Der spanische Filigrantechniker Bryan Zaragoza konnte sich im ersten Anlauf nicht beim FC Bayern durchsetzen, kehrte in seine Heimat per Leihvertrag zurück. Hinsichtlich seiner sportlichen Zukunft äußert er sich kämpferisch, aber auch ziemlich speziell.
Aufgrund zahlreicher Verletzungsausfälle hatte der FC Bayern den heute 23-jährigen Zaragoza bereits im Januar 2024, ein halbes Jahr früher als ursprünglich geplant, vom FC Granada verpflichtet und optimistisch mit einem Vertrag bis 2029 ausgestattet. Das Profil des nur 1,64 Meter kleinen Tempodribblers schien perfekt ins Münchner System zu passen. Jedoch durfte er anschließend unter Thomas Tuchel lediglich sieben Mal in der Bundesliga auflaufen und dabei nur magere 171 Spielminuten sammeln.
Auch unter dem neuen Chefcoach Vincent Kompany konnte der junge Spanier in der Vorbereitungsphase für die laufende Spielzeit nicht ausreichend Pluspunkte für eine vernünftige Perspektive im exzellent besetzten FCB-Kader sammeln. So wurde Zaragoza, der an der Säbener Straße offensichtlich auch unter Verständigungs- bzw. Sprachproblemen litt, für eine Saison zu CA Osasuna, einem LaLiga-Verein in Pamplona, verliehen – ohne Kaufoption.
Starker Start in Spanien wird von Verletzungspech gebremst
Dort blühte er zunächst auf, verzauberte die Fußballwelt mit einem herausragenden Tor bei Osasunas 4:2-Sieg über den großen FC Barcelona, feierte gar wieder ein Comeback in der spanischen Nationalmannschaft, dem amtierenden Europameister. Anfang Dezember 2024 jedoch der nächste Nackenschlag: Mittelfußbruch, zwei Monate Spielpause. Der junge Mann mit dem großen Kämpferherz meldete sich danach wieder eindrucksvoll zurück, um nun erneut mit Beschwerden im rechten Oberschenkel aus dem Trainingslager der spanischen Nationalmannschaft abreisen zu müssen.
Bei LaLigaWorld sprach der 23-Jährige nun über seine aktuelle Situation und die Zukunft beim FC Bayern. „Letztendlich habe ich nach etwas gesucht, das meinen Werten entspricht: Demut, harte Arbeit und Aufopferung. Osasuna hat mir die Chance gegeben, wieder Bryan zu sein, ich selbst zu sein“.
Zaragozas größte Stärke
Der Linksaußen gibt sich kämpferisch: „Ich denke, meine größte Stärke ist, dass ich Fußball mag. Ich habe nie beschlossen, aufzuhören und oder Rückzieher zu machen – im Gegenteil. Es hat mir Kraft gegeben zu sagen: Jetzt werden sie sehen, wer Bryan ist.“ Mit Osasuna ist der Klassenerhalt noch nicht ganz sicher, er möchte sich ausschließlich auf seinen derzeitigen Verein konzentrieren und schlichtweg „Spaß haben“.
„Gott wird entscheiden“
Auf die Frage, für welchen Verein er 2025/26 auflaufen wird, hat Zaragoza eine sehr spezielle Antwort: „Und Gott wird entscheiden, was nächstes Jahr ist.“ Bei CA Osasuna wird es aller Voraussicht nach nicht sein. Die Basken haben bereits mehrfach verlauten lassen, dass die zu erwartende Ablösesumme seitens des FC Bayern, die sich wohl in einem niedrigen zweistelligen Millionenbereich bewegen sollte, definitiv nicht zu stemmen sei.
Vielleicht führt der Fußballgott aber Zaragoza auch zurück an die Säbener Straße und er kann dort endlich auch zeigen, „wer Bryan ist“.
