Der Wechsel von FCB-Nationalspieler Leroy Sané nach Istanbul ist wohl die deutsche Transfer-Sensation dieses Sommers. Warum es – auch – dazu kam.
Die ersten kursierenden Gerüchte Ende Mai, dass Tempodribbler Leroy Sané den FC Bayern Richtung türkische Süper Lig verlassen könnte, nahm in Fußball-Deutschland wohl niemand so richtig ernst. Jedoch schon zwei Wochen später wurde aus dem Belächelten plötzlich Realität: Der 70-fache Nationalspieler entschied sich gegen eine Vertragsverlängerung beim Rekordmeister und unterschrieb stattdessen einen Kontrakt beim Türkischen Meister Galatasaray Istanbul.
Ein Wechsel, den zahlreiche Bayernfans – zumindest zunächst – nicht ansatzweise verstehen konnten. Warum wechselt ein deutscher Nationalspieler im besten Fußballalter und vom Format eines Leroy Sané an den Bosporus? Die simpelste Erklärung lieferte natürlich das üppige Nettogehalt, das der 29-Jährige bei Galatasaray künftig kassiert. Aber es gab laut Gala-Chefcoach Okan Buruk auch noch weitere Gründe.
Nicht nur üppiges Gehalt ein Grund für Istanbul-Wechsel
„Ich war von Anfang an in den Gesprächen dabei. Wir haben Video-Calls gemacht, ich habe ihn immer wieder angerufen, um auch die Stimmung einzufangen“, berichtet Buruk im Interview mit Sky Sport, wie er Sané von einem Wechsel zu Galatasaray überzeugen konnte.
„Auch mit unserem Vize-Präsidenten Abdullah Kavukcu wurden da sehr gute Gespräche geführt. Es war ein Traum der Galatasaray-Fans, einen Spieler wie Leroy Sané zu holen. Es war auch unser Traum, ihn zu bekommen, weil er einfach ein unglaublicher Spieler ist.“
Mit einem aktuellen Marktwert von 32 Millionen Euro (laut transfermarkt.de) ist der Ex-Bayernspieler derzeit (zumindest bis zur Fix-Verpflichtung von Victor Osimhen) der mit großem Abstand wertvollste Spieler des amtierenden türkischen Meisters. „Er hat unheimliche Fähigkeiten“, lobt Buruk und mutmaßt: „Ausschlaggebend für den Wechsel war aus meiner Sicht, dass er mit Bayern zweimal gegen uns gespielt hat – einmal in Istanbul, einmal in München. Die Atmosphäre in Istanbul war gigantisch, das hat ihn gepackt. Auch die Herangehensweise, wie wir das Spiel gespielt haben, hat ihn noch einmal überzeugt.“
Weitere Topspieler könnten sich Sané anschließen
Weitere hochkarätige Spieler könnten Sané bald folgen: Die Verpflichtung des bislang von Napoli ausgeliehenen Topstürmers Osimhen für kolportierte 75 Millionen Euro soll in Kürze in trockenen Tüchern sein, mit dem beim FC Barcelona auf das Abstellgleis geratenen Marc-André ter Stegen könnte außerdem bald noch ein weiterer deutscher Nationalspieler hinzukommen. Auch soll es großes Interesse von Galatasaray am FCB-Innenverteidiger Minjae Kim geben.
Okan Buruk und Galatasaray haben beim Werben um Sané sicherlich einen guten Job gemacht. Dass sie dabei aber tatsächlich auch erfolgreich sein konnten, verdanken sie eher einer unglücklichen Gemengelage an der Säbener Straße. Obwohl der Spieler selbst gerne geblieben wäre, Teamkollegen, sportlich Verantwortliche und Trainer dies auch befürwortet hätten, gibt es derzeit beim Rekordmeister einige Zwänge, die zu Turbulenzen und Wertschätzungsdebatten führen. Die ob der möglichen Verpflichtung extrem euphorischen Gala-Fans waren sicherlich auch ein Pluspunkt, mit dem man bei den zuhauf hyperkritischen Anhängern des Rekordmeisters weniger rechnen sollte.
