Nach einer extrem dominanten ersten Halbzeit kam der FC Bayern durch eine Unachtsamkeit Anfang der 2. Halbzeit gegen den 1. FC Heidenheim kurz in Bedrängnis. Der eingewechselte Jamal Musiala sorgte aber mit seinen beiden Treffern für den letztendlich klaren 4:2-Sieg des souveränen Bundesliga-Tabellenführers.
Beim Gang in die Halbzeitpause werden sich die Spieler des FC Bayern wohl gefragt haben, wie es möglich sein kann, dass man bei 86 Prozent Ballbesitz und 12:0 Schüssen nur mit einem dünnen 1:0 führt. Diese Fahrlässigkeit rächte sich dann schon kurz nach Wiederanpfiff, weil Dayot Upamecano, der bis dahin nicht nur wegen seines Tores der überragende Mann auf dem Platz gewesen war, einen zu kurzen Rückpass auf Daniel Peretz spielte, den der Heidenheimer Mathias Honsak erlief und zum Ausgleich einschob.
Unterschiedsspieler Jamal Musiala
Vincent Kompany wechselte daraufhin den bis zu dem Zeitpunkt geschonten Unterschiedsspieler Jamal Musiala für den angeschlagenen Thomas Müller ein. Dieser sorgte nur sechs Zeigerumdrehungen später wieder für die FCB-Führung und erzielte in der Nachspielzeit mit einem grandiosen Konter den 4:2-Endstand. Vorher hatten noch Leon Goretzka für die Bayern und der ehemalige FCB-Nachwuchsspieler und Deutsche Meister von 2018, Niklas Dorsch, für Hoffenheim getroffen.
Letztendlich müssen sich die Kicker des Rekordmeisters fragen, wie es sein kann, dass man ein gefühltes 6:0-Spiel am Ende nur mit 4:2 gewinnt und in den letzten Minuten sogar noch ein bisschen zittern muss – beim Schlusspfiff waren es 21:2 Schüsse und 82 Prozent Ballbesitz.
Die Stimmen der Bayern nach der Partie
Trainer Vincent Kompany
„Wir hatten eine schwierige Woche, haben am Dienstag 70 Minuten in Unterzahl gegen Leverkusen gespielt. Die erste Halbzeit war sehr gut, das Gegenpressing hat sehr gut funktioniert. Auch in der zweiten Halbzeit sind wir ruhig geblieben. Wir haben uns viele Chancen erspielt, aber Heidenheim ist im Spiel geblieben. Für uns war es auch mit Blick auf die anderen Ergebnisse ein sehr guter Tag.“
Sportdirektor Christoph Freund
„Wir haben uns das Leben leider selber ein wenig schwer gemacht. Wir hatten eine brutale Dominanz und machen es dann selber spannend. Das ist natürlich unnötig. Wir waren in der ersten Halbzeit extrem dominant und müssen einfach das zweite, dritte Tor nachlegen. Aber letztendlich: Heimsieg, abhaken, weiter geht’s.“
Doppeltorschütze Jamal Musiala
„Es wurde Zeit, dass ich wieder mit dem Fuß ein Tor mache. Ich glaube, ich habe viele Spiele hintereinander gemacht. Deswegen war es gut, dass ich eine Pause bekommen habe und mit neuer Energie reingekommen bin. Endlich habe ich auch hier in der Arena wieder getroffen – es fühlt sich gut an, mit den Fans zu feiern.“
Aleksandar Pavlović
„Ich freue mich über mein Comeback und dann noch mit einem Sieg rauszugehen, war schön. Musiala ist sehr wichtig. Er ist ein überragender Spieler, mit dem es einfach Spaß macht zu kicken. Er war heute ein Antrieb für uns. Dieses Jahr ist er extrem stark, auch mit dem Kopf, das hilft uns sehr.“
