TV-Experte: „Wirtz ist das Letzte, was die Bayern jetzt brauchen“

Florian Wirtz ist das erklärte große Transferziel des FC Bayern, offensichtlich schon für die kommende Transferperiode. Darüber ist mittlerweile eine heftige „Experten-Diskussion“ ausgebrochen.

Das Bemühen des FC Bayern um Florian Wirtz wird seit Monaten in der Öffentlichkeit diskutiert. Es gibt viele Argumente für die Zusammenführung von „Wusiala“, aber natürlich auch solche dagegen. Finanzieller, aber auch sportlicher Natur. Wenig überraschend hat sich nun erneut der ehemalige Bayernspieler Didi Hamann zu dieser Causa gemeldet, die Richtung seiner Meinung stellt ebenfalls keine Überraschung dar, seine vorgebrachten Argumente schon eher.

Der 51-Jährige bei Sky90: „Der Wirtz ist das Letzte, was die Bayern jetzt brauchen“. Außerdem werde man „mit Kimmich und Goretzka in der Mitte keinen großen Titel gewinnen. Das hat Thomas Tuchel schon angesprochen, dafür wurde er auch kritisiert, weil er es teilweise öffentlich gemacht hat.“

Hamann spricht damit den Wunsch des Ex-FCB-Trainers vor der Spielzeit 2023/24 an, eine sogenannte „Holding Six“ zu verpflichten. Am Deadline Day Anfang September 2023 war sich der Verein bereits sicher, mit dem João Palhinha diesen gefunden zu haben, der portugiesische Nationalspieler absolvierte schon den Medizincheck in München. In letzter Sekunde ließ aber dessen Klub, der FC Fulham, den Deal platzen, weil er selbst keinen Ersatz finden konnte.

Etwas überraschend lag Tuchel, mit dem er sich eine ganze Saison lang im Dauerclinch befand, nun in Hamanns Augen mit seiner damaligen Einschätzung richtig. So sollte sich der deutsche Rekordmeister nun auch eher mit einem defensiven Mittelfeldspieler verstärken und dem Wirtz-Transfer weniger Priorität einräumen.

Was ist Hamann nun in der ganzen Causa alles entgangen? Dass Palhinha mit zehn Monaten Verspätung tatsächlich an der Säbener Straße gelandet ist, dass sich Aleksandar Pavlović zwischenzeitlich auf dieser Position zum deutschen Nationalspieler entwickelt hat oder dass der FC Bayern eben genau mit den beiden deutschen Nationalspielern Kimmich und Goretzka in der Saison 2019/20 das legendäre Triple, später sogar noch das Sextupel geholt hat. In der Geschichte des Weltfußballs gelang dies ganzen zwei Vereinen.

Hamann holt stattdessen lieber weiter gegen seinen Ex-Verein und dessen Pläne aus: „Ein Innenverteidiger würde wahrscheinlich auch nicht schaden. Aber Wirtz? Natürlich wäre das dann wunderbar, wenn dann Jamal Musiala und Wirtz zusammenspielen – wobei ich auch große Bedenken habe, ob das so gut funktionieren würde. Du musst Titel gewinnen und Titel gewinnst du mit der Defensive“.

Beim früheren Nationalspieler wird man mittlerweile das Gefühl nicht mehr los, dass er reflexartig immer die aktuellen Ideen und Handlungen seines Ex- Vereins kritisiert, fast schon zwangsweise kritisieren muss. So war auch Harry Kane ein totaler Fehleinkauf für ihn, diese abenteuerliche These wiederholt er regelmäßig mit dann abwechselnden bzw. immer neuen Argumenten.

Dass Hamann nun aber sogar Thomas Tuchel in der Argumentation gegen den FCB ins Spiel bringt, den er, als dieser in München an der Seitenlinie stand, pausenlos kritisierte, ist eine neue Stufe, eine neue Dimension. Die Sachlichkeit ist beim „Sky-Experten“ längst verloren gegangen. Er wendet sich permanent gegen die aktuellen FCB-Protagonisten, aktuell selbst gegen Vincent Kompany, mit dem ausschließlich jeder an der Säbener Straße zufrieden scheint. Kein Wunder, dass ihn FCB-Sportvorstand Max Eberl mit einem „Tinitus“ verglich.

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