Es ist eine ManUnited-Saison zum Vergessen. In der Premier League abgeschlagen auf dem 14. Platz kam in der 5. Runde des FA Cups nun auch auf dramatische Weise das Aus gegen Fulham. Mittendrin ein Ex-Bayern-Spieler.
Der englische Rekordmeister Manchester United (20 Titel) steckt in einer tiefen Krise. Bereits in der vergangenen Saison hätte man mit Rang 8 in der Liga die internationalen Plätze verfehlt, hätte man nicht sensationell im Endspiel des FA Cups den sportlich weit entfernten Lokalrivalen City besiegt.
Um wieder in die Erfolgsspur zu kommen, ging der Verein im letzten Sommer groß auf Einkaufstour, verpflichtete unter anderem Matthijs de Ligt und Noussair Mazraoui vom FC Bayern, aber auch den früheren FCB-Campus-Spieler und heutigen niederländischen Nationalspieler Joshua Zirkzee. Der Erfolg in der Premier League bleibt jedoch auch in dieser Spielzeit aus, die verbliebenen Hoffnungen der Red Devils, die zuletzt 2013 englischer Meister wurden, beruhen auf den Pokalwettbewerben.
Dramatisches Ausscheiden im FA Cup
Und auch da gab es nun im Achtelfinale des FA Cups zuhause im Old Trafford ein bitteres Ausscheiden gegen den Ligakonkurrenten Fulham. Nach dramatisches 120 Minuten stand es 1:1, das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen.
Die ersten drei Schützen auf beiden Seiten verwandelten, bis der schwedische Nationalspieler Victor Lindelöf auf United-Seite am ehemaligen deutschen Nationalkeeper Bernd Leno scheiterte. Nachdem Antonee Robinson Fulham in der Elfmeter-Lotterie mit 4:3 in Führung gebracht hatte, war Zirkzee an der Reihe. Der Druck auf den 23-Jährigen war gewaltig – auch er scheiterte an Leno.
Weinender Zirkzee nach Fehlschuss
Der ehemalige Bayernspieler, der in der Triplesaison 2019/20 unter Hansi Flick zwischenzeitlich einen raketenartigen Start in der Bundesliga gefeiert hatte – zweimal spät eingewechselt schoss er jeweils mit dem ersten Ballkontakt den Sieg- bzw. Führungstreffer, ging sofort nach dem Fehlschuss in die Hocke, vergrub das Gesicht in den Händen und weinte.
Von den Mitspielern kamen keine Vorwürfe, stattdessen klopften sie ihm aufmunternd auf den Rücken oder nahmen ihn in den Arm. Auch Uniteds portugiesischer Trainer Ruben Amorim tröstete seinen konsternierten Schützling, der gegen Arsenal in der Runde zuvor noch der Elfmeter-Held gewesen war.
Dieses Mal tröstende Worte in den Social Media
Anders als er dies zuvor in den sozialen Medien in England schon hatte erfahren müssen, gab es diesmal dort statt Häme und Hass fast ausschließlich aufbauende Worte für den 23-jährigen Pechvogel. „Zirkzee hat so gut gespielt, das ist herzzerreißend“, schrieb ein Fan. Ein anderer: „Zirkzee weint nach dem verschossenen Elfmeter. Dabei war er der Einzige, der in den letzten 45 Minuten Chancen kreierte.“
Ein weiterer United-Anhänger: „Weint Zirkzee? So schlimm ist es nicht, Bruder. Arbeite einfach weiter an deinem Spiel. Es ist nicht die Champions League!“
Nur die Qualifikation für diese ist derzeit für Zirkzee, der beim FCB-Triumph 2020 in Lissabon dabei gewesen war, und Manchester United meilenweit entfernt. In der UEFA Europa League steht man noch im Achtelfinale gegen Real Sociedad San Sebastian, die letzte Chance für Europa in der laufenden Saison.
