Der sonstige Chefkritiker Didi Hamann ist von der Leistung des FC Bayern in der CL-Partie gegen Leverkusen verblüfft und spricht entgegen sonstiger Gepflogenheiten sogar Lob für seinen Ex-Verein aus.
In seiner Kolumne für Sky zeigt sich der 51-Jährige überrascht von der Performance des Rekordmeisters im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayer Leverkusen. Im siebten Anlauf konnten die Münchner endlich die Werkself unter dem Trainer Xabi Alonso besiegen und mit dem klaren 3:0 die Tür ins Viertelfinale der Königsklasse weit aufstoßen.
Lob für fehlerfreie Bayern
Hamann findet lobende Worte für die nahezu fehlerfreie Leistung der Mannschaft von Vincent Kompany, während sich die Werkself auffallend viele grobe Schnitzer leistete. Der ehemalige deutsche Nationalspieler ist ganz offensichtlich am meisten von der geschlossenen Teamleistung der Bayern überrascht gewesen.
“Der Rekordmeister hat das gegen einen Gegner, gegen den sie zuletzt sechsmal nicht gewonnen haben, sehr souverän und unaufgeregt heruntergespielt. […] Diese Leistung war im Stile einer Top-Mannschaft“, zeigt sich Hamann verblüfft vom FCB-Auftritt, speziell weil der souveräne Bundesliga-Tabellenführer solche Leistungen seiner Meinung nach in den letzten Wochen kaum zeigen konnte.
Kritik für Xabi Alonso
Dagegen machte Xabi Alonso aus Hamanns Sicht zwei gravierende Fehler bei der Einstellung seines Teams: die Torwart-Entscheidung und das Fehlen eines klassischen Mittelstürmers. Alonsos häufig Rotation auf der Torwart-Position findet dabei Hamanns Kritik: „Alonso wechselt die Torhüter durch, wie er das Gefühl hat. Wenn du aber immer davon sprichst, dass du zwei Nummer Einsen hast, dann besteht auch die Gefahr, dass du irgendwann nur noch zwei Nummer Zweien hast.“
So sieht der 51-Jährige für die Bayer-Elf für das Rückspiel nur äußerst geringe Chancen. Die einzige Möglichkeit sei ein frühes Tor und ein konstantes Unter-Druck-Setzen der Bayern. Sollte Bayern jedoch in Führung gehen, ist das Spiel aus Hamanns Sicht entschieden – dann wird Leverkusen nichts mehr ausrichten können.
Hamann kein wirklich aufmerksamer „FCB-Insider“
So schön es für den FC Bayern und seine Fans ist, auch einmal Lob von ihrem Dauerkritiker zu erfahren, überraschen Hamanns Gedankengänge durchaus. Alle beim FC Bayern erwähnen, betonen und loben den speziellen Teamspirit, seit Kompany an der Säbener Straße trainieren lässt. Nach der extremen Belastung der drei Spiele innerhalb von nur sechs Tagen gegen Celtic Glasgow (zweimal) und in Leverkusen haben sich die Leistungen bei den Siegen gegen den BL-Dritten Frankfurt (4:0) und beim Vizemeister in Stuttgart (3:1) bereits stark verbessert.
Dagegen war es Alonsos „Fast-Erfolgsgeheimnis“ beim 0:0 im BL-Spiel vor drei Wochen, für welches Bayer generelles Lob und Bayern viel Tadel erhalten hatte, dass er eben ohne echten Mittelstürmer spielen ließ. Zum schweren Torwartfehler von Bayer-Schlussmann Matěj Kovář beim zwischenzeitlich 0:2 in München sei angemerkt, dass sich Lukáš Hrádecký solche Lapsus in den Jahren zuvor in der Allianz Arena auch regelmäßig geleistet hat.
