Supertalent Aznou will weg: Wie reagiert der FC Bayern?

Nachdem er sich vor einem halben Jahr noch sehr glücklich in München zeigte, will das marokkanische Supertalent Adam Aznou den FC Bayern nun wohl verlassen. Eine Einschätzung.

Der 19-jährige Linksverteidiger Adam Aznou möchte den FC Bayern nach Informationen der BILD in diesem Sommer verlassen. Aufgrund seiner mangelnden Perspektiven soll er an der Säbener Straße seinen Wechselwunsch hinterlegt haben.

Dezember 2024: Aznou mit sehr positiver FCB-Jahresbilanz

Das sah vor einem guten halben Jahr noch ganz anders aus. Der im Sommer 2022 aus La Masia, der berühmten Nachwuchsschmiede des FC Barcelona, an den FCB-Campus gewechselte Marokkaner zeigte sich höchst zufrieden über die großartige Entwicklung seiner Karriere beim deutschen Rekordmeister: Im September 2024 hatte er ein bemerkenswertes Länderspieldebüt beim WM-Vierten Marokko gegeben, wenige Wochen später folgte beim 3:0 des FC Bayern gegen Union Berlin mit gerade einmal 18 Jahren und fünf Monaten seine erste Bundesliga-Partie. Im Dezember debütierte er zudem beim 5:1 gegen Shakhtar Donezk in der Champions League.

Aznou damals – kurz vor Weihnachten 2024 – zu seiner Situation in München: „Das war ein spektakulär gutes Jahr für mich. Mit meinem ersten Bundesliga-Spiel und meinem Debüt für die marokkanische Nationalelf konnte ich einen großen Sprung machen. Ich habe alle Ziele erreicht, die ich mir für 2024 gesetzt hatte“.

Topstars als Unterstützer: „Geduld und Ruhe“ nötig

Der damals 18-Jährige wurde auf seinem Weg von drei internationalen Topstars unterstützt, wie er verriet: „Meine Nationalmannschaftskollegen Brahim Díaz (Real Madrid) und Achraf Hakimi (Paris Saint-Germain) haben mir sehr geholfen. Hakimi ist mittlerweile wie ein Bruder für mich. Sie haben mir die Geduld und Ruhe vermittelt, die du als junger Spieler bei deinen ersten Schritten im Profifußball brauchst.“ Dasselbe galt laut Aznou auch für Alphonso Davies, im Bayern-Kader die wichtigste Bezugsperson für den Jung-Profi – und das, obwohl beide Konkurrenten auf der Linksverteidigerposition sind.

Für das Fußball-Jahr 2025 nannte er folgendes Ziel: „Ich möchte mir meinen Platz bei den Profis erkämpfen, das ist bei Bayern eine große Herausforderung!“ Auf die Gerüchte, in der Winterpause ausgeliehen zu werden, antwortete das große Talent: „Im Moment möchte ich mich nicht verleihen lassen. Nur für sechs Monate ist das in meinen Augen nicht die beste Option. Vielleicht wird das im Sommer ein Thema – aber das hängt davon ab, wie die nächsten Monate bis Saisonende verlaufen und was dann das Beste für meine Entwicklung ist.“

Überraschende Ausleihe zum Tabellenletzten in LaLiga und Rückkehr nach München

Ein paar Wochen und einen katastrophalen Kurzauftritt im Bundesligaspiel gegen Holstein Kiel später wurde Aznou doch noch verliehen: In LaLiga zum Tabellenletzten Real Valladolid. Seine dortige Bilanz: 13 Spiele, zehnmal Startelf, sieben Partien über die volle Distanz. Am Ende der Saison stieg er mit den kastilischen Verein auf krachende Weise ab, wohl auch chancenlos, sein Potenzial zu zeigen.

Zurück in München reiste er mit den Profis zur Klub-WM in die USA. Dort bekam er lediglich beim FCB-Auftaktsieg gegen Auckland City acht Minuten Spielzeit. Der portugiesische Nationalspielspieler Raphaël Guerreiro und der kroatische Nationalspieler Josip Stanišić wurden ihm ansonsten vorgezogen, obwohl es für beide keineswegs die Lieblingsposition ist.

Grundsätzlich beste Chancen, trotzdem Wechselwunsch

Aufgrund der langwierigen Verletzung von Alphonso Davies (Kreuzbandriss) hätte Aznou in der nun startenden Spielzeit die besten Chancen, sich größere Spielzeiten beim Rekordmeister zu sichern. Allerdings sehe der Youngster diese laut BILD unter Chefcoach Vincent Kompany nicht, weshalb er angeblich gar dauerhaft verkauft werden möchte. Ein weiterer Grund: Ende 2025 will der 19-Jährige für Marokko im Afrika-Cup auflaufen. Dafür benötigt er aber ausreichend Spielpraxis auf adäquatem Niveau. 

Ob und zu welchen Konditionen der FC Bayern Aznou ziehen lassen würde, bleibt abzuwarten. Interessenten soll es in Spanien geben – Betis Sevilla und der FC Getafe werden als potenzielle Abnehmer gehandelt.

Einschätzung der Situation vor FCB-Trainingsauftakt

Adam Aznou ist sicherlich ein großes Talent. Er soll allerdings bei seiner Rückkehr nach München keineswegs bei seinen Trainingsleistungen überzeugt haben. Dabei hat der Abwehrspieler gerade in seiner eigentlichen Kerndisziplin – Defensivarbeit und Zweikampfhärte – noch erhebliche Defizite, während sein fußballerisches Potenzial unbestritten ist.

Auffallend auch sein schneller Abfall von hochzufrieden zu offensichtlich nun absolut unzufrieden. Die Ratschläge seiner Mentoren hat er mittlerweile ganz offensichtlich völlig vergessen. Als Nachwuchstalent muss man sich aber bei den FCB-Profis „durchbeißen“, Charakter zeigen. Mit drei Jahren Verspätung könnte man sich nun auch aufgrund dieser Entwicklung fragen, warum der damals 16-Jährige tatsächlich die legendäre Talenteschmiede in Barcelona, übrigens seine Geburtsstadt, verlassen hat.

Am 28. Juli ist Trainingsauftakt an der Säbener Straße: Max Eberl, Christoph Freund und Vincent Kompany können ab dann sicherlich etwas mehr zur Aufklärung dieser Situation beitragen.

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