Zu welchen Spieler-Verpflichtungen Ribéry dem FC Bayern rät

Bayern-Ikone Franck Ribéry ist seinem Herzensverein immer noch sehr eng verbunden. Nun hat er für ihn im SportBild-Interview einige Tipps parat.

Der 42-jährige Ribéry ist nicht nur regelmäßiger Gast bei den Heimspielen des FC Bayern in der Allianz Arena, auch bei der Klub-WM in den USA hat er jedes der fünf Spiele seines Ex-Vereins live im Stadion mitverfolgt. Gerne äußert er sich zu Themen rund um den Rekordmeister, zuletzt im Gespräch mit der SportBild.

Ribéry würde gerne Woltemade und Díaz beim FCB sehen

Dabei machte er sich in der Causa Nick Woltemade ausdrücklich für eine Verpflichtung des Stuttgarter Offensivspielers stark: „Ich habe ihn mit der Nationalelf gegen Portugal gesehen: Was er zeigt, ist vielversprechend. Er ist trotz seiner Größe ein technisch starker Stürmer, ein wertvoller Spielertyp für Deutschland. Sein Profil ist atypisch.“

Ribéry weiter: „Er kommt aus einer sehr guten U21-EM. Wenn der FC Bayern ihn holen könnte, wäre das nur positiv. Der Klub hat schließlich immer ehrgeizige Spieler angezogen, weil der Klub höchste Ansprüche stellt.“

Auch vom Kolumbianer Luis Díaz, den der Rekordmeister gerne vom FC Liverpool holen möchte, zeigt sich der einstige Publikumsliebling sehr angetan: Der 28-Jährige ist für ihn ein „Top-Spieler, der bei Liverpool sehr viel Gutes zeigt. Verletzungen haben ihn etwas gebremst, aber er scheint einen starken Charakter zu haben.“

Ribéry glaubt an Gnabry und Coman

Seit Ribéry und Arjen Robben einst beim FC Bayern brillierten, ist das System mit zwei Flügelstürmern beim Rekordmeister etabliert. Seinen Nachfolgern spricht der Triple-Sieger von 2013 in diesem Zusammenhang Mut zu: „Jahrelang hat der FC Bayern im 4-2-3-1 gespielt. Ich habe viele Jahre zusammen mit Arjen gespielt, dann kamen Kingsley Coman, Serge Gnabry oder auch Douglas Costa – allesamt Flügelspieler von höchster Qualität.“

Aber: „Dass alle unsere Nachfolger ständig mit uns verglichen werden, macht es ihnen natürlich schwerer. Sie sind großartige Spieler, man muss ihnen die Chance geben, ihre eigene Geschichte beim Klub zu schreiben. Auch wir sind nur deshalb zu großen Spieler geworden, weil es eine starke Mannschaft gab. Genau das ist entscheidend – die kollektive Stärke, die man ausstrahlt.“

Speziell für Coman und Gnabry, die beim Champions-League-Finalturnier 2020 auf ihrem höchsten Niveau waren, hat Ribéry einen Tipp parat: „Sie müssen dort anknüpfen, um beim FC Bayern den Unterschied auszumachen. Sie haben Qualität und Potenzial, auch wenn die Konkurrenz hart ist. Das sind große Spieler, schnell, stark im Eins-gegen-eins.“

Live im Stadion bei Musialas schwerer Verletzung

Mit einem FCB-Spieler leidet der bei den FCB-Fans immer noch so populäre Franzose besonders mit. Als sich Jamal Musiala im Viertelfinale der Klub-WM gegen Paris Saint-Germain die schweren Verletzungen zuzog, erlebte Ribéry die bitteren Szenen im Stadion live mit. Nun hat er für den 22-Jährigen aufbauende Worte: „Er wird sein früheres Niveau wieder erreichen und sogar noch stärker zurückkommen, denn diese Verletzung wird ihn mental weiterbringen“.

„Er muss einfach geduldig sein und sich gut behandeln lassen. Verletzungen gehören nun einmal zum Fußball. Natürlich wird es harte Momente geben, in denen er seine Mitspieler spielen sieht und ihnen nicht helfen kann, das wird ihn frustrieren“, so Ribéry weiter.

Ribéry kennt Musialas Situation und spricht ihm Mut zu

Ribéry weiß dabei nur zu gut, wovon er spricht. Ähnlich flink und trickreich wie Musiala erlitt er durch gegnerische Attacken zahlreiche Verletzungen. Im Jahr 2015 fiel er mit einer Sprunggelenksverletzung ganze 264 Tage aus, bereits 2008 hatte er sich das Syndesmoseband gerissen.

Aber er kam immer wieder zurück, zeigte sich körperlich und mental voller Widerstandskraft. „Es hat mich noch stärker gemacht, und vor allem habe ich es danach umso mehr geschätzt, wieder auf dem Platz zu stehen”, so Ribéry mit Blick auf Musiala.

Eine FCB-Legende, die immer noch mit seinem Herzensverein mitfiebert und nie ein böses Wort über ihn verliert. Heutzutage fast schon eine Ausnahme.

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