6 aus 9 – die Bayern-Formel für das „Wunder“ Champions League Achtelfinale

Vor dem Auswärtsspiel bei Feyenoord Rotterdam waren die Chancen des FC Bayern auf einen direkten Einzug ins Champions League Achtelfinale ziemlich gut. Das deprimierende 0:3 ließ diese aber dramatisch sinken. Wie es doch noch funktionieren könnte.

In der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel beim Tabellen-Vierten der niederländischen Eredivisie Feyenoord Rotterdam war man beim FC Bayern optimistisch, dass man mit einem Sieg beste Voraussetzungen für die direkte Qualifikation für das CL-Achtelfinale schaffen könnte. Dafür benötigt man in der neu geschaffenen Gruppenphase einen Top 8 Platz.

Vincent Kompanys Rechnung auf der PK vor dem Match in De Kuip: 18 Punkte aus den acht Liga-Partien werden höchstwahrscheinlich für die ersten Acht reichen. Dafür wären noch zwei Siege in Rotterdam und zum Abschluss gegen das bislang punktlose Slovan Bratislava nötig gewesen. Aufgrund vieler aus FCB-Sicht günstiger Spieltagsergebnisse und des bis zur Feyenoord-Pleite ausgezeichneten Torverhältnisses hätte sogar ein Unentschieden in den Niederlanden für eine gute Ausgangslage vor der Partie gegen den slowakischen Meister gereicht. Aber es sollte eben ganz anders kommen.

Tatsächlich wäre der FC Bayern mit einem Sieg auf Rang 5 geklettert und selbst mit einem Unentschieden noch auf Platz 8. Die in der Entstehung extrem unnötige und unglückliche 0:3-Pleite hatte dagegen ein Abrutschen auf Platz 15 zur Folge und lässt die Top 8 mehr als unwahrscheinlich erscheinen.

Die ersten Vier der CL-Tabelle Liverpool (21), Barcelona (18), Arsenal und Inter Mailand (je 16) sind punktemäßig nicht mehr zu erreichen, Platz 5 bis 14 – zumindest theoretisch – jedoch schon noch.

Was ist für ein FCB-Wunder notwendig?

Der deutsche Rekordmeister muss selbst – möglichst klar – gegen Slovan Bratislava gewinnen und mindestens sieben der zehn vor ihm liegenden Mannschaften überholen. In den folgenden neun Partien entscheidet sich alles:

Red Bull Salzburg – Atlético Madrid (15 Punkte): Dass der spanische Spitzenclub in der Mozartstadt verliert, sollte nahezu auszuschließen sein. Die Roten Bullen haben in Österreich mittlerweile ihre Vormachtstellung an Sturm Graz verloren, sind in der heimischen Liga, die zudem noch pausiert, abgeschlagener Tabellen-Fünfter. Vor drei Wochen erlitt man in einem Testspiel gegen den FC Bayern eine empfindliche 0:6-Klatsche.

Dinamo Zagreb – AC Milan (15 Punkte): Der kroatische Serienmeister hat sich zwar nach dem 2:9 in München zum Auftakt der CL-Ligaphase stabilisiert und besitzt mit acht Punkten noch theoretische Chancen auf eine Playoff-Qualifikation, Milan dürfte jedoch zu abgezockt sein, um nicht mindestens einen Punkt für den direkten Aufstieg ins Achtelfinale zu holen.

FC Barcelona – Atalanta Bergamo (14 Punkte): Wie motiviert geht Flicks Barça in diese Partie? Mit einem Sieg könnte man zum Abschluss der Ligaphase noch den FC Liverpool (in Eindhoven) von der Spitze verdrängen. Eine Prestigeangelegenheit. Holen die Italiener einen Punkt in der katalanischen Metropole, müsste der FC Bayern Bratislava mit acht(!) Toren Unterschied schlagen, um letztendlich vor ihnen zu landen.

Bayer Leverkusen (13 Punkte) – Sparta Prag: Niemand kann ernsthaft an einem Sieg des deutschen Titelkonkurrenten zweifeln.

Aston Villa (13 Punkte) – Celtic Glasgow (12 Punkte): Der schottische Meister ist bereits sicher für die Playoffs qualifiziert, könnte sich mit einem Sieg aber für die obere Hälfte qualifizieren. Ein Hoffnungsschimmer für den FC Bayern?

Inter Mailand – AS Monaco (13 Punkte): Die Monegassen dürfen beim Tabellen-Vierten aus FCB-Sicht nicht gewinnen und Inter könnte bei einer Niederlage selbst noch aus den Top 8 rutschen (nicht mehr aber hinter den FC Bayern).

OSC Lille (13 Punkte) – Feyenoord Rotterdam (13 Punkte): Ein für den FC Bayern perfektes Ergebnis wäre natürlich ein Unentschieden.

Brest (13 Punkte) – Real Madrid: Traditionell freuen sich die Bayernfans über jede Niederlage der Königlichen. Dieses Mal könnte es zur Ausnahme kommen. Allerdings: Madrid ist als Tabellen-16. nur um ein Tor schlechter als der FCB, könnte also selbst noch auf die Überholspur kommen. Eine Niederlage, selbst ein Unentschieden könnte Madrid dagegen zu einem potenziellen Playoff-Gegner des deutschen Rekordmeisters machen.

Borussia Dortmund (12 Punkte) – Shakhtar Donezk: Den derzeit schwächelnden deutschen Erzrivalen muss Bayern über das Torverhältnis einfangen. Bei Punktgleichheit lautet das BVB-Torverhältnis aktuell 19:11, das des FCB 17:11.

6 aus 9: Sechs dieser neun CL-Partien müssen im Sinne des FC Bayern laufen. Schon bei Atlético (in Salzburg) und Bayer (gegen Prag) fehlt einem aber die Fantasie, darauf zu hoffen, dass es für den FCB laufen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Rekordmeister ohne Playoffs für das Achtelfinale qualifiziert, tendiert gegen Null. Es wäre tatsächlich so etwas wie ein Fußball-Wunder, auf alle Fälle wesentlich mehr als der gesamte Bayerndusel, der dem Verein seit Jahrzehnten angedichtet wird.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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