Sommer-Neuzugang João Palhinha spielt beim FC Bayern bisher eine unbefriedigende Saison. Das will der portugiesische Nationalspieler nun ändern.
Nachdem sein Wechsel zum FC Bayern am Deadline Day in der Sommer-Transferperiode 2023 noch auf dramatische Weise gescheitert war, landete Palhinha, Thomas Tuchels Wunschspieler für die „Holding Six“ mit einem Jahr Verspätung doch noch beim Rekordmeister. Zusammen mit Jungnationalspieler Aleksandar Pavlović sollte er um die Position in der defensiven Münchner Schaltzentrale neben Joshua Kimmich kämpfen – oder sogar diesen ersetzen. Dies ist dem 29-Jährigen bislang nicht ansatzweise gelungen.
Kurzes Zwischenhoch – dann schwere Verletzung
Zu Beginn seiner Bayernzeit kam er nicht am gesetzten Duo Kimmich / Pavlović vorbei. Als sich letzterer im Herbst schwer an der Schulter verletzte, schien jedoch seine Stunde geschlagen zu haben. Palhinha war dann maßgeblich daran beteiligt, dass Vincent Kompanys Team die Defensivschwächen mit zahlreichen Gegentoren überwand und eine Serie mit sieben Siegen ohne Gegentor startete. Allerdings kam zeitgleich Kritik auf, dass mit ihm die Kreativität verloren gehen würde.
Mitte November 2024 zog sich der Portugiese dann bei der Nationalmannschaft einen Muskelbündelriss im rechten Adduktorenbereich zu und fiel für mehr als zwei Monate aus. Die Gunst der Stunde nutzte wiederum der deutsche Nationalspieler Leon Goretzka, welcher selbst zu Saisonbeginn auf dem Abstellgleis gestanden war, aber aktuell nicht mehr aus der Startformation des Rekordmeisters wegzudenken ist und nun sogar ein Nationalmannschafts-Comeback feiert.
Palhinha will sich beim FC Bayern durchsetzen
Schnell kamen Gerüchte auf, Palhinha könnte den Verein im kommenden Sommer nach nur einem Jahr wieder als „großes Missverständnis“ verlassen, er hätte im Kompany-System keine wichtige Rolle.
Der Mittelfeldspieler denkt jedoch nicht im Geringsten an einen vorzeitigen Abgang von der Säbener Straße, will sich stattdessen beim deutschen Rekordmeister nachhaltig durchsetzen. „Die Gerüchte über einen Abschied interessieren mich nicht. Ich werde alles dafür tun, um zu zeigen, warum der Klub für mich das Geld ausgegeben hat“, so der Portugiese gegenüber der SportBild: „Ich denke nicht daran zu gehen.“
Zuletzt sah Palhinha bei der Bundesliga-Heimniederlage gegen den VfL Bochum eine – allerdings höchst umstrittene – Rote Karte, die jedoch nur mit der Mindestsperre von einem Spiel bestraft wurde, welche der Portugiese bereits in Berlin abgesessen hat: „Ich war enttäuscht, weil ich mich zeigen wollte. Aber das ist Vergangenheit. Ich bin bereit für neue Herausforderungen.“
Vorbilder und Chancen des Portugiesen
Als Vorbild nennt Palhinha nun ganz speziell Goretzka, der ihn selbst auf seiner Position verdrängt hat. Er selbst bleibt optimistisch: „Noch in der vergangenen Saison haben sich fast alle über einige Spieler bei uns beschwert: Leon Goretzka, Dayot Upamecano, Alphonso Davies. Viele Spieler, die exemplarisch für meine Situation jetzt stehen. Ich will einfach zeigen, was ich kann.“
Der portugiesische Nationalspieler könnte tatsächlich in der laufenden Saison noch eine wichtige Rolle beim FC Bayern spielen. Meisterschaftskampf und eine möglicherweise erfolgreiche CL-Saison lassen den Terminplan des Rekordmeisters anschwellen, der am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankte Pavlović gar bis zum Saisonende ausfallen. Die verfügbaren Mittelfeldspieler des FCB, auch der zuletzt vermehrt als Rechtsverteidiger eingesetzte Konrad Laimer gehört dazu, haben zudem verschiedene Stärken, welche dem Anforderungsprofil durch den jeweiligen Gegner entsprechend genutzt werden könnten.
