Jamal Musiala und Florian Wirtz gelten international als das Traum-Duo des deutschen Fußballs. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat zu diesem Thema eine eher spezielle Ansicht.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass der FC Bayern bereits ein Auge auf Florian Wirtz geworfen hatte, bevor dieser im Januar 2020 vom 1. FC Köln zu Bayer Leverkusen wechselte. Das Interesse steigerte sich im Laufe der Jahre immer mehr und so ist die kürzliche Aussage vom Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß – „Wenn ich einen Traum haben darf, dann würde ich sagen, dass Florian Wirtz zum FC Bayern muss“ – alles andere als eine Überraschung. Sportdirektor Christoph Freund, CEO Jan-Christian Dreesen und Präsident Herbert Hainer bestätigten diesen Wunsch an der Säbener Straße in kurzer Abfolge.
Neben dem FC Bayern gelten auch Real Madrid und Manchester City als aussichtsreiche Kandidaten im Buhlen um den hochtalentierten 21-jährigen Nationalspieler. Aber auch ein Verbleib bei Bayer Leverkusen, wo er noch einen Vertrag bis 2027 besitzt, ist ein realistisches Szenario.
Lothar Matthäus sieht in der TV-Sendung Sky 90 Wirtz auf alle Fälle noch länger in Leverkusen: „Ich habe das Gefühl, dass Wirtz bis zur Weltmeisterschaft 2026 in Leverkusen bleibt. Ich glaube, er will sich fokussieren – nicht jetzt alleine auf diese Saison und auf die nächste, sondern dieses große Ziel von einem Musiala, von einem Wirtz. Nationale Titel sind wunderschön. Aber Weltmeister zu werden, dieses große Ziel vor Augen, mit einer guten Mannschaft, mit einem tollen Trainer – das sind die Ziele, die sie haben.“
Deswegen rät Matthäus Wirtz, noch nicht zu den Bayern gehen: „Ich würde es an seiner Stelle nicht machen. Ich würde auch nicht zu Real Madrid gehen. Er ist ein junger Spieler und kann noch einiges dazulernen – vor allem, wenn Alonso in Leverkusen bleiben sollte. Deswegen glaube ich nicht, dass Wirtz Bayer 04 Leverkusen nach dieser Saison verlassen wird.“
Zudem bezweifelt der Weltmeister von 1990 auch stark, dass Wirtz und Jamal Musiala beim FC Bayern harmonieren würden. Seine Erklärung: „Sie sind ja ähnliche Spieler. Bayern München hat ein System mit zwei Flügelspielern. Dieser Spieler ist ja Wirtz nicht. Also müsste Wirtz mehr in der Mitte spielen, wo auch Musiala spielt. Und dann stehen sie sich vielleicht doch das eine oder andere Mal im Weg.“
Die Schlussfolgerung des Ex-FCB-Spielers: „Ich glaube, dass Wirtz und Musiala gut beraten sind, wenn sie vielleicht nicht tagtäglich zusammenspielen. In der Nationalmannschaft hast du zehn Spiele im Jahr – da funktioniert es.“
Das sehen die Bayernbosse, aber wohl auch die beiden 21-Jährigen ganz anders. In vielen Interviews haben sie bereits ihr großes Vergnügen, gemeinsam als „Wusiala“ anzutreten, kundgetan. Man hätte unglaublich viel Spaß dabei, „gemeinsam zu zocken“.
Die Champions League, die Matthäus selbst nie gewinnen konnte, ist übrigens auch für jeden Fußballer ein riesiges Ziel. Wirtz und Musiala verstehen sich auch privat ausgezeichnet, das kann man im Verein viel besser als bei den jährlichen zehn Spielen in der Nationalmannschaft ausleben. Und wer sagt, dass der FC Bayern, sollte sich Wirtz ihm tatsächlich anschließen, nur ein einziges Spielsystem spielen kann und sich nicht der neuen Situation mit ihm anpassen kann.
