Nationalspieler, für kolportierte 75 Millionen Euro vom FC Liverpool gekommen, zeigte sich dabei sehr sympathisch und aufgeschlossen. Eberl war sichtbar stolz auf den Transfer-Coup, auf einen Spieler, der mit seinem Charakter und seiner sportlichen Klasse perfekt zum Rekordmeister passen würde.

FC Bayern „sehr glücklich mit dem Kader“

In diesem Kontext überraschte der erkennbar gut gelaunte FCB-Sportboss aber schon ziemlich zu Beginn der PK die anwesenden Medienvertreter: „Wir sind froh, dass unser Wunschtransfer (Luis Díaz) geklappt hat. Er bietet viele Möglichkeiten. Wir haben keine leichte Transferperiode, auch vor dem Hintergrund der Verletztensituation mit Jamal Musiala, Alphonso Davies und Hiroki Ito. Wir sind sehr glücklich mit dem Kader. Es ist noch Zeit, wir schauen, was noch passiert“, deutete Eberl an, dass ein großer Teil der Transfertätigkeiten dieses Sommers schon hinter den Verantwortlichen des Rekordmeisters liegen könnte.

Das mag für so manch einen Experten durchaus überraschend sein. Während der amtierende Meister schon zahlreiche Spielerabgänge zu verzeichnen hat, gab es bislang mit Díaz und den beiden deutschen Nationalspielern Jonathan Tah und Tom Bischof lediglich drei namhafte Zugänge. Diesen stehen die Verabschiedungen von Legende Thomas Müller, Nationalspieler Leroy Sané, Eric Dier, aber auch Mathys Tel, Adam Aznou, Frans Krätzig, Nestory Irankunda und Bryan Zaragoza gegenüber. Die fünf letztgenannten kamen aber aus Leihen zurück und standen zumindest in der Rückrunde nicht im Münchner Kader.

Wanner eingeplant, Woltemade immer noch Wunschkandidat

Während Paul Wanner – ebenfalls nach Leihrückkehr aus Heidenheim – laut Eberls Aussagen für die kommende Spielzeit an der Säbener Straße eingeplant ist, stockt die geplante Verpflichtung von Nick Woltemade aus bekannten Gründen. Als Abschiedskandidaten gelten noch Sacha Boey und vor allem João Palhinha. Minjae Kim wohl eher nicht – auch wenn dessen Name permanent in den Medien genannt wird.

Dass es in der Defensive durch die Ausfälle von Davies und Ito zu Engpässen könnte, ist Eberl, ist den FCB-Verantwortlichen, bewusst. Diese Gefahr riskiert man aber, weil man speziell auf der linken Abwehrseite keine Überbesetzung nach den Verletzungsrückkehren der beiden noch während der Hinrunde 2025/26 erzeugen möchte. Eine nachvollziehbare Kalkulation, die natürlich schief gehen kann. Das weiß man an der Säbener Straße.

Punktuelle Kaderanpassungen und Chance für den Nachwuchs

Wie hatte Max Eberl schon vor Monaten auf einer Spieltags-PK zu den Transferaktivitäten in diesem Sommer angekündigt: Man sei sehr zufrieden mit dem Kader, es werde lediglich „punktuelle“ Anpassungen geben. Das hatte damals schon für erstaunte Gesichter gesorgt – die konsequente Umsetzung tut es nun tatsächlich wieder. So genießt die extern permanent kritisierte Defensive vereinsintern großes Vertrauen.

Was zahlreiche Kritiker zudem – positiv- überraschen könnte: Der FCB-Sportvorstand stellte explizit noch einmal heraus, wie wichtig die jungen Spieler nun werden könnten: „Wir haben jetzt auch Spieler, die eine richtige Perspektive haben. Das heiß noch nicht, dass sie Stammspieler in der ersten Mannschaft werden. Sie werden über das Training ihre Leistung bringen müssen, um dann die Einsätze zu bekommen. Erfolge stehen beim FC Bayern über allem. Trotzdem wollen wir junge Spieler entwickeln.“

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