Koa Wusiala: Der wahre Grund für die Wirtz-Absage an den FC Bayern

Florian Wirtz wechselt zum FC Liverpool und nicht zum FC Bayern. Über die Gründe wurde viel und wild spekuliert. Nun bestätigt sich ein Verdacht.

München – Nach der Entscheidung von Florian Wirtz für den FC Liverpool startete sofort die Suche nach den Gründen und den „Schuldigen“ beim FC Bayern. Federführend wollte der kicker will dazu erfahren haben, dass den deutschen Nationalspieler die teils widersprüchlichen und nicht klar formulierten Vorstellungen zu seiner Rolle beim FC Bayern abgeschreckt haben sollen. Dagegen sollen ihm Arne Slot und der FC Liverpool eine klare Perspektive aufgezeigt haben. Diese Darstellung des Sachverhalts bestätigt sich nun nicht.

Kicker: Spielsystem-Uneinigkeit beim FCB irritiert Wirtz

So berichtete das Fußballfachblatt, dass beim FC Bayern Uneinigkeit darüber geherrscht haben soll, wie Wirtz künftig in das Spielsystem eingebunden werden sollte – ein Umstand, der beim Spieler zunächst für Zurückhaltung gesorgt und ihn letztlich abgeschreckt hatte. Trainer Vincent Kompany soll den unter Fachleuten häufig diskutierten Plan verfolgt haben, von der bewährten 4-2-3-1-Grundordnung abzurücken und auf eine 4-1-4-1-Formation umzustellen, in der Wirtz gemeinsam mit Jamal Musiala als Doppel-Zehner agieren sollte.

Die „Verhandlungsführer“ – meinte der kicker Max Eberl & Co. oder Uli Hoeneß & Co.? – sollen jedoch eine andere Vorstellung präsentiert haben und Wirtz als alleinigen zentralen Spielmacher gesehen haben. Laut diesen Informationen bzw. Gedankengängen sollten Michael Olise auf dem rechten und Musiala auf dem linken Flügel spielen.

Diese angebliche Uneinigkeit an der Säbener Straße soll bei Wirtz für Irritationen gesorgt haben. Ganz im Gegensatz dazu soll das Konzept des FC Liverpool gestanden haben. Trainer Arne Slot habe ihm versprochen, dass er zur zentralen Figur im Liverpooler Mittelfeld werden soll – in der Rolle des Spielmachers, unterstützt von Ex-FCB-Spieler Ryan Gravenberch und Alexis Mac Allister.

Außerdem soll der 22-Jährige extrem von der Atmosphäre an der Anfield Road begeistert gewesen sein, als er mit Leverkusen im CL-Ligaspiel im November 2024 mit 0:4 untergegangen war.

Kicker-Spekulationen falsch

Die Spekulationen des Fachmagazins erschienen von vorneherein äußerst fragwürdig. Denn zur angeblichen Unstimmigkeit beim Spielsystem sollte klar festgestellt werden, dass sowohl in Liverpool wie auch in München, wie auch wohl in (fast) allen Vereinen der Welt der Trainer dieses bestimmt. Wer auch immer mit den FCB-„Verhandlungsführern“ gemeint war, sie haben hier definitiv nicht das letzte Wort, sondern einzig Chefcoach Vincent Kompany und sein Trainerteam.

Wirtz glaubt selbst nicht an „Wusiala“

Gleichzeitig zu den kicker-Spekulationen wurde vermutet, dass beim Spieler selbst Zweifel daran aufgekommen sind, ob das viel diskutierte „System Wusiala“ funktionieren wird. Im Doppel-Interview mit dem FCB-Star Jamal Musiala hatten beide einst einstimmig behauptet, dass sie es sich wünschen würden, gemeinsam in einem Verein zu „zocken“. Bei der Heim-EM 2024 hatte in der Nationalmannschaft aber vor allem der Münchner geglänzt.

Und genau diese Spekulationen scheinen sich nun tatsächlich zu bewahrheiten: Denn die Süddeutsche Zeitung berichtet aktuell, dass am 18. Mai, am Tag der Meisterfeier am Marienplatz, ein „geheimes“ Treffen einer Bayern-Abordnung mit Florian Wirtz und dessen Vater Hans in einem Münchner Hotel stattfand. Demnach sprachen Vincent Kompany, Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund mit dem Nationalspieler. Trotz aller Mühen des Rekordmeisters sagte Wirtz dem FC Bayern am 23. Mai jedoch ab. Laut SZ rief der Spieler bei Kompany an, während sein Vater Hans Eberl und Hoeneß informierte. 

FCB-Coach Kompany soll mit Wirtz ein einstündiges fußballtaktisches Vier-Augen-Gespräch geführt haben. Wirtz sagte allerdings ab, „weil er fürchtete, sich in einem Positionsgerangel mit Jamal Musiala aufzureiben“, so der SZ-Bericht. Wie Wirtz spielt Musiala am liebsten im zentralen offensiven Mittelfeld. 

Die Zukunft von „Wusiala“

Das Szenario, dass die Spielweise der beiden Hochtalentierten nicht kompatibel wäre, wurde in den vergangenen Monaten in zahlreichen Expertenrunden diskutiert. Es gab Argumente für und wider. Dass sich allerdings nun offensichtlich auch Wirtz den Gegnern von „Wusiala“ anschließt, überrascht und ist eine Abkehr von seiner eigenen früher zur Schau getragenen Meinung.

„Wusiala“ ist (war?) die große deutsche Fußball-Hoffnung für die WM 2026. Was passiert mit dieser, wenn ein Teil dieses vermeintlich kongenialen Duos gar nicht daran glaubt? Was passiert künftig bei der deutschen Nationalmannschaft?

Der FC Bayern muss sich nach dieser Entscheidung die wenigsten Sorgen machen. Beide Spieler haben zwar unterschiedliche Skills, gelten aber als in etwa gleichtalentiert. Musiala scheint aber von beiden der (Willens-)Stärkere zu sein – das ist beim FC Bayern von allerhöchster Bedeutung. Ebenso die Bereitschaft, in verschiedenen Spielsystemen – als Teamplayer – zu agieren.

2 Kommentare zu „Koa Wusiala: Der wahre Grund für die Wirtz-Absage an den FC Bayern

  1. 03.11.2025, Hinterher ist man immer schlauer, aber es sieht so aus, dass Florian Wirtz bei Alonso oder Vincent Kompany besser aufgehoben wäre als bei Arne Slot in Liverpool.

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