Der FC Bayern hat mit dem Rückzug des Vertragsangebots an Joshua Kimmich überrascht. Ex-FCB-Kapitän Philipp Lahm hat Verständnis für die Entscheidung.
Joshua Kimmich gilt in gewisser Weise als Nachfolger der FCB-Legende Philipp Lahm, mit der er von 2015 bis 2017 noch gemeinsam die Fußballschuhe für den Rekordmeister geschnürt hat. Beide spielten viele Jahre für den Verein, zunächst als Außenverteidiger, dann als Mittelfeldstrategen. Der Weltmeister-Kapitän von 2014 bekleidete dieses Amt auch lange Zeit an der Säbener Straße. Sein Nachfolger wurde Manuel Neuer, den in Kürze eigentlich Joshua Kimmich beerben sollte. Wenn dieser endlich seine Vertragsverlängerung in München unterzeichnet.
Lahm: Verein braucht Planungssicherheit
Bei diesem Vertragspoker stellt sich Lahm nun auf die Seite der Verantwortlichen des FC Bayern. Kimmichs Vertrag läuft im Sommer aus, der Klub zog sein Verlängerungsangebot zuletzt zurück, weil ihm die Entscheidungsfindung Kimmichs offensichtlich zu lange dauerte. Dazu der 41-Jährige: „Der FC Bayern ist offenbar gewillt, dass Kimmich bleibt. Aber es kommt der Zeitpunkt, an dem auch der Verein für die neue Saison planen muss“.
„Jo Kimmich ist ein wichtiger Spieler, der zudem fast jedes Spiel macht. Sollte er den Verein verlassen, muss der FC Bayern für ihn einen Nachfolger suchen und verpflichten“, so Lahm. Es gehe nicht, dass ein Spieler womöglich erst im Mai eine Entscheidung treffe und sich verabschiede. „Ich kann daher verstehen, dass der FC Bayern Planungssicherheit haben will.“
Lahms Hoffnung – auch hinsichtlich seiner eigenen Ambitionen?
Lahm hofft jedoch, dass Kimmich über den Sommer hinaus für den FC Bayern auflaufen wird, auch weil er ihn als wichtige Identifikationsfigur für die Fans sieht. „Darum fände ich es wichtig, dass Kimmich beim FC Bayern bleibt. Die Tür scheint ja noch nicht zu, deshalb sollten wir abwarten, wie es weitergeht“.
Philipp Lahm selbst bringt sich derzeit in der Öffentlichkeit wieder für ein Amt beim FC Bayern ins Gespräch. Nachdem er vor acht Jahren direkt nach seinem Karriereende als aktiver Spieler den vorgeschlagenen Posten als Sportdirektor noch ausgeschlagen hatte, weil er bereits mit einem Vorstandsjob geliebäugelt hatte, scheint der gebürtige Münchner jetzt für eine Tätigkeit bei seinem Herzensverein offen zu sein.
Titelbild: FCB-Kapitän Lahm 2013 mit dem Henkelpott in Wembley.
