Bouna Sarr gilt als einer der größten Flops in der FCB-Historie. Derzeit ist er vereinslos und betreibt mit einem interessanten Detail aus seiner Zeit beim Rekordmeister Eigenwerbung für ein neues Engagement.
„Ich habe Lust, wieder Fußball zu spielen. Ich weiß, dass ich einen echten Mehrwert für eine Mannschaft bieten kann“, so Sarr im Interview mit dem französischen Fußballportal Footmercato. Im vergangenen Sommer habe der bald 33-jährige Rechtsverteidiger zwar „einige Anfragen“ gehabt. Allerdings hätten sich die interessanten Optionen aufgrund von Bedenken wegen seines im Dezember 2023 beim Training an der Säbener Straße erlittenen Kreuzbandrisses zerschlagen.
Letztes Spiel liegt über ein Jahr zurück
Der senegalesische Nationalspieler weiter: „Es gab Fragen zu meiner Genesungszeit, das hat in den Gesprächen mit höherklassigen Vereinen eine große Rolle gespielt.“ Sein letztes Pflichtspiel absolvierte Sarr am 11. November 2023 für den FC Bayern beim 4:2-Sieg über den 1. FC Heidenheim, bei dem er über die gesamte Spielzeit auf dem Platz stand.
Insgesamt wurde er beim deutschen Rekordmeister in 3 1/2 Jahren lediglich in 16 Bundesligaspielen, aber immerhin in elf Champions League Spielen eingesetzt (10 Siege – ein Unentschieden!). Dass es nur so wenige Einsatzzeiten wurden, lag keineswegs, wie häufig nachgesagt, hauptsächlich an seiner mangelnden Qualität, sondern an einer nahezu unheimlichen Serie an schwerwiegenden Verletzungen.
Fitness war immer eine Stärke – Sarr hoffnungsvoll
Aufgrund vieler Einheiten mit Fitnesstrainern im Senegal und in Dubai sei er aber aktuell wieder „zu 100 Prozent fit. Ich werde keine Probleme haben, mich in eine Gruppe einzufügen und in der zweiten Saisonhälfte meinen Beitrag zu leisten.“
Der Afrikameister von 2022 – zusammen mit Sadio Mané als Stammspieler des Senegal – war nach eigenen Angaben bei seinen bisherigen Stationen „immer die Nummer eins in allen körperlichen Tests. Sogar bei Bayern München, Marseille und überall. Ich glaube nicht, dass ich durch die Verletzung all diese Qualitäten verloren habe. Ich bin 32 Jahre alt und denke, dass ich noch bis 37 oder 38 spielen kann.“
Mit Blick auf seine sportliche Zukunft bleibt Sarr hoffnungsvoll: „Ich vermisse den Fußball wirklich. Ich möchte wieder auf einem guten Niveau Fußball spielen. Zumal ich keine besonderen finanziellen Ansprüche habe. Ich bin nicht verschlossen, was die Ligen angeht. Es kann Frankreich sein, Spanien, England, was auch immer. Ich warte nur darauf, dass man mir eine Chance gibt.“
Rückkehr nach Marseille?
Spekuliert wird immer wieder über eine Rückkehr Sarrs nach Marseille, wo ihn die Anhänger offenbar in guter Erinnerung haben: „Ich bekomme sehr viele Nachrichten von Fans aus Marseille. Es gibt viele Leute, die nichts dagegen hätten, wenn Bouna Sarr bei OM aushelfen würde.“
Nach fünf Jahren in Marseille war Sarr im Oktober 2020 für acht Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt. Er war damals so etwas wie ein Wunschspieler des damaligen Cheftrainers Hansi Flick, dem nach seinem Triple-Erfolg 2020 allerdings von Sportvorstand Hasan Salihamidžić zuvor sehr viele Wünsche nicht erfüllt worden waren. Sarr hatte den aktuellen Coach des FC Barcelona in einem Freundschaftsspiel Anfang August 2020 überzeugt, welches der FCB kurz vor dem CL-Final-Turnier in Lissabon am Campus mit 1:0 für sich entschieden hatte.
Titelbild: Max Eberl verabschiedet den damals verletzten Sarr vor dem letzten Heimspiel 2023/24 gegen den VfL Wolfsburg (2:0).
