Zum Todestag von Beckenbauer: Herrliche Anekdote zur Arena-Finanzierung

Anlässlich des ersten Todestags von Franz Beckenbauer, dem größten deutschen Fußballer aller Zeiten, tauchen wieder zahlreiche Geschichten und Anekdoten über den Kaiser auf. Eine besonders charmante stammt von seinem langjährigen Wegbegleiter Uli Hoeneß.

Der vor einem Jahr verstorbene Franz Beckenbauer war der Kaiser, die Lichtgestalt nicht nur der FC Bayern-, sondern auch der deutschen Fußballgeschichte. Bereits auf dem Platz elegant, majestätisch, übertrug er dies auf seine späteren Aufgaben als Trainer und Funktionär.

Überragender Kicker, noch besserer Mensch

Beim Versuch, all die Verdienste und Erfolge des zweimaligen Weltmeisters und fünfmaligen Europapokalsiegers aufzuzählen, muss man schlichtweg scheitern. Die Erzählungen seiner Kameraden und Weggefährten über ihn lassen es aber erahnen: Seine Aura, Güte und Menschlichkeit übertrafen sogar noch seine (Weltklasse-)Leistungen auf und neben dem Fußballplatz. Er hatte aber auch den Schalk im Nacken, wie eine besonders charmante Anekdote von Uli Hoeneß lebhaft veranschaulicht.

Franz Beckenbauer hatte als Fußball-Botschafter im Sommer 2000 die WM 2006 nach Deutschland geholt. Diese frohe Kunde erfreute nicht nur die deutschen Fußballfans über die Maßen, sie gab auch dem FC Bayern Hoffnung, endlich den lange geplanten Bau einer modernen reinen Fußballarena anzutreiben.

Hoeneß-Interview 2020 zum Arena-Projekt

Ich habe alle Welt mobilisiert für dieses Projekt, denn Sie müssen ja bedenken, dass wir keine finanzielle Unterstützung von der Stadt oder dem Staat bekamen – anders als viele andere europäische Clubs in solchen Fällen. Wir mussten die Mittel selbst organisieren.“

Franz Beckenbauer war damals auch eine treibende Kraft, ihn hatte ich zum Beispiel extra beim ersten Vorgespräch mit der Allianz mitgenommen. Im Nachhinein war dieser Tag einer der entscheidenden. Franz muss man überhaupt dankbar sein. Denn nur weil er die WM 2006 nach Deutschland geholt hat, spielte Ude damals überhaupt mit“.

Wie Beckenbauer die Allianzbosse auf seine Seite brachte

Wie jenes Gespräch mit den Allianz-Vorständen genauer abgelaufen war, verriet der heutige Ehrenpräsident des FC Bayern aber erst nach dem Tod des Kaisers, der zu damaligen Zeitpunkt (insgesamt von 1994 bis 2009) Präsident des Rekordmeisters gewesen war.

Ehe die Gespräche damals starteten, hatte Beckenbauer laut Hoeneß in die Runde der Top-Manager geblickt und ihnen auf seine typische, unverwechselbare, charmante Art eröffnet, sie alle hätten Glück, dass sie in dieser Runde sitzen. Er selbst hätte nämlich vor Jahrzehnten bei der Allianz als Azubi gearbeitet – und wäre er geblieben, säße er heute an ihrer Stelle.

Hoeneß wäre bei diesen Worten fast von seinem Stuhl gefallen und hatte große Befürchtungen, dass Beckenbauer mit dieser Ouvertüre schon alle Chancen zunichte gemacht hätte, bevor die eigentlichen Verhandlungen überhaupt erst starteten. Zu seiner Überraschung war das Gelächter am Verhandlungstisch aber groß, die Stimmung bestens, Beckenbauer hatte es mit seinem berühmten Augenzwinkern gesagt, und Stunden später begleitete der Vorstandsvorsitzende die beiden FCB-Bosse sogar noch hinunter bis zum Ausgang im Erdgeschoss.

Franz-Beckenbauer-Arena in München-Fröttmaning

Vor diesem Hintergrund sollte man den Wunschtraum vieler FCB-Fans, die Allianz Arena in Franz-Beckenbauer-Arena umzubenennen, nie ganz aus den Augen verlieren…

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

4 Kommentare zu „Zum Todestag von Beckenbauer: Herrliche Anekdote zur Arena-Finanzierung

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Bayern Total

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen