Große Überraschung: Thomas Müller wird wahrscheinlich künftig für ein „Mini-Gehalt“ für den kanadischen MLS-Klub Vancouver Whitecaps auflaufen. Was dahinter stecken könnte.
Die letzte Karrierestation für viele Superstars der europäischen Topligen ist entweder die nordamerikanische Major League Soccer (MLS) oder die Saudi Professional League. So spielt zum Beispiel Lionel Messi nun beim MLS-Klub Inter Miami, während sein Dauerrivale Cristiano Ronaldo seine Zelte in der weltweit am besten bezahlenden Petrodollar-Liga bei al Nassr aufgeschlagen hat.
Kickender Müller in Saudi-Arabien nicht vorstellbar – aber in den USA?
Fällt es vielen FCB-Fans schon verdammt schwer, sich die Klubikone Thomas Müller überhaupt in einem anderen Trikot als dem des deutschen Rekordmeisters vorzustellen, erscheint ein Engagement von ihm in Saudi-Arabien undenkbar. Eher schon in der nicht ganz so gut bezahlenden MLS, der genannte Messi ist dort mit seinem Megagehalt in Florida eher die Ausnahme.
Allerdings hat die MLS Anfang des Jahres auch einen „Makel“ bekommen, einen politischen: Donald Trump ist seit Januar für weitere vier Jahre US-amerikanischer Präsident. Viele US-Sportler zeigen sich darüber entsetzt. Und wie der 79-Jährige selbst internationale Sportveranstaltungen für seine teils schon grotesken Inszenierungen und Selbstdarstellungen missbraucht, konnte Müller auf erschreckende Weise bei der Klub-WM miterleben.
Müller als Fußballer im „Trump-Land“?
Ich selbst habe in den letzten Wochen und Monaten, seit dem Zeitpunkt, an dem feststand, dass die aktive FCB-Karriere des 35-Jährigen im Sommer zu Ende gehen wird, einige Diskussionen mit großen FCB- und Müller-Fans geführt: Viele konnten sich nicht vorstellen, dass die Bayernlegende in ein Land mit einem Präsidenten namens Trump gehen würde. Dazu ist er zu ehrlich, zu korrekt und geradeaus, als dass er sich bei manchen heiklen Themen nicht äußern würde, was ihm in der aktuellen USA Schwierigkeiten verschaffen könnte.
So gab es durchaus verwunderte bis enttäuschte Gesichter, als kürzlich feststand, dass es Thomas Müller tatsächlich in die MLS ziehen würde, auch wenn der erklärte Favorit für sein Engagement, der Partnerklub des FC Bayern, Los Angeles FC, im demokratischen Kalifornien beheimatet ist.
Thomas Müller in Kanada: Das passt!
Aus den genannten Gründen nicht zu einem US-, sondern zum kanadischen MLS-Klub Vancouver Whitecaps zu gehen, wäre aber ein „echter Müller-Move“. Nachdem die meisten Saisongegner jedoch aus den Vereinigten Staaten kommen werden, wird er das offiziell nie und nimmer verkünden. Auch weil der FC Bayern selbst seit einiger Zeit den US-Markt als einen sehr wichtigen für sich entdeckt hat.
Allerdings hatte auch Ex-Teamkollege Alphonso Davies dort seine ersten Schritte im Profifußball gemacht, bevor er Anfang 2019 zum FC Bayern wechselte. Ein bisschen Schwärmerei von einem geschätzten Kumpel kann zweifellos zur Entscheidungsfindung beitragen. Müller ist zudem nicht nur leidenschaftlicher Profikicker und Golfer, er ist auch ein Pferdenarr. In Kanada bieten sich für solch einen weite Ausritte geradezu an.
Geld keine Motivation für Müllers MLS-Abenteuer
Gar nicht jucken dürfte Müller übrigens, dass er wohl in seiner ersten Saison – aufgrund von speziellen MLS-Regeln – nicht mehr als 1,7 Millionen Dollar verdienen darf. Nur ein Bruchteil seines üppigen Gehalts an der Säbener Straße. Der „Freigeist“ Thomas Müller hat längst ausgesorgt, er will Spaß haben – und sich dabei sicher auch nicht von einem omnipräsenten Präsidenten auf jedwede Weise reinreden lassen.
Thomas Müller ist und bleibt eine FCB-Legende. Dafür gibt es jede Menge Gründe, ein weiterer könnte nun dazukommen.

Hallo Peter, ich danke Dir für den sehr guten Bericht von und über Thomas Müller. Ich denke auch daß er in Kanada gut aufgehoben ist. Es muss ja nicht immer die USA sein. Wegen dem Gehalt, würde ich auch sagen, ein echte Müller Tat.