Der Spielerkader des FC Bayern ist aufgrund von zahlreichen Verletzungen derzeit extrem ausgedünnt. Vincent Kompany dämpft auf der PK die Hoffnungen der Fans auf eine rasche Besserung.
Im Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel gegen Inter Mailand musste FCB-Coach Kompany auf insgesamt sieben hochkarätige Profis verzichten: Manuel Neuer, Dayot Upamecano, Alphonso Davies, Jamal Musiala, Aleksandar Pavlović, Hiroki Ito und Kingsley Coman – eine halbe Weltauswahl. Vor den entscheidenden Wochen der Saison wird somit jede einzelne Rückkehr heiß ersehnt.
Seit Wochen hofft man schon auf das Comeback des französischen Vizeweltmeisters Coman (Fußentzündung) im Spieltagskader. Der deutsche Jung-Nationalspieler Pavlović soll nach seiner Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber kurz vor einer Rückkehr stehen. Trainingsbilder von Abwehrchef Upamecano ließen Hoffnungen auf ein sehr frühes „Sensations-Comeback“ aufkommen. Vor jedem Spiel ist das Comeback des fünffachen Welttorhüters Neuer ein Thema.
Zumindest für das Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund dämpfte Vincent Kompany jedoch auf der PK den dezenten Optimismus hinsichtlich einer Kaderauffüllung: „Aleksandar Pavlović und Kingsley Coman werden wir heute im Training noch einmal testen, aber ich gehe davon aus, dass sich für das Spiel gegen Dortmund nichts ändert an der Personallage.“ Vorausblickend auf das CL-Spiel in Mailand: „Auch für das Inter-Rückspiel mit Manuel Neuer können wir da noch nichts sagen.“
Auf die Prioritätensetzung im mit Topspielen eng getakteten Saisonendspurt meint der Belgier kurz später:
„Wir sind in einer Saisonphase, in der alles wichtig ist, jeder Moment, jede Minute. Wir können nicht richtig priorisieren – alles ist wichtig und hat seine Priorität. Dass es ein Klassiker ist, kommt als besondere Zutat hinzu. Gerade, wenn man (nur) 15 Spieler zur Verfügung hat mit Bundesligaerfahrung, macht das weniger Kopfschmerzen, weil wir alle brauchen, jeder eine wichtige Rolle spielt.“
Auch wenn der 39-Jährige immer wieder betont, ausschließlich von Spiel zu Spiel zu denken, das CL-Rückspiel bei Inter Mailand scheint schon eine spezielle Rolle in seinem Hinterkopf zu spielen. Immer wieder vermittelt er den Pressevertretern, dass im Duell mit dem italienischen Meister erst Halbzeit ist und er versprüht trotz der bitteren 1:2-Heimniederlage nach wie vor großen Optimismus, dass diese hohe Hürde tatsächlich noch genommen werden kann.
Dafür hofft er auch auf ein Positiv-Ergebnis im Clásico gegen den BVB: „Es gibt das Körperliche und das Mentale, wir müssen gegen Dortmund daran arbeiten, mental auch stark in die Partie in Mailand zu gehen – da gehört ein Sieg gegen Dortmund dazu.“
Dennoch scheint er im Duell mit Dortmund auf Coman und Pavlović auf zwei Spieler eher „freiwillig“ verzichten zu wollen, um diese dann wirklich fit im San Siro zur Verfügung stehen zu haben. Prestige im deutschen Traditionsduell und Absicherung der Deutschen Meisterschaft versus Erhalt der Chancen auf das „Finale dahoam“: Kompany scheint da eher die „Risikovariante“ zu nehmen und international zu denken.
